Dr. Jörg Rimbach ist Vorsitzender des Schwerter Ärztevereins. © Maximilian Stascheit
Corona-Impfung

Weitere Impfaktion im Schwerter Rathaus: Chance für Menschen ohne Impfangebot

Astrazeneca ist für alle freigegeben. Was bedeutet das für Hausärzte? In Schwerte soll es bald einen Impftermin für jedermann im Rathaus geben. Danach könnte der Impfturbo aber verlangsamen.

Seit dieser Woche ist die Impfung mit Astrazeneca für alle freigegeben. Doch beliebt ist der Impfstoff bei den Patienten nicht. Wie geht also der Hausarzt mit diesem Problem um? „Die Kernaussage lautet ja, der Impfstoff ist für alle freigegeben“, betont der Vorsitzende des Schwerter Ärztevereins, Dr. Jörg Rimbach.

Und die mitunter gefährlichen Nebenwirkungen würden ja äußerst selten auftreten. Aber wenn nun eine junge Frau, die zudem die Pille nimmt, mit Astrazeneca geimpft werden soll, da würde man wohl eingehend beraten. Dennoch ist Rimbach von dem Impfstoff überzeugt.

Neben der Altersauflage auch Priorisierung aufgehoben

So überzeugt, dass er zusammen mit seinem Kollegen Theo Spanke und der Stadtverwaltung einen weiteren Impftermin im Rathaus plant. Und weil nicht nur die Altersauflage, sondern auch die Priorisierung aufgehoben ist, sollen sich wohl am 18. Mai im Rathaus auch Menschen impfen lassen können, die bislang noch kein offizielles Impfangebot haben.

Eine Anmeldeliste gebe es noch nicht, noch gelte es einige Vorbereitungen zu treffen. Rund 350 Menschen könnte man an dem Dienstag impfen, schätzt Rimbach. Und das würde auch der Impfquote helfen. Denn die Hausärzte seien bei den Impfungen mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt.

Vor allem räumlich geben die meisten Praxen keine höheren Patientenzahlen her. Denn die Impfwilligen müssen mindestens 15 Minuten nach der Injektion in der Praxis beobachtet werden. Es müssen einige Formulare ausgefüllt und bearbeitet werden und das, während der normale Betrieb der Praxis weiterlaufen muss.

Für die Praxis von Rimbach bedeutet das, dass man bislang rund 60 Impfungen pro Woche geschafft hat. Das geht aber nur noch zwei Wochen so weiter. Denn nach sechs Wochen kommen die mit dem Impfstoff von Biontech geimpften Patienten zur zweiten Impfung. Und die bedeutet für den Mediziner denselben Aufwand.

Dann werde es deutlich weniger Erstimpfungen geben, schätzt Rimbach. Und zwar in den meisten Hausarztpraxen. Und das wird sich wiederum auf die Statistik auswirken.

Praxis-Warteliste für Impfungen vorerst geschlossen

Auf ihrer Homepage haben Rimbach und sein Bruder, mit dem er die Praxis gemeinsam betreibt, bereits angekündigt, niemanden mehr auf die Impfliste der Praxis setzen zu lassen. Nachdem man in den vergangenen Wochen bereits 300 Patienten geimpft habe, werde es für jene, die dann noch auf der Liste stehen ohnehin langsamer vorangehen.

„Da wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass ich zuerst im Impfzentrum einen Termin bekomme“ so Rimbach. Überhaupt wäre es gut, wenn zum Beispiel auch die Betriebsärzte impfen würden. Die hätten meist weniger Tagesgeschäft und ausreichend Platz.

Den Impfstoff müssen die Hausärzte übrigens ganz normal bei der Apotheke bestellen. Zunächst legt der Mediziner fest, wer geimpft wird. Dann bestellt er den Impfstoff und am Donnerstag gibt es dann bescheid, wie viel lieferbar ist. „Bislang haben wir immer den Impfstoff bekommen, den wir auch bestellt haben“, erklärt der Schwerter Ärztesprecher. Aber das könne auch mal anders ausgehen.

Impfstoff für Aktion im Rathaus schon bestellt

Der Impfstoff für die große Aktion im Rathaus sei hingegen schon bestellt. Jetzt hofft Rimbach, dass die Resonanz auch dementsprechend ist. Denn die Situation sei schon schwierig. Durch das Hin und Her bei Astrazeneca seien die Patienten sehr verunsichert. „Zu unrecht,“ davon ist der Schwerter Ärztesprecher überzeugt. „Eine echte Katastrophe wäre es, wenn wir am Ende Impfstoff wegschmeißen müssten.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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