Was die Klimakrise in Schwerte auslöste: Demos und Notstand

dzJahresrückblick 2019

Niedrigwasser, Hitze und Demonstrationen. Das Klima hatte auch im Jahr 2019 Auswirkungen auf den Alltag in Schwerte. Menschen gingen auf die Straße und der Rat rief den Klimanotstand aus.

Schwerte

, 04.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr 2019 stand ganz im Zeichen der Klimadebatte – auch in Schwerte. In unserem Jahresrückblick fassen wir zusammen, was uns dieses Jahr zum Thema „Klima“ beschäftigt hat.

Rat beschließt Klimanotstand

Anfang diesen Jahres hat die Fridays for Future-Bewegung auch Schwerte erreicht. Seit Februar gibt es die Klimastreiks der Schüler auch in der Ruhrstadt. Am 20. September fand dann eine große Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmern statt. Schüler und erwachsene Unterstützer liefen von der Rohrmeisterei über den Marktplatz und die Brückstraße, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Ein Zeichen wollte auch der Rat der Stadt Schwerte setzen. Der steigende Druck der Schwerter Bürger auf die Politik sorgte bereits im Juli dafür, dass – wie in anderen NRW-Städten auch – der Klimanotstand ausgerufen wurde. Hierzu reichten die Stimmen von SPD und Grünen. Die CDU sah die bisherigen Bestrebungen zum Klimaschutz nicht genug gewürdigt, für die FDP war der Ausruf des Notstandes lediglich „reine Symbolpolitik“.

Was die Klimakrise in Schwerte auslöste: Demos und Notstand

Der Rat der Stadt Schwerte rief im Sommer in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums den Klimanotstand aus. © Reinhard Schmitz

Durch einen Drei-Punkte-Plan wollte der Umweltausschuss diesen Vorwurf anschließend entkräften. Der Plan umfasste die Senkung des Energieverbrauchs von städtischen Gebäuden und Unternehmen sowie eine klimagerechte Verkehrsplanung.

Ruhr mit Niedrigwasser

Die Hitze in Schwerte erreichte im Juni bereits ihren Höhepunkt. Bis zu 36 Grad konnten wir am 25. Juni während unseres Live-Tickers im Stadtgebiet messen. Wir machten uns aber auch auf die Suche nach den kühlsten Orten der Stadt – und wurden fündig.
Nicht nur den Schwertern machten Hitze und Trockenheit zu schaffen. Einige Bäume wurden krank und mussten gefällt werden, so zum Beispiel die Birken vor dem Theater am Fluss. Gleichzeitig konnte in Schwerte aber auch der Bestand von Roteichen gesichert werden. In Schwerte-Ergste wurden Eicheln gesammelt, die bald zu Bäumen in ganz Deutschland heranwachsen.

Die andauernde Trockenheit während des Sommers sorgte schließlich auch dafür, dass die Ruhr Niedrigwasser führte. Der Pegelstand lag Mitte des Jahres bei etwa einem Meter.

Was die Klimakrise in Schwerte auslöste: Demos und Notstand

In diesem Sommer führte die Ruhr wegen der andauernden Trockenheit erneut Niedrigwasser. © Heiko Mühlbauer

Bis in den Herbst hinein blieb der Wasserstand der Ruhr anschließend niedrig, während der Mühlenstang wegen der Regenfälle bereits über die Ufer trat. Als Grund konnten die Talsperren in der Umgebung ausgemacht werden, die nach der langen Trockenperiode wieder aufgefüllt wurden, um die Trinkwasserversorgung der Region sicherzustellen.

Tempolimit für den Klimaschutz

Ein Thema, das in der Klimadebatte emotional diskutiert wird, erreichte in diesem Jahr auch Schwerte: die Diskussion um ein Tempolimit auf Autobahnen. Nachdem ein Bürger eine Online-Petition startete, fand sie bislang über 65.000 Unterstützer in ganz Deutschland.

Im Dezember stellte Bürgermeister Dimitrios Axourgos dann ein Projekt vor, das die Elektromobilität in Schwerte weiter fördern soll. In der Stadt sollen kommendes Jahr 100 neue Ladepunkte für Elektrofahrzeuge entstehen. Elektromobilität stand auch im Bahnverkehr zur Diskussion. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob die Strecke von Schwerte nach Dortmund auch elektrisch betrieben werden kann. Vorstellbar wäre eine Kombination aus Oberleitungs- und Akkubetrieb, da der niedrige Tunnel durch den Schwerter Wald nur sehr kostenintensiv mit Oberleitung nachzurüsten wäre.

Naturschutz oder Klimaschutz?

Wie schwierig es für die Stadt werden kann, Klimaschutzmaßnahmen zu fördern und alle Beteiligten zufrieden zu stellen, zeigte ein Beispiel aus Geisecke. Dort wurde einem Bürger verboten, eine Solaranlage auf dem eigenen Grundstück zu installieren. Als Grund wurde unter anderem der Naturschutz genannt, da das Grundstück in der Nähe der Ruhrauen liegt.

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