Warum der Beginn des Ausbaus der B236 in Schwerte erneut verschoben wird

dzB236 in Schwerte

Erneut hat die Deges den Baubeginn für den Ausbau der B236 vom Tunnel in Berghofen bis nach Schwerte verschoben. Die Begründung dafür und wann gebaut werden soll, gab es erst auf Anfrage.

Schwerte

, 09.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die Internetseiten der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH - kurz Deges - durchstöbert, findet einen Zeitplan für den Ausbau der B236. Demnach wird seit diesem Sommer bereits kräftig am Ausbau der Straße gearbeitet.

Dass dies nicht so ist, kann jeder Pendler, der sich bei Tempo 30 über den Freischütz quält erkennen. Die Deges hatte die Pläne auf Herbst 2019 korrigiert. Noch vor vier Wochen hatte man ausdrücklich betont, Baubeginn sei im November.

Baubeginn erst Anfang 2020

Das ist so nicht zu halten. Auf Anfrage erklärte das Unternehmen am Donnerstag: Man wolle erst zu Beginn des neuen Jahres mit den Ausbauarbeiten anfangen. Auf die Frage warum, gab es eine schriftliche Antwort der Pressestelle der Deges in Berlin: „Es hat sich zwischenzeitlich gezeigt, dass in der Ausschreibung der Bauleistungen noch kleinere Anpassungen vorzunehmen waren. Dies ist bei komplexen Bauvorhaben durchaus gelegentlich der Fall, war aber zum Zeitpunkt der letzten Anfrage noch nicht absehbar. Insofern war unsere Einschätzung im Juni tatsächlich etwas zu optimistisch. Allerdings versehen wir Terminprognosen aus Gründen wie diesen regelmäßig mit dem Vorbehalt „voraussichtlich“ oder Ähnlichem.“

Umleitungen müssen noch Behörden vorgelegt werden

Eigentlich hatten sich die Planer der Deges und ihre Kollegen von Stadt und Land am Mittwoch getroffen, um die Umleitungen für den Ausbau festzulegen. Nach Auskunft von Deges-Sprecher Lutz Günther konnte man sich zwar einigen. Der Umleitungsplan müsse aber noch schriftlich den beteiligten Stellen vorgelegt werden.

Dann werde man Details preisgeben. Von denen sind allerdings schon einige bekannt, weil man die ersten Entwürfe bereits in den politischen Gremien vorgestellt hatte.

Planung ist über 13 Jahre alt

Seit 13 Jahren plant das Land am Ausbau der Bundesstraße bis zur Autobahn. Nach ersten Plänen wollte man bereits im Anschluss an die Eröffnung des Tunnels in Berghofen im Juni 2008 die Trasse bis zum Autobahnanschluss weiterbauen. Doch berechtigte Einwände stoppten die Planung.

Unter anderem hatte man einen Bach im Planungsgebiet übersehen. Als dann die Pläne überarbeitet waren, hatten sich die Verkehrsprognosen geändert. Man musste am Lärmschutz nachbessern. Zu Beginn des Jahres 2017 war das Planfeststellungsverfahren dann abgeschlossen. Damals glaubte man noch im Frühjahr 2018 mit dem Bau beginnen zu können.

Gasleitungen, die unter dem Asphalt an der Kreuzung Heidestraße lagen und der Streit mit einem Unternehmen, dass eigentlich die Fußgängerbrücke am Freischütz bauen sollte, verzögerten den Baubeginn. Die Ausschreibungen für die einzelnen Arbeiten gingen erst in diesem Sommer raus.

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