Ausbau 1 läuft noch nicht, Ausbau 2 wird aber schon geplant: Ab 6. Mai können sich die Schwerter anschauen, wie die B236 zwischen A1 und Innenstadt aussehen soll. Und sich beschweren.

26.04.2019, 16:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auch wenn sich zwischen A1 und Freischütz noch nicht viel tut auf der B236 - der Landesbetrieb Straßen NRW verfolgt schon die nächsten Pläne für die B236 in Schwerte. Es geht um den Bereich weiter südlich, von der Autobahnauffahrt bis zur Innenstadt, genauer: zwischen McDonald‘s und Ostentor.

? Warum soll die B236 ausgebaut werden?

Für Straßen NRW ist die B236 die „wichtigste Verkehrsachse für Schwerte“, die als Nord-Süd-Verbindung auch für die „Aufnahme überregionaler Verkehre“ von Bedeutung ist. Ähnlich wichtig sei höchstens noch die L673, die in Ost-West-Richtung verlaufe. Deshalb sei ein Ausbau wichtig und dringend. So zumindest formuliert es die Bezirksregierung Arnsberg, die das komplizierte Verfahren durchführt - zwischen den ersten Plänen und dem ersten Spatenstich.

? Wie genau sehen die Pläne aus?

Straßen NRW will einen „Ausbau der gesamten Ortsdurchfahrt Schwerte“. Gemeint ist die B236-Strecke zwischen den Kreuzungen Hörder Straße/Talweg/Am Eckey und Béthunestraße/Ostentor/Schützenstraße - in Restaurants ausgedrückt: zwischen McDonald‘s und Steakhaus Ostentor. In beide Richtungen.

In einigen Abschnitten sollen zusätzliche Fahrspuren entstehen. Auch einige Kreuzungen sollen umgestaltet werden. Anne Carla Springob, Sprecherin der Bezirksregierung in Arnsberg, erläuterte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass es „geringfügige Fahrbahn-Ummarkierungen“ geben solle. „Längere verbesserte Abbiegespuren“ sollten den Verkehrsfluss erhöhen.

Zudem soll sich etwas am Nadelöhr unter den Eisenbahnbrücken vor der Karl-Gerharts-Straße tun. Die kleinere Brücke wird abgerissen und erneuert. Dort stehen aktuell noch Brückenpfeiler auf dem Bürgersteig - und dieser Platz wird benötigt für breitere Fahrstreifen, aber auch für Fußgänger und Radfahrer.

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? Wieso? Was ändert sich für Fußgänger und Radfahrer?

Straßen NRW will eine „Attraktivitätserhöhung für den nichtmotorisierten Verkehr“, also getrennte Geh- und Radwege auf beiden Seiten der B236 plus weitere Fußgängerampeln. Die Hoffnung: mehr Fußgänger und Radfahrer links und rechts der Hörder- und Béthunestraße.

? Gibt es mehr Details zu den Plänen?

Straßen NRW spricht von mehr Lärmschutz für die Anwohner. Weitere Infos müsse man allerdings dann den Plänen entnehmen, die in wenigen Tagen in Schwerte ausliegen werden. Am Freitag war von Straßen NRW auch auf Nachfrage noch nicht mehr zu erfahren.

Somit bleibt die Frage offen: Wo genau soll die B236 denn zweispurig bleiben und wo soll sie drei- oder vierspurig werden? Und daran anschließend: Wo könnte nach dem Umbau das nächste Nadelöhr entstehen?

? Wer kann die Pläne von wann bis wann einsehen?

Die Pläne liegen von Montag, 6. Mai, bis Mittwoch, 5. Juni, im Schwerter Rathaus aus - zur „allgemeinen Ansicht“, also für jeden, der sich dafür interessiert, ohne vorherige Anmeldung. Weitere Details dazu werden am Montag, 29. April, im Amtsblatt verraten.

? Und wenn mir etwas an den Plänen nicht passt?

Dann können Sie der Stadt Schwerte oder der Bezirksregierung in Arnsberg eine schriftliche Einwendung schicken - ab 6. Mai und bis spätestens Mittwoch, 19. Juni.

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? Was passiert mit den Einwänden?

Anschließend hat wiederum Straßen NRW die Möglichkeit, sich zu einzelnen Sachverhalten zu äußern. Alles Andere als unwahrscheinlich sei in der Folge auch ein Erörterungstermin vor Ort, erläutert die Arnsberger Sprecherin Springob. Soll heißen: Schwerter und Vertreter von Straßen NRW und weiteren öffentlichen Stellen kommen zum Beispiel unter den Eisenbahnbrücken zusammen und bringen ihre Argumente hervor.

? Wie geht es dann weiter? Wann wird wohl gebaut?

Sind alle Argumente bei der Bezirksregierung, geht die ans Prüfen - „unter Abwägung aller privater und öffentlicher Interessen“, wie es offiziell heißt. Und über einen Zeitplan will Sprecherin Springob lieber nicht spekulieren: „Eine Prüfung dauert so lange, wie eine Prüfung eben dauert.“ Am Ende dieser Prüfung steht jedenfalls ein Beschluss der Bezirksregierung, wie die Straße tatsächlich gebaut werden soll.

? Und dann wird aber gebaut, oder?

Nun ja: Es sei denn, es gäbe Klagen. Dann wäre es wiederum Sache des Verwaltungsgerichtes zu entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt und eventuell zu einer Änderung. Und das alles könnte sich über Jahre ziehen. Deshalb wollen sich auch die Sprecher von Straßen NRW nicht dazu äußern, ob die ersten Bagger denn nun 2020 oder 2025 anrollen oder sogar noch später.

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