Gin-Liebhaber gibt es heutzutage viele, vor allem weil es in den letzten Jahren zu einem Hype geworden ist. Aber wer etwas ganz besonderes möchte, der lässt sich seinen eigenen Gin kreieren.

Rheinen

, 02.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Helmut Mikus aus Rheinen ist ziemlich stolz darauf, sein Gesicht auf einer limitierten Flasche Gin zu sehen. Die große klare Glasflasche zeigt ihn mit verschränkten Armen unter der Überschrift „Helmut Edition 2019“. Der Gin wurde exklusiv für das Hofmusik Festival hergestellt, das bei Mikus an den letzten zwei Wochenenden auf dem Bauernhof stattfand.

Bauer Helmuts eigener Gin

Eigentlich wollte seine Tochter Sarah Chloé Mikus nur etwas Besonderes bei ihrem Musikfest anbieten und ihrem Vater einmal für alles danke sagen. „Er hat bei all unseren Ideen mitgemacht und seinen Hof zur Verfügung gestellt“, erklärt die Veranstalterin des Fests. Obwohl er gar keinen Gin trinkt, hat er sich breitschlagen lassen, als Inspiration für das besondere Gebräu zu dienen.

Den passenden Gin-Bräuer lernt seine Tochter durch Zufall kennen. Bei einer Orchester-Kneipentour probiert Sarah Chloé Mikus zum ersten Mal den Goldbrenner Gin von Daniel Blum, der die Firma „Gineffect“ gegründet hat. Daniel Blum fand die Idee des Festivals gut und Mikus seinen Gin. Ihm wurde dann ein Foto von Helmut und ein paar Informationen über ihn geschickt. „Dann haben wir Blum einfach mal machen lassen“.

Harte Schale, weicher Kern

Nach zwei Wochen Brennen war der Gin mit einer exklusiven Auflage von 160 Flaschen auch schon fertig. „Und so entstand nach dem Motto ‚harte Schale, weicher Kern‘ eben der Helmut“, erklärt Sarah Chloé Mikus.

Die Firma Gineffect stammt nicht aus der Region, sondern kommt vom Kaiserstuhl. Sie verfolgen die gleiche Philosophie wie Familie Mikus: Viel Liebe zum Produkt und zu den Zutaten, außerdem haben sie den Anspruch, Qualität über Quantität zu stellen. Um Qualität zu gewährleisten, gibt es im Unternehmen einen ausgebildeten Destillateur, Marcel Weiß. Denn für ein Unternehmen, das wirtschaftlich sein möchte, ist es von großem Nutzen, jemanden im Team zu haben, der sein Handwerk versteht.

Gin selber „brennen“

Schnaps „brennen“ darf in Deutschland zudem bei Weitem noch nicht jeder. In Deutschland darf dieser privat nur hergestellt werden, wenn beim Hauptzollamt eine Brennerlaubnis eingereicht und genehmtigt wurde.

Aber auch dann gilt noch eine Besonderheit: „Eine solche Brenngenehmigung erhalten Sie allerdings nur dann, wenn Sie ein wirtschaftliches Bedürfnis nachweisen können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Brennerei eine eigenständige wirtschaftliche Einheit darstellt und so viel Obst oder andere destillierbare Stoffe anfallen, dass das genehmigte 50-Liter-Kontingent innerhalb eines Betriebsjahres auch ausgeschöpft werden kann.“

Das bedeutet, für ein Unternehmen, das eventuell nicht auf genügend Obst zurückgreifen kann, und dazu noch mehr als 50 Liter reinen Alkohol im Jahr herstellen möchte, ist dies keine Möglichkeit. Jetzt wird es allerdings interessant, denn Gin wird nicht gebrannt, er besteht aus „Neutralalkoholen“ wie Korn oder Vodka. Dieser wird im Gin-Herstellungsverfahren lediglich noch verfeinert.

DIY-Herstellungsprozess

Schritt 1: Der Grundalkohol wird verfeinert, mit sogenannten „Botanicals“. Diesen Punkt der Herstellung nennt man Mazeration oder Perkolation. Der Grundalkohol wird zusammen mit den Botanicals wie Wacholder, Zitrone, Kardamom oder Lavendel erhitzt. Entweder wie bei der Mazeration durch ein Erhitzen der Botanicals im Alkohol-Wassergemisch, oder wie bei der Perkulation durch erhitzte Alkoholdämpfe, die die Aromen der Botanicals extrahieren.

Schritt 2: Erst nach dem Hinzufügen der Botanicals, wird Gin „gebrannt“. Dieser Vorgang trennt Wasser und Alkohol von einander und es entsteht ein Kondensat mit hoher Alkoholkonzentration.

Schritt 3: Das Lagern ist bei einem Gin zwar nicht notwendig, aber es wird von vielen dennoch für einige Wochen gemacht, damit sich alle Bestandteile und Aromastoffe gut verbinden.

Schritt 4: Der letzte Vorgang ist der des Abfüllens. Dazu muss der endgültige Alkoholgehalt abgestimmt werden, dies geschieht mit Kalk-armem Wasser. Das verfälscht den Geschmack des Gins nicht.

Schritt für Schrittanleitungen finden Sie im Internet, sogar ganze Herstellungs-Köfferchen mit zahlreichen Zutaten werden da geboten. Wer sich den Aufwand schenken möchte und lieber andere an seinem Gin „herumdoktern“ lässt, für den gibt es mittlerweile zahlreiche kleine Startup-Unternehmen, die sich auf das „Brennen“ von Gin spezialisiert haben.

Kontakt per Mail

So kommen Sie an den Gin

Den exklusiven Helmut-Gin gibt es über Kontakt@hofmusik-festival.de zu erwerben.
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