Warum Heinrich Böckelühr dann doch einstimmig zum Ehrenbürgermeister von Schwerte wurde

dzAuszeichnung durch Rat

Ehrenbürgermeister-Würde für Heinrich Böckelühr. Im Vorfeld hatte man darüber gestritten. Damit es ein einstimmiges Votum gab, hatten sich einige Ratsherren ein Hintertürchen gesucht.

Schwerte

, 26.09.2019, 13:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

20 Jahre wäre Heinrich Böckelühr in diesem Jahr Bürgermeister von Schwerte. Zumindest dann, wenn er nicht 2017 zur Gemeindeprüfungsanstalt nach Herne gegangen wäre. Das Fast-Jubiläum sei ja auch ein Anlass, aus dem Altbürgermeister einen Ehrenbürgermeister werden zu lassen. Das war eine der Begründungen mit der CDU-Fraktionschef Marco Kordt die Ehrung für Böckelühr im Rat beantragt hatte.

SPD war im Vorfeld gegen die Auszeichnung

Das Thema hatte bereits im Vorfeld Wellen geschlagen. Spätestens, als die SPD per Presseerklärung verkündete, man werde dem Antrag nicht zustimmen.

In der Ratssitzung erfolgte dann doch eine Rolle rückwärts. „Wir hatten uns dazu geäußert und halten den Zeitpunkt für unangemessen“, so SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder. Letztlich wolle man sich aber nicht lange streiten, weil der Rat andere Dinge zu tun hätte.

Dass dies nicht alle Genossen so sahen, konnte man daran ablesen, dass zumindest zwei Ratsmitglieder gemeinsam mit der Fraktion der Linken bereits zu Beginn der Debatte den Saal verließen und erst nach der Abstimmung wieder kehrten.

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Einstimmig für den Titel für Böckelühr

So ergab sich für das Protokoll am Ende ein einstimmiges Votum für die Ehrenbürgerschaft des Altbürgermeisters, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen. „Ich glaube, die sind aufs Klo, ich hole die mal wieder rein“, merkte Maximilian Ziel von den Grünen an, als der Tagesordnungspunkt abgehakt war.

Zuvor hatte Andreas Czichowksi von der WfS deutlich gemacht, was er von der öffentlichen Debatte um die Auszeichnung hielt: „Es gibt einen Unterschied zwischen einer politischen Debatten und einer Ehrung.“ Und auch in der Kommunalpolitik gebe es Momente zum Innehalten bei aller Streitkultur.

Respekt oder respektlos?

Auch die Grünen-Sprecherin Andrea Hosang betonte, dass man nicht immer einer Meinung mit Böckelühr gewesen sei. Letztlich sei sie aber überzeugt, dass er sich mit Haut und Haaren als Bürgermeister für die Stadt eingesetzt habe.

Ähnliches sagte die FDP-Ratsfrau Renate Goeke, die zudem der SPD Respektlosigkeit vorwarf. „Wenn Sie sagen, wir haben Wichtigeres zu tun, dann finde ich, ist das ein Mangel am notwendigen Respekt.“ Ob gewollt oder ungewollt, ließen Goeke wie auch Hosang eine Spitze gegen den Amtsinhaber los, in dem sie deutlich betonten, dass Böckelühr ja in Schwerte geboren sei.

Nach kurzer Debatte wurde dann abgestimmt.

Wann der neue Ehrenbürgermeister ausgezeichnet werden soll, wurde offiziell nicht gesagt. Allerdings peilt man wohl die nächste Ratssitzung an.

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