Wie setzen sich die Fridays-for-Future-Aktivisten aus Schwerte privat für die Umwelt ein?

dzFridays for Future

Weniger Fleisch, kein Urlaub, öfter mal mit dem Fahrrad zur Schule: Was tun die Schwerter Schüler eigentlich abseits der Freitags-Demonstrationen für die Umwelt? Wo fällt es ihnen schwer?

Schwerte

, 07.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp hundert Schüler und Erwachsene haben am Freitag (7. Februar) wieder friedlich in Schwerte demonstriert – für mehr Umweltbewusstsein, mehr Verantwortung gegenüber dem Planeten, weniger Verschwendung. Vom Parkplatz der Rohrmeisterei ging es für die Fridays-for-Future-Aktivisten quer durch die Innenstadt. Die Polizei musste den Verkehr kurzzeitig stoppen.

Seit mittlerweile einem Jahr gibt es die Fridays-for-Future-Bewegung auch in Schwerte. Viele Aktivisten sind schon von Anfang an dabei. Aber was hat sich bei ihnen privat getan und verändert? Wie umweltbewusst sind sie mittlerweile? Und wo fällt ihnen der Verzicht noch schwer?

Alina Jagel, 17

Wie setzen sich die Fridays-for-Future-Aktivisten aus Schwerte privat für die Umwelt ein?

Alina Jagel gehört zum Organisationsteam der Fridays-for-Future-Bewegung in Schwerte. © Aileen Kierstein


Das tut sie bereits:

„Meine Ernährung habe ich eigentich komplett umgestellt. Ich esse kaum noch tierische Produkte, kaufe mehr Lebensmittel aus der Region. Und ich verzichte komplett auf Plastikwasserflaschen, stattdessen habe ich meine Flasche zum Auffüllen dabei. Und auch beim Kaufverhalten hat sich bei mir einiges getan. Ich habe schon in Second-Hand-Läden geshoppt und wir haben an der Schule eine Kleidertauschbörse veranstaltet.“

Da fällt es noch schwer:

„Ich glaube ein großes Problem wird das Autofahren. Noch habe ich zwar keinen Führerschein, aber ich denke schon, dass ich öfter mal das Auto nehmen werde. In Schwerte ist es halt oft auch schwierig mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Natürlich könnte ich viel mehr tun, das weiß ich auch. Aber viele kleine Aktionen können schon viel bewegen.“

Lars Heimann, 16

Wie setzen sich die Fridays-for-Future-Aktivisten aus Schwerte privat für die Umwelt ein?

Lars Heimann verzichtet in der Freizeit auf das Eltern-Taxi, möchte aber ungerne seine Urlaube missen. © Aileen Kierstein

Das tut er bereits:

„Privat fahre ich sehr viel Fahrrad – überall hin und auch bei jedem Wetter. Eigentlich lasse ich mich fast nie von meinen Eltern irgendwo hinbringen. Und zuhause essen wir eigentlich nur noch am Wochenende Fleisch.“

Da fällt es noch schwer:

„Meine Familie und ich machen sehr gerne Urlaub, darauf möchten wir auch nicht verzichten. In den Osterferien fahren wir zum Beispiel in den Ski-Urlaub, das kann man nicht viel klimabewusster machen.“

Marius Wilczynski, 32

Wie setzen sich die Fridays-for-Future-Aktivisten aus Schwerte privat für die Umwelt ein?

Marius Wilczynski bringt sein Lastenrad auch mit zu den Freitags-Demonstrationen und versorgt den Zug mit Musik. © Aileen Kierstein

Das tut er bereits:

„Wir sind eine siebenköpfige Familie und haben keinen Pkw. Wir machen alles nur mit unserem Lastenrad, daran muss man sich gewöhnen. Außerdem ernähren wir uns sehr bewusst. Ich persönlich verzichte auch zu 90 Prozent auf tierische Produkte.“

Da fällt es noch schwer:

„Ich habe vor ein paar Monaten gelesen dass die Nutzung von digitalen Diensten unfassbar viel CO2 ausstößt – also Dienste wie Youtube, Whatsapp und Facebook. Dafür muss es ja Server und die ganze Technik geben. Ich nutze das aber weiterhin, darauf kann ich nicht immer verzichten.“

Mara Krämer, 15

Wie setzen sich die Fridays-for-Future-Aktivisten aus Schwerte privat für die Umwelt ein?

Mara Krämer nimmt privat oft das Fahrrad oder den Bus. © Aileen Kierstein


Das tut sie bereits:

„Ich fahre jetzt öfter Fahrrad, zum Sport und auch zur Schule. Im Winter nehme ich auch öfter mal den Bus, damit meine Eltern mich nicht bringen müssen.“

Da fällt es noch schwer:

„Ich versuche stärker darauf zu achten, nicht mehr so lange zu duschen. Es gab im Internet mal eine Challenge: Man sollte jeden Tag kalt und nur wenige Minuten duschen. Das habe ich aber nach drei Tagen wieder aufgegeben. Es ist mir also überhaupt nicht leicht gefallen.“

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