Unwetter-Sonderschicht am Wertstoffhof: Schwerer Gang zum Container

SCHWERTE Drei Tage nach dem Rekordunwetter nutzten am Dienstag viele Schwerter die verlängerten Öffnungszeiten, um ihren beschädigten Hausrat abzuladen - und manchen Frust.

von von Felix Guth

, 29.07.2008, 19:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Baggerschaufel hatte so viel zu tun wie selten.

Die Baggerschaufel hatte so viel zu tun wie selten.

Und trotzdem: Hier trennt sich so mancher von Sachen, die bis vergangenen Samstag noch einen Wert besaßen. „Einmal Hochwassermüll“, seufzt eine Frau hinter dem Steuer eines Kombi und zeigt auf den Kofferraum. Teppiche, ein paar kaputte Möbel, diverse Kleinteile, alles mit Schlamm überzogen. Vor dem Gang zu dem großen Abfallcontainer noch ein kurzer Blick auf den ehemals „guten“ Teppich. Es hilft ja nichts - die Sachen müssen weg, auch wenn es sichtlich weh tut. Wenig später ist von dem einstigen Keller-Mobiliar nichts mehr übrig: Ein Mitarbeiter des Wertstoffhofes schafft mit einem Schaufel-Bagger auf rustikale Art Platz in dem orangenen Container. Horst Sornberger hat den ganzen Kofferraum voller Schutt und Äste, obenauf ein völlig verdreckter Zelt-Pavillon. „Den haben wir immer für unsere Sommerfeste aufgestellt“, sagt Sornberger Kleingärtner von der Ruhraue mit ein wenig Wehmut in der Stimme. „Aber zum Glück ist nichts Wertvolles dabei.“

Irgendein Faulpelz hat ihm einen schmierigen Autoreifen in den Garten gelegt, den er auf dem Wertstoffhof loswerden möchte. „Das kostet eigentlich 2,50 Euro“, sagt Michael Schillings. Aber „weil Hochwasser ist“, gibt‘s die Entsorgung des Gummi-Mülls umsonst. Die Leute sind schon geschädigt genug“, meint er. Kurz nach Mittag geht gar nichts mehr. Kleine Transporter und PKW mit Anhänger verstopfen den Hof. „Pause“, ruft einer der Mitarbeiter den wartenden Autofahrern zu und erntet dafür genervte Blicke. Bis 15 Uhr statt wie sonst bis 12 Uhr dauert die Schicht für Michael Schillings und seine Kollegen. Angesichts des Andrangs, ist das bitter nötig. „Es ist mehr los als an normalen Tagen“, sagt Schillings. Und der gewöhnliche Betrieb ruht keineswegs. Zwischen den Wasserschäden landen wie an jedem anderen Tag auch Sperrmüll, Gartenreste und Elektroschrott in den Containern. Am Mittwoch, 30. Juli, ist der Wertstoffhof von 10 bis 16 Uhr, am Donnerstag, 31. Juli, von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Lesen Sie jetzt