Warum die Besitzer des Speckbergs in Westhofen keinen Wald wollen

dzBaupläne in Westhofen

Auf dem Speckberg in Westhofen will die Stadt Schwerte einen Wald anpflanzen. Die Eigentümer sperren sich aber dagegen und haben gute Gründe.

Westhofen

, 22.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jahrzehntelang wurde über eine Wohnbebauung auf dem Speckberg in Westhofen diskutiert. Zuletzt hatte der Düsseldorfer Investor Bauwich Projektentwicklung einen Vorstoß unternommen. Die Firma wollte mit sogenannten Wallhäusern den Lärm der nahen Autobahn abfangen und dadurch ein bewohnbares Baugebiet schaffen. Doch die Pläne wurden 2017 endgültig abgelehnt.

Am nördlichen Rand Westhofens sollen stattdessen Ausgleichsflächen geschaffen werden. Hier könne man jene Natur schaffen, die man anderswo für den Wohnungsbau benötigt.

Das ehemalige Bauland gehört fünf Parteien

Jetzt melden sich die Besitzer eines großen Teils der Fläche zu Wort. Denn ab November liegen die Pläne zur Nutzungsänderung vor. Und die sind eigentlich eine 180-Grad-Wendung: Denn aus einer Fläche, die als wertvolles Bauland im Flächennutzungsplan festgeschrieben war, soll nun eine Grünfläche werden.

Jener Teil des Speckbergs, der einst bebaut werden sollte, gehört fünf Parteien. Darunter die Erbengemeinschaft Förster, die mit fast 12.000 Quadratmetern den größten Teil des Areals besitzt. Zweitgrößter Eigentümer mit 8400 Quadratmetern ist die Stadt selbst.

„Die Stadt ist 1995 auf uns zugekommen und hat den Vorschlag gemacht, hier Wohnbebauung entstehen zu lassen“, erzählt Bernd Hahne von der Erbengemeinschaft. Bereits seit 1990 sei die landwirtschaftlich genutzte Fläche nämlich Bauerwartungsland. Immer wieder sei das Grundstück als Bauland im Gespräch gewesen. Die Stadt habe damals die Besitzer bei der Erschließung der ausgewiesenen Flächen unterstützen wollen. Schreiben aus den Jahren 2003, 2004, 2011 und 2012 belegen, dass sich verschiedene Dezernenten und Amtsleiter damit beschäftigten.

Warum die Besitzer des Speckbergs in Westhofen keinen Wald wollen

Westhofener nutzen den Speckberg zur Naherholung. © Reinhard Schmitz

Politik wollte plötzlich keine Bebauung mehr

Doch mittlerweile änderte sich die Zielrichtung der Schwerter Kommunalpolitik. Das Baugebiet galt als zu schwierig zu erschließen und zu lärmbelastet. Auch Nachbarn hatten sich gegen die Baupläne gewandt.

Bei der Diskussion sei dann Vieles durcheinander geraten, so die Erbengemeinschaft. Zum Beispiel die Diskussion über mutmaßliche Altlasten. Die befänden sich nicht auf den bebaubarem Teil des Grundstücks, das sei auch durch ein Bodengutachten belegbar. Der Speckberg selbst besteht aus drei Teilen: dem Bauerwartungsland, das derzeit Ackerfläche ist, einem landschaftgeschützten Gebiet und einem Naturschutzgebiet.

Nun soll nach dem Willen der Stadt auch die Ackerfläche in einen Wald umgewandelt werden. Doch das sehen die Erben nicht ein. Das Grundstück soll Ackerfläche bleiben oder für das Aufstellen von Solaranlage genutzt werden, fordern sie. Auf keinen Fall wollen sie die Fläche verkaufen.

Die Stadt habe auch bislang keine Verhandlungen mit ihnen dazu aufgenommen.

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