Zeitreise durch die Erdgeschichte im Felsenmeer und in der Dechenhöhle

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Ausspannen muss auch mal sein. Wer noch kurzfristig Ausflugsziele sucht, ist hier genau richtig. Das Felsenmeer in Hemer und die Dechenhöhle in Iserlohn lohnen sich. Wir sagen Ihnen, warum.

Schwerte

, 03.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 4 min

Einmal tief einatmen, bitte - und wieder ausatmen. Der Geruch von Wald, feuchtem Boden, Holz und Torf steigt einem in die Nase und sofort fühlt man sich inmitten der vielen Bäume und Felsen des Felsenmeers in Hemer entspannt. Zeit spielt hier keine Rolle. Man entschleunigt automatisch.

Der 150 Jahre alte Buchenwald ist rund 800 Meter lang und ungefähr 400 Meter breit und somit nicht wirklich riesig.

Und trotzdem hat das Felsenmeer in Hemer im Märkischen Kreis einiges zu bieten – geologisch gesehen, biologisch und aus archälogischer Sicht. Das Felsenmeer gehört zu den bedeutendsten Biotopen Deutschlands.

Seit 1962 Naturschutzgebiet

Die wild zerklüftete Felsenlandschaft gehört zu den 70 bedeutendsten Geotopen Deutschlands. Bisher wurde hier der älteste Tiefbau auf Eisenstein nachgewiesen. Seit 1962 ist das Felsenmeer ein Naturschutzgebiet. Seither ist es nicht mehr direkt begehbar, sondern nur noch über Brücken, Plattformen und Stege. Diese sind auch barrierefrei zugänglich.

Eine drei Meter breite und 37 Meter lange Plattform bietet einen einmaligen Ausblick auf die wuchtigen Gesteinsformationen. Darunter geht es 20 Meter in die Tiefe. Ein Bild aus blauem Himmel, grünen Bäumen und grauen Gesteinsbrocken eröffnet sich.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Freizeitserie (Felsenmeer und Dechenhöhle)

Das Felsenmeer in Hemer lädt zum Entspannen ein. Gemütliches Spazierengehen durch den Buchenwald und durch Felsen wird untermalt von Vogelgezwitscher und dem Rascheln der Bäume.
03.08.2020
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Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
Direkt am Stadtrand von Hemer befindet sich das Felsenmeer. Hier bietet sich Spaziergängern und Naturliebhabern eine bizarre Felslandschaft - ein Meer aus Felsen.© Laura Schulz-Gahmen
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Unterirdische Hohlräume

Schließt man die Augen, taucht man ab in eine vollkommene Natur. Man hört Vögel zwitschern und selbst mitten in der Woche trifft man auf den Wegen, Brücken, und Plattformen immer wieder Spaziergänger, die sich staunend umschauen.

Zwischen Felsen und Farn können Besucher des Felsenmeeres spazieren gehen.

Zwischen Felsen und Farn können Besucher des Felsenmeeres spazieren gehen. © Laura Schulz-Gahmen

Am südlichen Felsenmeer gibt es zwei Elemente, die ebenfalls neue Ausblicke ermöglichen. Ein Steg und eine Brücke wurden in das Naturschutzgebiet eingelassen. Insgesamt sind sie 62 Meter lang und zwei Meter breit. Von der Brücke aus, die sich auf 30 Meter über die Felsen und an Bäumen vorbei schlängelt, hat man einen guten Ausblick auf die Gesteins-Landschaft.

Das gesamte Gebiet ist von natürlichen Höhlen und künstlich geschaffenen Hohlräumen (= Stollen) durchzogen. Das Grundlagengestein ist mitteldevonischer Massenkalk und hat ein Alter von rund 360 Millionen Jahren.

Entstanden ist das Felsenmeer durch Verkarstung und den Einsturz von Höhlen unter dem Gebiet. Seit dem 8. Jahrhundert wurde dort Eisenerz abgebaut.

Tiere im Felsenmeer

Reh, Hase, Kaninchen, Fuchs und Dachs, diese Tiere erwartet man nahezu in einem Wald in unseren heimischen Mittelgebirgsregionen. Eher seltener anzutreffen sind dagegen Wildkatzen. Vor rund 30 Jahren noch sollen sie in der Region gesichtet worden sein. Auch Schädelfunde aus den Höhlen weisen auf eine Population hin.

Schon immer habe es im Felsenmeer viele Fledermäuse gegeben. In den letzten zwei Jahrzehnten sind es aber noch mehr geworden.

Das Felsenmeer in Hemer ist ein beliebter Ausflugsort.

Das Felsenmeer in Hemer ist ein beliebter Ausflugsort. © Laura Schulz-Gahmen

Vor allem die „Große Mausohr“, die Wasser- und die Mopsfledermaus sind dort Zuhause. Außerdem bietet die Region Reptilien, Käfern und Vögeln einen Lebensraum. Von Seiten der Flora und Fauna sind vor allem krautige Pflanzen anzutreffen: Sanikel, Vogelnestwurz und Aronstab sind nur einige der hier vergleichsweise häufigen Gewächse.

