Immobilien

Vonovia und Deutsche Wohnen: Was bedeutet die Fusion für Mieter?

Schätzungsweise mehr als 3200 Menschen im Kreis Unna wohnen in einer Immobilie, die Vonovia gehört. Die anstehende Fusion des Dax-Konzerns mit Deutsche Wohnen wirft Fragen auf.
Mieterbüro vor einer Vonovia-Siedlung am Nordring in Kamen. Das Unternehmen besitzt Wohnungen in vier Städten und Gemeinden im Kreis Unna. © Stefan Milk

Ein neuer Riese auf dem Wohnungsmarkt mit 500.000 Wohnungen entsteht: Der Immobilien-Konzern Vonovia, der die Übernahme des Branchenzweiten Deutsche Wohnen plant, besitzt im Kreis Unna eine vierstellige Zahl von Wohnungen. Für Mieter stellt sich nun die Frage, was die Fusion für sie bringt.

Wie viele Wohnungen besitzen Vonovia und Deutsche Wohnen?

Kamen ist mit 630 Wohnungen der größte Vonovia-Standort im Kreis Unna. Zudem bewirtschaftet das Unternehmen nach eigenen Angaben Wohnungen in drei weiteren Städten und Gemeinden: 564 in Schwerte, 239 in Werne und 169 in Bönen. Das sind zusammen insgesamt 1602 Wohnungen. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von rund zwei Personen in NRW sind dort über 3200 Menschen zu Hause.

In anderen Orten hat sich Vonovia von seinem Bestand getrennt. In Unna bekamen etliche Mieter im vorigen Jahr Post, weil der Eigentümer wechselte. Vonovia veräußerte alle 125 Wohnungen in der Kreisstadt. In Bergkamen hatte sich die ehemalige Deutsche Annington schon 2016 komplett aus der Stadt verabschiedet.

Der Wohnungsbestand der Deutsche Wohnen SE, die von Vonovia übernommen wird, ist auf wenige Ballungsräume verteilt, zu denen der Kreis Unna nicht gehört. Die allermeisten Wohnungen befinden sich in Berlin.

Wie sieht es auf dem Wohnungsmarkt aus?

Eine freie Wohnung zu finden, das ist für Interessenten derzeit schwierig. Das Angebot ist knapp, eine Immobiliensuche auf der Vonovia-Internetseite ergibt nur sieben Treffer, darunter eine 54 Quadratmeter große Wohnung am Werdelsgraben in Kamen für 381 Euro Kaltmiete und eine 65 Quadratmeter große Wohnung am Ortsstück in Schwerte für 339 Euro Kaltmiete. In Werne und Bönen endet die Suche ohne Treffer.

Sind Modernisierungen geplant?

Vonovia hat in den vergangenen Jahren etliche Objekte modernisiert. So wurden in Kamen beispielsweise zahlreiche Häuser an der Bogenstraße wärmegedämmt und mit neuen Fenstern und Balkonen ausgestattet. Nicht bei allen Mietern sorgte das für Freude, weil damit Mieterhöhungen verbunden waren. Einige Mieter starteten 2017 sogar eine Unterschriftenaktion gegen Mieterhöhungen.

Aktuell seien keine Modernisierungen geplant, heißt es in der Vonovia-Zentrale in Bochum. Kritik an Mietsteigerungen infolge von Modernisierungen begegnet Vonovia damit, dass die Modernisierungsumlage über die gesetzlichen Vorgaben hinaus auf maximal zwei Euro pro Quadratmeter ergänzt wird. In der Corona-Pandemie hat Vonovia eine Wohngarantie ausgesprochen, Deutsche Wohnen einen Corona-Hilfsfonds aufgelegt.

Drohen jetzt Mieterhöhungen?

Kritiker befürchten durch die Fusion eine marktbeherrschende Stellung, was zu Mietsteigerungen führen könnte. Für Vonovia-Mieter im Kreis Unna hat die Fusion keine unmittelbaren Auswirkungen. Eine Begrenzung regulärer Mieterhöhungen gilt nur für Berliner Bestände, für die der sogenannte Mietendeckel nach einem Gerichtsurteil aufgehoben ist.

Das Unternehmen tritt Bedenken entgegen. Die Mieter würden durch den Zusammenschluss aus unterschiedlichsten Gründen profitieren. „Beide Unternehmen investieren bereits in erheblichem Umfang in energieeffiziente Modernisierung, in altersgerechten Umbau und den Neubau bezahlbarer Wohnungen“, erklärte Sprecherin Bettina Benner.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.