Wegen homophober Politik: Axourgos kündigt Polen die Partnerschaft

Tag gegen Homophobie

Schwertes Städtepartnerschaft mit Polen liegt auf Eis, nachdem sich Nowy Sacz zur „Lesbian-, Gay-, Bisexual- und Transgender-freien Zone“ erklärt hat. Das stellte der Bürgermeister klar.

Schwerte

, 16.05.2020, 23:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeister Dimitrios Axourgos und seine persönliche Referentin Gabriele Stange mit der Regenbogenfahne.

Bürgermeister Dimitrios Axourgos und seine persönliche Referentin Gabriele Stange mit der Regenbogenfahne. © Stadt Schwerte, Rous

Seit 1984 ist Nowy Sacz in Polen Partnerstadt von Schwerte. Doch die Beziehungen liegen derzeit auf Eis. Grund dafür ist der harte Rechtsruck in Polen und vor allem die demonstrative Haltung gegen Homosexuelle. Warum das so ist, erklärte Bürgermeister Dimitrios Axourgos in einer Pressemitteilung:

„Während die Stadt Schwerte ein klares Bekenntnis gegen Homophobie ablegt und am Sonntag (17. Mai) den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie mit dem Ausstellen der Regenbogenfahne am Rathaus begeht, ticken die Uhren in Schwertes polnischer Partnerstadt Nowy Sacz anders. Bürgermeister Dimitrios Axourgos hat seinem Amtskollegen Ludomir Handzel eine deutliche Protestnote zukommen lassen.

Regierende PiS-Partei hat Homosexuelle zum Feindbild erklärt

In Polen hat die regierende PiS-Partei Homosexuelle als Feindbild ins Visier genommen. Immer mehr Gebietskörperschaften, darunter auch die Stadt Nowy Sacz, haben sich zu ‚LGBT-freien‘ Zonen erklärt; die Abkürzung kommt aus dem englischen Sprachraum und steht für ‚Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender‘. Diese Bewegung bedrohe christliche Werte und die Integrität der polnischen Familie, heißt es im Nachbarland.

‚Die Entscheidung Ihres Rates widerspricht unserem europäischen Gedanken der Vielfalt und damit auch dem Gebot der Völkerverständigung‘, findet Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos deutliche Worte gegen die Diskriminierung von sexuell anders orientierten Menschen. ‚Das ist für mich und die Stadt Schwerte inakzeptabel‘, schreibt er in einem Brief an Ludomir Handzel.

Keine Basis für eine Städtepartnerschaft

Die unsägliche Haltung in Polen führt dazu, dass die Stadt Schwerte die städtepartnerschaftliche Verbindung zu Nowy Sacz vorerst ruhen lassen wird. ‚Nach Rücksprache mit den kommunalpolitischen Verantwortungsträger*innen in Schwerte muss ich Ihnen zu meinem großen Bedauern mitteilen, dass ich derzeit keine Basis für die Aufrechterhaltung unserer partnerschaftlichen Beziehungen sehe‘, macht Dimitrios Axourgos unmissverständlich klar. ‚Diese Entscheidung treffen wir auch vor dem Hintergrund, dass uns besorgte Bürger*innen Ihrer Stadt angeschrieben und um eine klare Positionierung in der Sache gebeten haben. Die verantwortungsbewussten Bürger*innen und Einwohner*innen Ihrer Stadt verbinden damit die Hoffnung, die Diskussion erneut anzufachen und ein Umdenken zu fördern. Diese Hoffnung teile ich ausdrücklich.‘ “

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Seit 2005 ist der 17. Mai weltweit ein Aktionstag, an dem durch Aktionen und mediale Aufmerksamkeit auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der so genannten Heteronormativität abweichen. Die Regenbogenfahne ist dabei äußeres Zeichen dieser Bewegung. „Die Stadt Schwerte stellt sich ohne Kompromisse hinter diese bunte Vielfalt“, unterstreicht Gabriele Stange, persönliche Referentin von Bürgermeister Dimitrios Axourgos. „Für uns sind dieser Tag und dieses Symbol ein Zeichen für Toleranz und Akzeptanz.“

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