Wildunfälle im Herbst: Was Sie wissen sollten und wo Vorsicht geboten ist in Schwerte

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Der Kreis Unna mahnt zu Wachsamkeit: Mit der früh einsetzenden Dämmerung erhöht sich im Herbst auch die Gefahr von Wildunfällen. Wir fassen zusammen, was Sie jetzt wissen sollten.

Schwerte

, 24.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Früher dunkel, nasse und mit Laub bedeckte Straßen, Nebel: Der Herbst hat Einzug gehalten. Und mit ihm steigt die Gefahr von Wildunfällen. Darauf weißt der Kreis Unna in einer Pressemitteilung hin.

Die Tiere überqueren die Straßen auf dem Weg zu ihren Futterplätzen. „Und das vor allem in den Abend- und frühen Morgenstunden während der Dämmerung", schreibt der ADAC auf seiner Homepage. Da es nun immer früher dunkel wird, fällt die Dämmerung bald mit dem Berufsverkehr zusammen.

Doch wie können Wildunfälle vermieden werden und wer zahlt eigentlich wenn doch mal etwas passiert? Fragen und Antworten zum Thema.

? Gibt es in Schwerte Gefahrenschwerpunkte in Sachen Wildunfälle?

In diesem Jahr gab es bereits 24 Wildunfälle in Schwerte. Das gab die Pressesprecherin der Kreispolizei Vera Howanietz auf Anfrage der Redaktion bekannt. „24 Unfälle an 15 verschiedenen Straßen", so Howanietz. Einen klaren Schwerpunkt gibt es also nicht, man könne lediglich die Letmather Straße (sechs Unfälle) und die Rote-Haus-Straße (drei Unfälle) hervorheben, erklärt die Sprecherin. Diese beiden Straßen waren auch im vergangenen Jahr Schwerpunkte bei Wildunfällen.

? Warum überqueren Wildtiere die Straßen?

Wildtiere überqueren die Straßen auf dem Weg zu ihren Futterplätzen. Während sie sich tagsüber im Wald aufhalten, wechseln sie morgens und abends auf Lichtungen und Felder. In der Dämmerung sind sie auch dort vor Fressfeinden geschützt. Wenn Felder abgeerntet werden, müssen sie sich neu orientieren. Das kann zusätzlich zu Unruhe führen und damit zu noch häufigerem Wildwechsel.

? Wie sollte man sich jetzt verhalten?

„Die meisten Wildunfälle lassen sich durch vorausschauende Fahrweise vermeiden", sagt der Kreis-Jagdberater Dietrich Junge. „Gerade an Waldrändern und Lichtungen gilt: runter vom Gas und Augen auf." Nachts schreckt Fernlicht das Wild häufig ab.

Läuft doch ein Tier auf die Fahrbahn, hilft nur noch Bremsen, Fernlicht ausschalten und hupen. Das Fernlicht auszuschalten ist wichtig, weil die Tiere von dem Licht geblendet werden und in eine Schockstarre verfallen können.

Durch das Anschalten der Warnblinklichtanlage können zusätzlich andere Verkehrsteilnehmer gewarnt werden.

? Und wenn es doch zum Wildunfall kommt?

„Es muss auf jeden Fall die Polizei verständigt werden", erklärt der Kreis-Jagdberater. „Das gilt selbstverständlich auch, wenn das Tier verletzt wurde und weggelaufen ist." Die Polizei informiere dann den zuständigen Jäger. „Auf keinen Fall darf das Tier ins Auto geladen und abtransportiert werden, denn es handelt sich hierbei um Jagdwilderei", so der Wild-Profi.

Der ADAC gibt weitere Verhaltenstipps auf seiner Homepage:

  • Warnblinklichtanlage einschalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle absichern und vor allem: Ruhe bewahren.
  • Sind Personen verletzt worden, den Notruf (112) wählen und Erste Hilfe leisten.
  • Nur wenn möglich, sollte das tote Tier an den Randstreifen gezogen werden, um Folgeunfälle zu vermeiden. Aber bitte nur mit Handschuhen, wegen möglicher Krankheiten und Parasiten.
  • Verletzte Tiere sollten nicht angefasst werden, weil sie sich wehren können.
  • An sicherer Stelle auf die Polizei warten.

? Welche Kosten können entstehen?

Hierzu erklärt der Kreis: Grundsätzlich muss der Verkehrsteilnehmer für den Wildschaden nicht haften, es sei denn, er hat den Unfall beispielsweise fahrlässig verursacht. Die Kosten für den Schaden am Fahrzeug übernimmt in aller Regel die Kfz-Versicherung. Andere Regeln als bei Wild gelten für Haustiere. Verursacht ein Hund oder eine Katze einen Unfall, kommt der Halter für den Schaden auf. Allerdings muss auch hier die Polizei eingeschaltet werden.

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