Verborgene Mülldeponie: Liegt unter dem Speckberg in Westhofen Gift?

dzStreit im Rat

Unterm Speckberg in Westhofen liegt eine Mülldeponie. Das ist bekannt. Ob man die Kippe sanieren muss, hingen nicht. Dass die Stadt jetzt das Gelände kaufen will, ärgert die Opposition.

Westhofen

, 22.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Speckberg in Westhofen liegt seit einiger Zeit wieder mehr oder weniger beschaulich, mit viel Landschaft und nahe an der Autobahn. Stadtweit bekannt wurde das Areal 2017: Als ein Investor dort eine Siedlung mit sogenannten Wallhäusern bauen wollte, war der Ortsteil in Aufregung. Es gab Befürworter der neuen Siedlung, aber noch mehr Westhofener, die sie ablehnten.

Im Mai 2017 beschloss der Rat, die Pläne abzulehnen. Im November 2018 dann, dass hier künftig eine Ausgleichsfläche entstehen soll. Das heißt, hier wolle man Bäume pflanzen, wenn anderswo Flächen zugebaut werden.

Altlasten lauern unter der Oberfläche

Doch jetzt kehrte der Speckberg auf einem anderen Weg auf die politische Tagesordnung zurück. Während es oben auf dem Areal wie in einem Landschaftsschutzgebiet aussieht, lauern unter der Oberfläche Altlasten.

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Davon ist der Kreis als Umweltbehörde überzeugt. „Der Speckberg diente wie viele Areale dieser Art in den 50er Jahren als Hausmülldeponie für die Stadt Westhofen“, weiß Stadtplaner Adrian Mork aus den Unterlagen. Das Problem haben viele Kommunen, denn das Umweltbewusstsein war in dieser Zeit wenig ausgeprägt. Deshalb weiß auch niemand, was genau unter der Oberfläche liegt.

Gelände gehört einer Erbengemeinschaft

Nun gehört das Gelände derzeit einer Erbengemeinschaft. Von der wollte es die Stadt kaufen und hätte es wohl auch schon längst erworben, wenn nicht das Rechnungsprüfungsamt in Unna die Kaufabsichten angemahnt hätte. Denn der Kaufpreis für das Grundstück sollte deutlich unter 100.000 Euro liegen. Das ist die Summe, ab der die Verwaltung den Rat einstellen muss.

Die Opposition rannte Sturm. „Das ist ein unabschätzbares finanzielles Risiko“, so CDU-Fraktionschef Marco Kordt. Und die Grünen formulierten einen Fragenkatalog zu Art und Ausmaß der Deponie an die Verwaltung. Eine Antwort gab es darauf bislang noch nicht. „Das geht nicht so einfach, man müsse da tiefer ins Detail gehen“, erklärte Bürgermeister Dimitrios Axourgos bei der Ratssitzung in der vergangenen Woche.

Umweltbehörde des Kreises wird eingeschaltet

Die CDU will sich damit nicht zufrieden geben. Sie kündigte an, die untere Umweltbehörde des Kreises einzuschalten. Auf die Frage, warum man das Grundstück, das angeblich bis jetzt gepachtet wurde, nun von der Erbengemeinschaft kaufen wolle, gab es von der Stadt keine Antwort. „Wir geben grundsätzlich keine Auskunft zu Grundstücksgeschäften“, so Stadtsprecher Ingo Rous.

Der Speckberg ruht derweil in Frieden. Denn das traditionelle Osterfeuer der Westhofener Feuerwehr, das dort stets stattfand, wurde wegen des großen Arbeitsaufwandes für die ehrenamtlichen Brandbekämpfer eingestellt.

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