Wohnungsbrand: Experten brauchten 14 Tage, um Tote zu identifizieren

dzFeuer am Beckenkamp

Eine Frau ist dem Wohnungsbrand am Beckenkamp vor zwei Wochen zum Opfer gefallen. Jetzt steht ihre Identität fest. Die Polizei erklärt, wie die Analyse abläuft und was sie kompliziert macht.

Schwerte

, 08.05.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Flammen wüteten nicht lange, aber dafür umso heftiger in der Wohnung am Beckenkamp am Donnerstag vor zwei Wochen (23. April). Auch ein Mensch wurde dabei in den Tod gerissen.

Dass es sich bei dem Opfer um eine Frau handeln muss, das stand schon wenige Stunden nach dem Brand fest. Doch die Feststellung ihrer Identität stand seitdem noch aus. Wie die ermittelnde Kreispolizeibehörde in Unna mitteilt, ist die Identifizierung abgeschlossen.

Bei dem Opfer handelt es sich – wie schon zuvor angenommen – um die 68-Jährige Bewohnerin der Obergeschosswohnung. Ganze zwei Wochen hat es gedauert, bis Experten die DNA des Opfers auslesen und in Zusammenhang mit der Schwerterin stellen konnten.

Die Polizei nahm am 23. April die Ermittlungen rund um die Brandstelle auf.

Die Polizei nahm am 23. April die Ermittlungen rund um die Brandstelle auf. © Reinhard Schmitz

DNA muss nicht nur analysiert, sondern auch zugeordnet werden

„Je schwerer der Körper verbrannt ist, desto komplizierter gestaltet sich die DNA-Analyse“, erklärt Pressesprecher Bernd Pentrop knapp. Und in diesem Fall sei es für die Experten tatsächlich „extremst schwierig“ gewesen.

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Die DNA ließe sich zwar meist schnell auslesen, beispielsweise anhand von Zähnen oder etwa Haaren im Badezimmer. So lässt sich schnell das Geschlecht eines Opfers feststellen – wie auch in diesem Fall wenige Stunden nach dem Brand. „Man muss die DNA aber auch der Person zuordnen können“, erklärt Pentrop. „Die DNA aus den Zähnen muss dann in den Akten eines Zahnarztes vermerkt sein. Im Idealfall zieht man zur Analyse aber Eltern oder Nachkommen hinzu, dann wird ein DNA-Test gemacht.“

Staatsanwaltschaft in Hagen muss nun weitere Ursachen klären

Auch, wenn die Identifikation nun abgeschlossen ist – die Ermittlungen sind es noch lange nicht. Die Polizei hat den Fall an die Staatsanwaltschaft in Hagen weitergegeben. Nun wird weiter nach Brand- und Todesursache geforscht.

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Ein Kapitalverbrechen konnte die Polizei schon kurz nach der Tragödie Ende April ausschließen. Man gehe also davon aus, dass keine andere Person der 68-Jährigen das angetan hat. Klar ist aber auch: Das Feuer hat nur wenig Anhaltspunkte übrig gelassen in der Wohnung. Brandsachverständige arbeiten weiterhin an der Aufklärung.

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