Wechselunterricht findet jetzt auch wieder an Schwerter Schulen Stadt – so wie am Friedrich-Bährens-Gymnasium. © Björn Althoff
Schulen und Corona

Wechselunterricht gestartet: „Wir sind froh, dass wir alle wieder hier haben“

Seit Montag (17.5.) dürfen die Schülerinnen und Schüler wieder zum Präsenzunterricht an die Schulen. Ein Stück Normalität, das allen gut tut. Doch manches wird online bleiben.

Als der maßgebliche Inzidenz-Wert im Kreis Unna fünf Tage in Folge die wichtige Marke von 165 unterschritten hatte, konnten die Schulen aufatmen. Damit ist die Rückkehr in den Wechselunterricht möglich – also in eine Mischung aus Distanz- und Präsenzunterricht.

Bis nach dem Himmelfahrts-Wochenende mussten sich die Schulen allerdings noch gedulden. Richtig los ging es erst am Montag (17.5.). „Wir haben uns die vergangene Woche darauf vorbereitet“, sagt Heiko Klanke, Schulleiter des Friedrich-Bährens-Gymnasiums (FBG). „Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I freuen sich auch sehr darauf, jetzt wieder in den Präsenzunterricht zurückzukommen.“

Froh, die Schülerinnen und Schüler wiederzusehen

Die Bilanz des ersten Tages: Ein reibungsloser Ablauf – auch die Testungen der Schüler als Vorbereitung auf den Präsenzunterricht haben gut funktioniert. „Wir sind daher recht zufrieden und froh, dass wir die Schülerinnen und Schüler wieder hier haben und sie sehen können.“

Und auch die tragen maßgeblich dazu bei, dass es jetzt rund weiterläuft – denn nicht nur das Kollegium der Schule setze die Vorgaben des Landes konsequent um: „Die Schülerinnen und Schüler erinnern und ermahnen sich auch gegenseitig. Alle tragen medizinische Masken und zum Teil sogar FFP2-Masken.“

Trotz aller Vorgaben versuche man aber, den Einstieg in den Präsenzunterricht so angenehm wie möglich zu gestalten. „Wir wollen die Schülerinnen und Schüler jetzt in den letzten Wochen natürlich daran gewöhnen, wie es läuft. Aber auch das Lernen auf Distanz hat schon gut geklappt“, erklärt Heiko Klanke.

FBG-Schulleiter Heiko Klanke freut sich, dass die Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule kommen können.
FBG-Schulleiter Heiko Klanke freut sich, dass die Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule kommen können. © Heiko Muehlbauer © Heiko Muehlbauer

Die Schülerinnen und Schüler, die bei dem Wechselmodell gerade zuhause sind und von dort aus arbeiten, versuche man aber, wann immer möglich, auch dazu zu schalten. Gewechselt wird für die Sekundarstufe I täglich – immer eine Hälfte der Klasse kann anwesend sein und sich vorab testen. „Das ist natürlich Gewöhnungssache, aber die Schülerinnen und Schüler empfinden es nicht als unangenehm.“

Zuverlässiger Umgang mit der Situation lohnt sich

Im Gegenteil: Es zahle sich aus, dass Kollegium und Elternschaft zuverlässig und sicher mit der Situation umgehen: „Das überträgt sich auch auf die Kinder, die werden damit dann auch viel sicherer.“

Und auch wenn man erst einmal froh sei, dass die Normalität im Schulbetrieb Stück für Stück zurückkehrt: Aus der Krise nimmt man dennoch Gutes für die Zukunft mit: „Unsere Schulpflegschaft machen wir heute online – und auch in Zukunft wollen wir vieles online anbieten, weil sich das bewährt hat und auch für die Eltern praktisch ist.“

Die digitalen Angebote geben mehr Flexibilität im Alltag. Aber auch auf menschlicher Ebene sei man gewachsen: „Die gegenseitige Wertschätzung zwischen Kollegium, Elternschaft und der Schülerschaft sowie der Zusammenhalt sind noch stärker gewachsen.“

Bärbel Eschmann, Schulleiterin des Ruhrtal-Gymnasiums (RTG), berichtet Ähnliches: „Die Schülerinnen und Schüler sind alle froh, wieder da zu sein. Und auch das Kollegium ist glücklich, dass die soziale Komponente dadurch wieder da ist und sie wieder als eine Unterstützung fungieren können.“ Statt frustriert, wieder an die Schule zu müssen, seien alle einfach glücklich.

Unterstützung und Empathie vonseiten der Eltern

Auch auf der Seite der Eltern herrsche eine gute Stimmung. „Wir erhalten viel Unterstützung und Empathie dafür, dass wir diesen enormen Arbeitsaufwand derzeit bewältigen“, sagt Bärbel Eschmann. Denn obgleich die Abläufe bereits erprobt und eingespielt seien – den Bedürfnissen aller Lernenden gerecht zu werden, sei durchaus eine Herausforderung.

RTG-Rektorin Bärbel Eschmann dankt den Eltern für ihre Unterstützung und Empathie.
RTG-Rektorin Bärbel Eschmann dankt den Eltern für ihre Unterstützung und Empathie. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

„Unsere Q1 ist täglich im Unterricht, aber alle anderen sind im Wechsel da. Wir haben viele große Kurse, die man teilen müsste – dafür haben wir einfach nicht die Räumlichkeiten.“ Derzeit falle auch die Aula aus, da diese umgebaut wird. Die Turnhalle wird als extra Raum genutzt, doch sobald der Sport wieder erlaubt ist, müssen auch dort Absprachen getroffen werden. „Man muss eben gucken, wie man jeweils die passenden Bedingungen schafft“, erklärt Bärbel Eschmann.

Die täglichen Testungen würden dabei erheblich zum Sicherheitsgefühl beitragen – und diese sind für die Kinder nunmehr ebenfalls eine Komponente im Alltag, die bekannt ist und an die sie sich schnell gewöhnen. „Die Schülerinnen und Schüler sind schon alle erprobt, die Abläufe eingespielt. Das klappt alles sehr gut, trotz langem Distanzunterricht.“

Die Klassen 5 bis 8 beispielsweise werden morgens vom Schulhof abgeholt. Die anderen Klassen dürfen das Gebäude selbstständig betreten. Rektorin Bärbel Eschmann: „Natürlich ist das alles kompliziert, aber man muss eben weiterhin vorsichtig sein.“

Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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