Aktuell sind 39 Schulen im Kreis Unna von Corona-Fällen betroffen. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Corona-Pandemie

Wirrwarr um Quarantäne-Regeln sorgt für Verunsicherung an Schulen

Nach einem wochenlangen Anstieg sinken die Corona-Infektionen an Schulen im Kreis Unna etwas. Zudem soll zeitnah eine neue Quarantäne-Regelung kommen. Ein Schulleiter ist jedoch skeptisch.

So ganz genau weiß Klaus de Vries noch nicht, was er von den neuen Regelungen halten soll. „Am Montag beschließen die Gesundheitsminister eine bundeseinheitliche Regelung und am Dienstagabend kommt NRW mit einer eigenen Idee um die Ecke. So lange ich keinen Erlass habe, weiß ich gar nichts“, sagte der Schulleiter der Gesamtschule Fröndenberg.

Der Grund seines Ärgers: Am Montag (6. September) hatten sich die Gesundheitsminister darauf geeinigt, dass nur die Schülerinnen und Schüler, die im unmittelbaren Umkreis des infizierten Kindes sitzen, in Quarantäne müssen. Die letzte Entscheidung, wer in Quarantäne geschickt wird, liegt jedoch bei den Gesundheitsämtern vor Ort.

„Quarantäne-Erleichterungen“?

Einen Tag später teilte das NRW-Gesundheitsministerium jedoch einen anderen Vorschlag mit: In NRW sollen im Fall von Corona-Infektionen in Schulen und Kitas zunächst nur die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne. Die notwendigen Erlasse und Änderungsverordnungen sollen bis spätestens Ende der Woche veröffentlicht werden.

Das Ministerium sprach von „Quarantäne-Erleichterungen“ und nannte als Beispiel die Infektion eines einzelnen Kindes innerhalb einer Klasse oder eines Kurses. Das Kind werde dann in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. „Die übrigen Kinder müssen in der Regel nicht in Quarantäne.“ Zur Kontrolle werde bei einem Fall in Schulen die Zahl der wöchentlichen Testungen erhöht.

Acht Schulen in Unna von Corona betroffen

Unterdessen gehen die Fälle an Schulen im Kreis Unna zurück. Wurden in der vergangenen Woche noch 78 Fälle an 47 Schulen vermeldet, sind es in der aktuell nur noch 60 Fälle an 39 Schulen. Zudem wurden 554 Quarantänen ausgesprochen.

Erstmals ist auch die Gesamtschule Fröndenberg von einem Corona-Fall betroffen. „Wir haben uns am Anfang sehr gefreut, dass wir keinen Corona-Fall hatten. Nun werden wir eine Klasse aus der Sekundarstufe 1 in Quarantäne schicken müssen, weil bisher nur ein Schüler geimpft ist“, erklärte Schulleiter de Vries.

Die Fälle im Überblick:

  • Bergkamen: 4 Schulen, 10 Fälle, 25 Quarantänen
  • Bönen: eine Schule, 2 Fälle, 32 Quarantänen
  • Fröndenberg: 2 Schulen, 2 Fälle, 28 Quarantänen
  • Holzwickede: eine Schule, 2 Fälle, 13 Quarantänen
  • Kamen: 5 Schulen, 8 Fälle, 141 Quarantänen
  • Lünen: 10 Schulen, 15 Fälle, 116 Quarantänen
  • Schwerte: 5 Schulen, 6 Fälle, 83 Quarantänen
  • Selm: eine Schule, ein Fall, 4 Quarantänen
  • Unna: 8 Schulen, 12 Fälle, 41 Quarantänen
  • Werne: 2 Schulen, 2 Fälle, 71 Quarantänen
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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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