Wo bekomme ich in Schwerte einen Organspendeausweis?

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Deutschland braucht dringend mehr Organspender. Die Politik will mehr aufklären. Wie kommt man in Schwerte an den wichtigen Ausweis? Und welche Optionen habe ich als potenzieller Spender?

Schwerte

, 18.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Deutschland lebt, der ist nicht automatisch auch Organspender. Das ist seit Donnerstag klar, als im Bundestag emotional über die Zukunft der Organspende debattiert wurde. Am Ende stimmte die Mehrheit gegen den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn.

Stattdessen soll nun eine Regelung gefunden werden, um Bürger regelmäßig zu einer Entscheidung für oder gegen die Organspende zu bewegen – etwa dann, wenn sie einen neuen Personalausweis beantragen oder der Hausarzt sie aktiv darauf anspricht.

Hier gehen die Meinungen auseinander, auch in Schwerte. Ärztesprecher Jörg Rimbach macht deutlich: „In Europa ist Deutschland das Schlusslicht, was Organspende betrifft, das muss man ganz klar sagen.“ Das Ergebnis sei aus Ärzte- und Patientensicht nicht sehr erfreulich.

Wo gibt es in Schwerte die Organspendeausweise?

Ganz im Gegenteil, so Rimbach weiter. Er gehe nicht davon aus, dass es durch mehr Aufklärung auch deutlich mehr Spender geben wird. „Da bin ich schon enttäuscht. Ich sehe keine Verbesserung zur Regelung seit 1997“, sagt der Hausarzt.

Was erkläre ich im Organspendeausweis?

Wer einen Organspendeausweis bei sich trägt, gibt damit nach dem Tod nicht automatisch seine Organe frei. Auf dem Ausweis kann man aus fünf Optionen die passende für sich auswählen:
  • Ja, der Inhaber gestattet die Entnahme seiner Organe (ohne Einschränkungen).
  • Ja, der Inhaber gestattet die Entnahme seiner Organe (mit frei wählbaren Einschränkungen, beispielsweise Haut oder Herz).
  • Ja, der Inhaber gestattet die Entnahme bestimmter Organe, also beispielsweise nur Niere oder Leber.
  • Nein, der Inhaber widerspricht strikt der Entnahme von Organen.
  • Der Inhaber wählt beispielsweise ein Familienmitglied aus, das die Entscheidung für ihn trifft.

Er selbst achte darauf, regelmäßig seine Patienten über die Organspende aufzuklären. Auch die Ausweise – auf denen man sich selbst für eine Spende der eigenen Organe oder dagegen entscheidet – gibt es bei dem Hausarzt. „Ich habe reichlich Kärtchen in meiner Praxis. Und ich denke viele der anderen Kollegen haben das auch.“

In der Regel gibt es den Organspendeausweis in Schwerte bei allen Hausärzten, Apotheken und auch im Marienkrankenhaus. Auch in den Büros der Krankenkassen könnte man Erfolg haben, wenn man sich das kleine wichtige Kärtchen anschaffen möchte.

Bürgerservice gibt Organspendeausweis seit 2018 heraus

Telefonisch kann man ihn bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bekommen. Und wer es ganz bequem haben möchte, der füllt auf der offiziellen Homepage unter www.organspende-info.de einen kurzen Antrag aus und kann sich den Ausweis direkt herunterladen.

Auch beim Bürgerservice im Schwerter Rathaus gibt es die Ausweise seit 2018, bestätigt Stadtsprecher Ingo Rous.

Schneider: „Die Entscheidung muss jeder selbst treffen“

Während sich Jörg Rimbach ein anderes Ergebnis bei der Abstimmung im Bundestag gewünscht hätte, zeigt sich Susanne Schneider zufrieden mit dem Ergebnis. Die FDP-Landtagsabgeordnete aus Schwerte sagt: „Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende muss der Einzelne für sich selbst treffen. Aber es ist richtig, wenn die Bürger nun häufiger auf eine solche Entscheidung angesprochen werden.“

Sie selbst hat das bereits getan und trägt seit Jahren ihren Ausweis mit sich. „Mit einem solchen Schritt kann man seinen Teil dazu beitragen, dass schwerkranke Menschen gerettet werden können“, so die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW.

Das alles reiche aber nicht, wenn sich nicht mehr Bürger für die Organspende entscheiden, so die Schwerterin. Deswegen halte sie es auch für richtig, dass jeder Bürger aktiv zu einer Entscheidung aufgefordert wird – etwa dann, wenn er einen neuen Personalausweis beantragt. So, wie es der Bundestag auch am Donnerstag entschieden hat.

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