Was in der Disko „Papillon“ in der Schwerter Innenstadt vor 100 Jahren abging

dzGastronomie in Schwerte

Aus der Diskotheken-Ära im Gründerzeithaus Hagener Straße 14 sind bislang keine Fotos bekannt. Aber Marco Gosewinkel fand heraus, wie es dort kurz nach dem Ersten Weltkrieg aussah.

Schwerte

, 24.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nackte Wände, die Decken frei bis zu den Lüftungskanälen. Nur die Bogenfenster zum City-Centrum geben noch eine Ahnung von dem „Schmuckkästchen“, von dem die Schwerter Zeitung Ende 1921 schwärmte. Nachdem die frühere Discothek „Papillon“ zu einer schummrigen Shisha-Bar heruntergekommen war, wird sie derzeit wieder herausgeputzt für eine Pralinen-Manufaktur.

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Aus der Ära des „Papillon“ sind bislang leider keine Fotos bekannt, aber fast 100 Jahr zurück in den Räumen an der Hagener Straße 14 abging, konnte Heimatforscher Marco Gosewinkel recherchieren. In der Schwerter Zeitung vom 23. Dezember 1921 entdeckte er eine Ankündigung für den Start des Cafés Astoria, für das der Wirt Heinrich Keppmann den Saal durch „hiesige Handwerker“ vollständig umbauen ließ: „Eingebaute Nischen schaffen im Verein mit bequemen Möbeln, blühenden Pflanzen und stimmungsvoller Beleuchtung einen Raum, in dem sich jeder Gast wohlfühlen wird.“ Dort servierte die „vornehme Bedienung“ Weine und Liköre, Kaffee und Schokolade, Kakao und Torten. Für die Eröffnung am ersten Weihnachtstag um 19 Uhr wurde mit einem Künstler-Konzert mit dem „Westfälischen Trio“ aus Hagen geworben. Diese Hauskapelle sollte auch an den folgenden Sonn- und Feiertagen für Unterhaltung sorgen. Natürlich auch bei der Silvester-Feier, für die der Wirt „genussreiche Stunden“ versprach.

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