Was wird aus Jörg Rosts „Runde um den Block“ nach Corona?

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Das Kulturspektakel „Ne Runde um den Block“ ersetzte in diesem Jahr das Welttheater, mit Erfolg. Doch wie geht es weiter, und wie lief es finanziell? Macher Jörg Rost gibt einen Ausblick.

Schwerte

, 18.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der soziale Abstand kann gerade noch gewahrt bleiben in der Werkstatt von Jörg Rost. Gut zwei Wochen nach dem Projekt „Runde um den Block“ sitzt hier ein Teil der Akteure und zieht Bilanz: künstlerisch wie finanziell.

Um es kurz zu machen, es war auf beiden Ebenen ein Erfolg: 750 zahlende Zuschauer, viele Sponsoren und gute Kritiken von allen Seiten. „Jetzt versuchen wir natürlich das Konzept auch in andere Städte zu verkaufen“, kündigte Jörg Rost an.

Der Schwerter Lichtkünstler hatte die Idee. Für die Umsetzung suchte er sich Kulturschaffende aus Schwerte, aber auch aus anderen Städten, wie zum Beispiel Uwe Köhler vom „Theater Titanic“, das eigentlich derzeit von Straßentheaterfestival zu Straßentheaterfestival ziehen würde. Doch Corona stoppte alle Großveranstaltungen, sodass die Theatermacher derzeit eine Menge freie Termine haben. Das Ensemble bestand aus einer Mischung von Profis und Amateuren. Insgesamt wirkten über 150 Personen an dem Programm mit.

46.000 Euro an Fördermitteln eingesammelt

„Für mich war ausschlaggebend, dass die Politik das eingesparte Geld für das Welttheater 2020 nicht für Kultur ausgeben wollte“, so Rost. Also zog er los und sammelte selber Geld. Zu den Fördergebern gehörten Unterstützer des Welttheaters genauso wie neue Sponsoren. Insgesamt 46.000 Euro gab es aus den unterschiedlichsten Töpfen. Von der Volksbank und den Stadtwerken, die ja auch Förderer des Welttheaters sind bis zur Dörken-Stiftung, die sonst eher Projekte aus dem Bereich der klassischen Musik fördert.

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Hinzu kamen die Einnahmen für die Tickets. 25 Euro zahlten die Besucher, die in Gruppen geführt um den Block gingen, um an den einzelnen Stationen Sänger, Tänzer oder Schauspieler zu sehen. „Wichtig war auch, dass in dieser Zeit die professionellen Künstler und Techniker bezahlt werden“, so Simon Bronikowski vom Theater Studio 7.

Fortsetzung ist fest eingeplant

Fest steht, dass es mit der „Runde um den Block“ weiter gehen soll. Zum einen mit einzelnen Projekten, wie zum Beispiel einem Chorabend auf dem Platz hinter der Volksbank, zum anderen aber als gesamtes Konzept. Dafür verhandelt man bereits mit Sponsoren. Das wird vermutlich schwieriger, wenn Großveranstaltungen wieder erlaubt sind und man sich die Etats teilen muss.

Andererseits: „Die Veranstaltung tut dem Schwerter Kulturleben gut“, sagt Holger Ehrich vom Kulturbüro. Zumindest dann, wenn man sie zeitlich vom Welttheater trennt. Ein mögliche Konzept: Vor den großen Ferien findet die Runde um den Block statt, nach den Ferien traditionell das Welttheater.

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„Wir haben bereits erste Verhandlungen mit den Sponsoren aufgenommen“, sagt Jörg Rost. Und er könne sich vorstellen, dass die nächste Runde um einen ganz anderen Block in Schwerte gehen könnte.

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