Christiane Ranke-Dornbracht von Kotte am Markt entschied sich für eine Lösung mit einem gültigen Corona-Schnelltest. © Heiko Mühlbauer
Mit und ohne Test

Verwirrung beim Einkaufen in Schwerte mal mit, mal ohne Test: Click und was?

So langsam blickt wirklich niemand mehr bei den Corona-Regeln durch. In Schwerte gab es am Montag noch drei verschiedene Möglichkeiten einzukaufen, wie ein Bummel durch die City beweist.

Im Kreis Unna ist die Inzidenzzahl nun auch an drei Tagen in Folge über 100. Was das für die Geschäfte bedeutet? Am Montag wusste das in Schwerte niemand so ganz genau. Ein Bummel durch die Fußgängerzone bewies: Alles ist möglich.

Los geht es bei Kotte am Markt. Dort steht Chefin Christiane Ranke-Dornbracht im Laden hinter einer großen Plexiglasscheibe. Eine Kundin holt gerade ein bestelltes Geschenk ab. Wer an der improvisierten Eingangstheke vorbei in das Geschäft will, muss allerdings einen aktuellen Coronatest vorlegen.

Bei Tedi kommt man per Anmeldebogen rein

Schon ein paar Meter weiter, beim Schnäppchenanbieter Tedi, reicht eine normale Anmeldung zur Kontaktverfolgung. Und bei Kodi auf der anderen Straßenseite kommt man weiterhin ohne Anmeldung ins Ladenlokal.

Drei Geschäfte hat Christiane Ranke-Dornbracht, in Schwerte, in Iserlohn und in Dortmund. Und überall sind die Regeln anders. In Iserlohn gilt die Notbremse: Hier dürfen die Kunden nur noch ihre bestellten Waren abholen, in Dortmund gilt seit Montag die Verpflichtung, einen Coronaschnelltest vorzulegen. Und in Schwerte? Der Einzelhandelsverband habe zu den Schnelltests geraten, sagt die Geschäftsfrau. Und so habe man es dann umgesetzt.

Die Kunden sind verunsichert

Viele Kunden hätten in den vergangenen Tagen angerufen, weil sie verunsichert sind. Dabei habe sie 680 Quadratmeter Verkaufsfläche: „Da könnten zehn Leute rein. Und wir haben auch ein ausgearbeitetes Hygienekonzept“, betont sie.

Was sie besonders ärgert, ist die Tatsache, wie unterschiedlich die Geschäfte behandelt werden. Denn gegenüber bei Kodi gibt es ebenfalls überwiegend Haushaltswaren. Wenn auch in einem anderen Preissegment. Dort kann aber nach wie vor jeder Kunde rein und sich ohne große Vorbereitung Topf oder Pfanne kaufen. Der Grund dafür: Bei Kodi gibt es eben auch Hygienepapiere, Körperpflegeprodukte, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Lebensmittel und Getränke bis hin zu Hörgerätebatterien und Lesehilfen und das zählt zu den Dingen des täglichen Bedarfs.

Am frühen Nachmittag meldete sich der Einzelhandelsverband bei Christiane Ranke-Dornbracht mit der Botschaft. Trotz der hohen Inzidenzwerte gelte im Kreis weder die Notbremse noch die Testpflicht. „Wir werden also ab morgen (Dienstag) wieder normales Click and Meet anbieten“, sagte sie.

Der Kreis ist für die Regelung zuständig

Bei Tedi, wenige Meter weiter, dann das dritte System: Hier steht ein Mitarbeiter am Eingang und kontrolliert: Entweder man hat bereits einen Termin und darf dann in das Schnäppchenparadies oder man trägt sich hier in die ausliegenden Listen ein. „Ich habe am Samstagabend von der Bezirksleitung die Order bekommen, weiterhin Click und Meet zu machen“, sagt der Mann am Schalter.

Auf Anfrage, was denn nun in Schwerte gilt, verweist Stadtsprecher Ingo Rous an die Kreisverwaltung. Als kreisangehörige Stadt gelte für Schwerte die Regelung, die man im Kreishaus trifft.

Ab Mittwoch oder Donnerstag kommt Testpflicht

Dort kündigte man für den späten Nachmittag eine neue Allgemeinverfügung an: Denn die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun am dritten Tag in Folge über 100. Und damit gilt, auch in Schwerte geht bald nichts mehr ohne einen negativen Test. Wann das allerdings greift, müsse noch mit dem Land abgeklärt werden. Mittwoch oder Donnerstag gebe es eine neue Regelung, kündigte Landrat Mario Löhr an.

Ach ja, wer am Montagmittag noch spontan einen Schnelltest brauchte, kam bei der Teststelle am Markt ohne lange Wartezeiten dran. Ob das aber für den einkaufsstarken Samstag so gilt, sei dahingestellt.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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