Für Naturliebhaber und Spaziergänger ist das Felsenmeer somit genau das Richtige. Fernab der Stadt und des Lärms, kommt man hier zur Ruhe. Das Felsenmeer ist ganzjährig kostenfrei begehbar.

Die Dechenhöhle: unterirdisches Zauberreich

Stalagmiten und Stalaktiten, hauchzarte steinerne Vorhänge, Tropfsteinsäulen und glitzernde Kristalle in klaren Wasserbecken: Auch ein Besuch der Dechenhöhle und des Deutschen Höhlenmuseums Iserlohn lohnt sich. 1868 von Eisenbahnarbeitern entdeckt, hat die Dechenhöhle in Iserlohn-Letmathe bis heute über 14 Millionen Besucher angezogen.

Entdeckt wurde die Dechenhöhle 1868 von zwei Eisenbahnern, die einen verlorenen Hammer in einer Felsspalte suchten und statt ihres Arbeitsgerätes eine wunderschöne Höhlenlandschaft entdeckten.

Kurz darauf wurde die Höhle von dem bekannten Bonner Geologen und Oberberghauptmann Heinrich von Dechen (1800 - 1889) besucht, dessen Namen sie bis heute trägt. Da sich die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft der Schönheit und der Anziehungskraft der Dechenhöhle bewusst war, baute sie diese umgehend zur begehbaren Schauhöhle aus.

Abtauchen in eine andere Welt

Die Gesamtlänge der Dechenhöhle beträgt knapp 900 Meter, davon sind 400 Meter zu besichtigen. Auch heute noch entdecken Höhlenforscher hier immer wieder neue Höhlen und Höhlengänge, sodass die Dechenhöhle nun inmitten eines über 20 Kilometer langen, geologisch zusammengehörenden Höhlensystems liegt.

17.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Iserlohn: Kinder stehen während einer Führung in der Dechenhöhle.

17.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Iserlohn: Kinder stehen während einer Führung in der Dechenhöhle. © picture alliance / Ina Fassbender/dpa

Das Herzstück der Dechenhöhle findet sich vorbei an den Orgel-Tropfsteinkaskaden, dem schimmernden Nixenteich und der fast drei Meter großen Palmensäule in der Kaiserhalle. Hier steht der majestätische Tropfsteinkaiser – die vielleicht die schönste Tropfsteinbildung in einer deutschen Höhle. Neben diesen einzelnen Kunstwerken erwarten den interessierten Entdecker auch ganze „Tropfsteinwände“.

Erlebnisführungen, Kindergeburtstage und Exkursionen

Das einzigartige Natur- und Bodendenkmal kann nur mit Führung besichtigt werden. Die Führungen dauern 40 Minuten und finden täglich zwischen 10.30 Uhr und 15.30 Uhr statt. Neben den normalen Führungen gibt es zusätzlich zu den natürlichen Impressionen noch zahlreiche weitere Gründe, die Höhle zu besuchen: Kindergeburtstage, Ostereiersuche, Höhlen-Erlebnisführungen und Museums-Familienprogramme und vieles mehr gehören seit vielen Jahren zum Veranstaltungsrepertoire.

Außerdem bieten die an der Höhle tätigen Geologen wissenschaftliche Vorträge und Exkursionen zur heimischen Karst- und Höhlenlandschaft an.

Nixenteich in der Dechenhöhle Iserlohn.

Nixenteich in der Dechenhöhle Iserlohn. © Rasmus Dreyer

Wer noch mehr über die Geschichte und die Besonderheiten von Höhlen erfahren möchte, kann seine Führung durch die Dechenhöhlen mit einem Besuch im angeschlossenen Deutschen Höhlenmuseum verbinden - die Eintrittskosten sind in das Ticket für die Führung inbegriffen.

Das Museum umfasst ein Archiv der Erdgeschichte, aktuelle und historische Höhlenforschung, Höhlenmalereien und viele weitere Themenbereiche. Wer auch Erklärungen für die beeindruckenden Gebilde in der Tropfsteinhöhle sucht wird hier fündig.

Mit Museums-Rundgang inklusive

Ein Besuch in den Dechenhöhlen eignet sich sowohl für Tage mit unerträglicher Hitze als auch Regentage. In der Dechenhöhle herrscht nämlich stets ein kühles Klima mit einer Temperatur von um die zehn Grad.

Der Preis für eine Führung durch die Höhlen mit anschließendem Rundgang durch das Deutsche Höhlenmuseum kostet 8 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder.

Die Dechenhöhle von Innen.

Die Dechenhöhle von Innen. © picture alliance / dpa

Wer die Dechenhöhlen mit Familie oder Freunden besichtigen möchte, bekommt zudem einen Gruppenrabatt. Alternativ kann man für 3,50 Euro (2 Euro für Kinder) nur das Museum erkunden.

Ob Erwachsener oder Kind – wer Faszination für die Einzigartigkeit der Natur hat, der wird in den Iserlohner Dechenhöhlen fündig.

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