Beim Gartencenter Augsburg an der Hörder Straße ist man nun dabei, die notwenigen Maßnahmen zu organisieren. © Reinhard Schmitz
Wirrwarr nach Gerichtsentscheidung

Turbulenter Tag im Schwerter Einzelhandel – Augsburg reagiert auf strengere Regeln

Erst öffnen ohne Einschränkungen, dann doch wieder nur mit Termin. Für Buchhändler, Gartencenter und Schreibwarengeschäfte in Schwerte endete der Montag mit strengeren Regeln.

Die Nachricht vom Oberverwaltungsgericht Münster hätte am Montagmorgen (22.3.) ein Grund zur Freude für den Einzelhandel sein können. Das Gericht kippte die Regelungen zur Begrenzung der Kundenanzahl und zu den Terminbuchungen. Die Begründung: „Die Beschränkungen verstießen in ihrer derzeitigen Ausgestaltung gegen den verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz.“

Denn Buchhandlungen, Gartenmärkte und Schreibwarengeschäfte durften mehr Kunden gleichzeitig einlassen und niemand brauchte einen Termin, für den restlichen Einzelhandel galt: Shoppen nur nach vorheriger Terminvereinbarung und nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter.

Montagmittag, 13 Uhr

Die Entscheidung erlaubte am Montagmittag zunächst das freie und spontane Einkaufen in der Innenstadt. Größere Ketten reagierten auch prompt. So durften Kunden beispielsweise bei Deichmann in Schwerte schon ohne Termin und auch ohne Eintragung in eine Liste einkaufen gehen.

Und auch bei C&A an der Hüsingstraße gab es keine Einlasskontrolle mehr. Auch wenn das bei dem ein oder anderen Kunden für Irritationen sorgte. „Darf man denn jetzt einfach so reingehen?“, fragte eine Frau, die sich zögerlich dem Eingang näherte. Andere Kunden hatten offensichtlich schon von der Aufhebung der Regelungen gehört und gingen zielgerichtet in die Läden. Insgesamt war auf den Straßen der Schwerter Innenstadt allerdings nicht viel mehr los als sonst in diesen Zeiten.

Nicht überall ohne Termin

Doch nicht überall ging es am Montag ohne Termin. Vor allem der kleinere Einzelhandel reagierte sehr zurückhaltend. So gab es bei Kettler Geschenke und Schmuck weiterhin nur Shoppen mit Termin, wobei eine Terminvereinbarung auch an der Ladentür möglich sei, so Inhaber Joachim Kockelke. Bei vielen kleineren Einzelhändlern stand trotz der kurzzeitigen Lockerungen weiter der Tisch zur Anmeldung im Eingang. Und auch bei Bijou Brigitte musste man noch die Liste zur Kontaktverfolgung ausfüllen.

Joachim Kockelke und auch Peter Rienhöfer, Vorsitzender der Schwerter Werbegemeinschaft, richteten ihre Blicke am Montag eher in Richtung Bund-Länder-Gespräche. „Entscheidend ist ja, was auf der Bund-Länder-Konferenz entschieden wird. Wenn wir mit Click&Meet weitermachen dürfen, sind wir heilfroh“, so Kockelke. Rienhöfer verwies auf die Dynamik der Lage. „Das ist der Stand 11 Uhr. Aber es kommt ja auch noch ein Stand 17 Uhr oder auch 20 Uhr.“ Er sollte recht behalten.

Montagmittag, 14 Uhr

Denn die Rolle rückwärts ließ nicht lange auf sich warten. Das Land NRW reagierte auf den Gerichtsbeschluss mit einer angepassten Coronaschutzverordnung.

„Da das Oberverwaltungsgericht eine unzulässige Ungleichbehandlung darin gesehen hat, dass Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen und Gartenmärkte ab dem 8. März ohne diese Beschränkungen öffnen durften, gelten die Pflicht zur Terminvereinbarung und die 40qm-Begrenzung mit der jetzt geänderten Verordnung auch für diese Geschäfte“, hieß es in einer Pressemitteilung des Landes. Denn das Gericht habe grundsätzlich die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen bestätigt.

Augsburg: „Es ist jetzt, wie es ist“

Beim Gartencenter Augsburg an der Hörder Straße ist man nun dabei, die notwenigen Maßnahmen zu organisieren. „Unser Gartencenter in Schwerte ist relativ groß. Das sind 6500 Quadratmeter, das wären dann circa 163 Kunden. Wir werden das dann anhand der Einkaufswagen organisieren“, so Barbara Schilling, bei Augsburg zuständig für Marketing und Werbung. „Für uns ist das auch neu und kam jetzt sehr plötzlich.“

Man habe alle Maßnahmen immer strikt eingehalten und in allen sieben Gartencentern „nie Probleme mit dem Ordnungsamt“ gehabt. In Hochzeiten habe man Sicherheitsleute am Eingang gehabt, die den Einlass regelten. Aber: „Es ist jetzt, wie es ist. Vorher war es natürlich einfacher, jetzt wird es komplizierter, aber es ist händelbar“, so Schilling. Bisher habe man einfach Glück gehabt.

Die neue Coronaschutzverordnung für NRW gilt ab Dienstag (23.3.) 0 Uhr.

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