Malex (blond) und Kiwah sind schon wieder "voll im Training". Sie üben gern kleine Kunststücke. © Martina Niehaus
Mit Video

Verein „High Five“ freut sich: Hundebesuche starten bald wieder

Über ein Jahr lang konnten sie nur einzeln Gassi gehen. Ihre Besitzer haben virtuell Kontakt gehalten. Bald können Bono und Malex, Kiwah und die anderen Vierbeiner wieder Menschen besuchen.

Malex und Kiwah haben die schönsten Haarspangen von allen (obwohl Malex ein Rüde ist), die freche Lena klaut Bono gern den Lieblingsball – und Sven, der Clown, übt mit Frauchen am liebsten den Handschlag. Den High Five.

Alle Hunde dieser bunt gemischten Truppe gehören zum Hundeverein „High Five – Hunde für Menschen e.V.“ Die Mitglieder freuen sich, dass es jetzt mit den Lockerungen endlich bald wieder los gehen kann, nach einer langen Corona-Pause.

Besuche in Seniorenheimen und Krankenzimmern

„Seit März 2020 war praktisch alles auf Null reduziert“, erzählt die Vorsitzende Heidrun Weiser. Gemeinsam mit Heike Kirsch und Petra Pliquet erinnert sie sich an das Vereinsleben, das wegen Corona plötzlich stillstand. Das war nicht nur für die 72 Vereinsmitglieder schwer – sondern auch für die Menschen, die vorher regelmäßig Besuch von den Vierbeinern bekommen hatten.

Pause im Schatten: Heidrun Weiser, Heike Kirsch und Petra Pliquet (v.l.) von Hundeverein
Pause im Schatten: Heidrun Weiser, Heike Kirsch und Petra Pliquet (v.l.) von Hundeverein “High Five” in Schwerte sind froh, dass das Programm bald wieder starten kann. © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Denn High Five ist keine Hundeschule, sondern vor allem ein sozialer Verein. Die Besitzer und ihre Tiere besuchen Schulen, Seniorenheime, Kindergärten, Krankenzimmer oder Einrichtungen für Menschen mit Handicap. „Der soziale Fokus ist für uns sehr wichtig“, sagt Heidrun Weiser.

„Hundepost“ und Videoschulungen

Inmitten der Pandemie mussten sich die Mitglieder deshalb etwas einfallen lassen, um weiter Kontakt zu ihren Menschen zu halten. Das gelang vor allem mit Hilfe der sozialen Netzwerke. „Wir haben viel virtuell gemacht“, erzählt die Vorsitzende. Mit der „Hundepost“ kamen Bilder der Vierbeiner in die Einrichtungen, auf Facebook gab es kleine Wettbewerbe und sogar Mini-Schulungen für andere Hundebesitzer.

Denn auch Hunde haben in Corona-Zeiten ohne sozialen Kontakt zu anderen Tieren Langeweile. Heike Kirsch hatte das im Lockdown selbst bei ihrer Hündin Lena festgestellt. „Sie brachte mir immer wieder Spielzeug an. Das hatte sie vorher nur selten gemacht.“ Heidrun Weiser ergänzt: „Wir haben uns dann Spiele ausgedacht, die man mit dem Hund allein spielen kann – notfalls auch in der Wohnung.“

Päckchen packen oder Suchspiele veranstalten

So könne man seinem Tier ein Paket packen, das es auspacken darf – bis am Ende das Leckerchen zum Vorschein kommt. Oder man versteckt die Belohnung (ein Spielzeug oder Futter), und der Hund muss suchen. Manche Hunde merken sich bei solchen Suchspielen sogar den Namen des Spielzeugs, das sie suchen sollen.

Videos mit solchen Spielen teilten die High-Five-Mitglieder dann bei Facebook.

Auch als eine Bekannte in Quarantäne musste, half man sich: „Einige von uns haben sich abgewechselt und sind mit dem Hund Gassi gegangen“, erzählt Heidrun Weiser.

Ferienaktionen für Kinder sind angedacht

Mittlerweile haben wieder erste Spaziergänge stattgefunden. „Das ist echt ein Erlebnis, die Leute mal wiederzusehen“, freut sich Heike Kirsch.

Nicht mehr lange, dann könnten auch die ersten Besuche wieder starten. Das Ordnungsamt habe grünes Licht gegeben. Die ganze Zeit haben die High-Five-Mitglieder Kontakt zu den Einrichtungen gehalten. Bald werden die ersten Termine ausgemacht. „Unsere Teams sind hochmotiviert, die freuen sich richtig“, sagt Heidrun Weiser.

Keine Sorge - das ist nur Bonos freundliches Lächeln...
Keine Sorge – das ist nur Bonos freundliches Lächeln… © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Und im Sommer soll es auch wieder ein Ferienangebot für Kinder und Jugendliche geben. „Die Kinder absolvieren mit dem Hund einen kleinen Parcours. Sie lernen das Tier kennen. Besonders für Kinder, die manchmal Probleme haben – zum Beispiel bei ADHS – ist das Zusammensein mit dem Hund ein tolles Erlebnis“, erklärt Petra Pliquet, die diese Kurse betreut. Die Voraussetzung ist, dass die Corona-Inzidenz so niedrig bleibt. Darauf hoffen jetzt alle.

Ausbildung für Besuchshunde

  • Im Verein „High Five“ finden auch Kurse statt, in denen man seinen Hund zum Besuchshund ausbildet.
  • So ist es wichtig, dass die Hunde Rollatoren, Rollstühle oder Krücken kennenlernen.
  • Auch wenn Menschen mit Handicap sich ungewohnt bewegen, ist das eine Erfahrung, die für viele Hunde erstmal ungewohnt ist.
  • Weitere Infos über die Aktionen und Angebote des Vereins gibt es auf der Homepage.
Über die Autorin
Redakteurin
Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
Zur Autorenseite
Martina Niehaus

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.