Wandhofener bastelt seine eigene Miniatur-Kirmes

Hobby-Bastler

Blink, blink, wohin man schaut. Nicht nur Kinderaugen beginnen beim Anblick der Kirmesmodelle von Gerhard Dullmer zu leuchten. Mit seinem Miniatur-Jahrmarkt hat sich der 74-Jährige Wandhofener wahrlich einen Kindheitstraum erfüllt.

WANDHOFEN

, 27.12.2016, 05:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Hobby-Künstler Gerhard Dullmer hat sich seine ganz eigene Kirmes erschaffen: im Miniatur-Format bei sich daheim. Wir haben ihn besucht und uns den leuchtenden Jahrmarkt mal näher angeschaut.

Der Hobby-Künstler Gerhard Dullmer hat sich seine ganz eigene Kirmes erschaffen: im Miniatur-Format bei sich daheim. Wir haben ihn besucht und uns den leuchtenden Jahrmarkt mal näher angeschaut.

Seine aufwendigen Modelle hat er extra für unsere Besuch in seiner Wandhofener Wohnung aufgebaut. Eigentlich hatte er sie nach einer Ausstellung im Gemeindezentrum in Ergste bereits wieder sorgfältig in Kartons verstaut. Doch als sich die Zeitung ankündigte, zögerte er nicht lange, kramte alle wieder hervor und arrangierte den Jahrmarkt liebevoll auf einer großen Tischplatte im Wohnzimmer. „Zwei Tage habe ich dafür gebraucht“, sagt der Rentner bescheiden lächelnd, während sein Blick über die kleine bunte Glitzerwelt schweift.

Bastelpapier, Strohhalme und farbenprächtige Dekoration

Seit 15 Jahren werkelt der gebürtige Ergster in seinem Bastelkeller an seiner ganz privaten Kirmes mit 13 Buden und Fahrgeschäften. Das Handwerken fällt Gerhard Dullmer leicht, er war früher als Arbeiter in einer Schreinerei tätig: „Ich bin heute gut ausgestattet, habe eine Pendelsäge, eine Bohrmaschine, alles was ich brauche.“ Die Baustoffe, die der Hobby-Bastler verwendet, sind dagegen eher gewöhnlich. Neben Holzplatten gehören da vor allem Strohhalme, Pfeifenputzer und alle möglichen Sorten von Bastelpapier dazu. Als farbenprächtige Dekoration verklebt er außerdem allerlei kleine Motiv-Aufkleber.

Die Petersburger Schlittenfahrt war das erste Modell, das Gerhard Dullmer fertig stellte. 14 kleine Gondeln drehen dort Runde um Runde auf dem Rondell, angetrieben von einem elektrischen Motor. Playmobil-Ritter und -Pirat genießen die wilde Fahrt in lustiger Runde mit Lego-Figuren.

Autoscooter sorgt für Action

Am besten gefällt Gerhard Dullmer jedoch sein Autoscooter. „Da ist einfach viel los“, schwärmt der Rentner verzückt. Für die Action sorgen zwei batteriebetrieben Scooter, die Gerhard Dullmer mal aus einem Urlaub in Spanien mitgebracht hat. Sie drehen sich hin und her und titschen mit ihren Stoßstangen von der Schaumstoffumrandung ab.

Schon als Kind verbrachte Gerhard Dullmer die meiste Zeit beim Autoscooter. „Später, als ich selber einen Führerschein hatte und Auto fahren konnte, fand ich das aber nicht mehr ganz so spannend“, räumt er ein. Dann wurde er Stammgast an den Losbuden.

„Für 20 Pfennig Einsatz hatte ich oft freie Auswahl“, erinnert er sich. Er griff dann meist nach einem Frühstückskorb mit Spekulatius, Würstchen und Plätzchen. Noch immer zieht es den Rentner im Sommer Jahr für Jahr zu den großen Kirmesfesten in Herne-Crange oder in den Düsseldorfer Rheinwiesen.

Bescheidener Stolz und stille Verlegenheit

Gerhard Dullmer hat das kleine Kirmes-Wunderland nicht nur für sich allein gebaut. Sechs Mal hat er sie schon bei Ausstellungen in Schwerte gezeigt, zuletzt beim Kunsthandwerkermarkt im katholischen Gemeindehaus in Ergste. „Die Kinder haben sich besonders gefreut, die wollten natürlich alles anfassen“, sagt er. Manche Besucher seien aber auch achtlos daran vorbeigegangen. „Doch andere haben mir gesagt, das hätten sie mir gar nicht zugetraut“, erzählt er. Dabei blitzen bescheidener Stolz und stille Verlegenheit in seinen Augen auf. Einer habe ihm sogar 90 Euro für ein Modell geboten. Doch er will nicht verkaufen. Viel zu sehr hängt sein Herz daran.

Das nächste Prachtstück für die Kirmes ist bereits in Arbeit: Eine riesengroße Geisterbahn. Drei Meter lang soll sie werden. „Aber da muss ich noch ein bisschen tüfteln, da klappt noch nicht alles.“  

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