Beim Geldabheben in der Volksbank-Zentrale an der Kuhstraße wurde der Senior von Tricktätern überfallen. © Reinhard Schmitz
Polizei in Schwerte

Tricktäter in der Volksbank: Plötzlich fehlte eine vierstellige Summe

Breitbeinig stellte sich ein massiver Kerl vor den Geldautomaten, in den der Rentner schon seine Karte gesteckt hatte. Später stellte er fest: Es wurde viel Geld von seinem Konto abgehoben.

Es ging blitzschnell. Als der Volksbank-Kunde es bemerkte, war es schon passiert. Von seinem Konto fehlte eine Summe in vierstelliger Euro-Höhe. Ein Senior aus Garenfeld war Opfer eines „Überfallartigen Vorfalls“ geworden. So beschreibt er das Geschehen, das er am frühen Samstagabend im Automatenfoyer der Schwerter Volksbank an der Kuhstraße erleben musste.

Plötzlich kamen eilig zwei Fremde in den Automatenraum

Es war gegen 18.20 Uhr, als der Garenfelder den Automatenbereich betrat, um Bargeld abzuheben. Bis auf eine Frau, die ein paar Meter entfernt gestanden habe, sei er allein in dem Raum gewesen, schildert er. Doch kaum hatte er seine Scheckkarte in den Schlitz des Geldautomaten gesteckt, seien zwei Männer eilig hereingekommen – ein großer, massiger und ein kleinerer. Letzterer sei ihm beim Eintippen der Geheimzahl bedenklich nahe gekommen. Mehrmals habe er ihn eindringlich gebeten, den Corona-Abstand von 1,50 Meter einzuhalten – vergeblich: „Daraufhin sagten beide Männer mit lautstarker und hastiger Stimme mehrmals, dass der Geldautomat kaputt sei und sie das auch schon versucht hätten.“

Großer Mann stellte sich breitbeinig vor den Geldautomaten

Dann wurden die mutmaßlichen Tricktäter noch massiver. „Der kleinere Mann drängte mich zur Seite und zog die Scheckkarte aus dem Schacht und gab sie mir mit dem Hinweis, dass ich Glück hätte, dass sie überhaupt wieder da sei“, berichtet der Garenfelder weiter. Der größere Mann habe sich breitbeinig und wild gestikulierend vor den Automaten gestellt und einen Satz mit dem Inhalt: Hier geht gar nichts mehr, weil das Gerät kaputt ist. Während dieser Zeit habe sein Komplize hinter dem Rücken herumhantiert – wie der Senior vermutet, wohl am Tastenfeld.

Mutmaßliche Tricktäter rannten Richtung Krankenhaus davon

„Ich forderte die Männer auf, den Geldautomaten freizugeben“, sagt der Rentner. Das hätten sie schließlich auch getan. Hastig hätten sie die Bank verlassen. Ihnen folgend, sah das Opfer noch, wie sie sich über die Kuhstraße in Richtung Marienkrankenhaus Goethestraße entfernten. „Die sind richtig gerannt“, berichtet er. Zurück am Geldautomaten, versuchte er erneut, 300 Euro abzuheben. Das Gerät funktionierte einwandfrei.

Auf dem Online-Kontoauszug waren 1000 Euro abgehoben worden

Der Garenfelder wurde misstrauisch. Rasch fuhr er mit dem Auto nach Hause, wo er auf dem Online-Kontoauszug feststellen musste: Zwei Minuten vor seiner Geldabhebung habe es eine fremde Abbuchung über 1000 Euro gegeben. Er fuhr zur Polizeiwache, um Anzeige zu erstatten.

Polizei-Pressesprecherin Vera Howanietz bestätigt den Eingang der Anzeige. Sie kennt solche Fälle von Tricktätern beim Geldabheben. „Das kommt leider immer wieder vor“, sagt sie. Manchmal würden die Opfer zur Seite gedrängt, manchmal werde ihnen ein Zettel vorgehalten. Diesen Moment nutzen die Täter dann für eine plötzliche Geldabhebung. Ein anderer Trick sei es, dem Opfer unbemerkt über die Schulter zu schauen, um bei dem Eintippen die Geheimzahl auszuspähen.

Polizei lässt das Überwachungsvideo auswerten

„Man sollte sich nicht über die Schulter schauen lassen und sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen“, rät die Polizeisprecherin. Wenn Personen dazukommen, die auffällig erscheinen, sollte man den Geldautomaten besser nicht nutzen und den Raum verlassen. Sicherer sei es auf jeden Fall auch, möglichst zu den Geschäftszeiten der Bank zu kommen, wenn Angestellte und vielleicht auch weitere Kunden in der Nähe sind.

Die Polizei hat den Auftrag erteilt, das Video der Überwachungskamera der Bank auszuwerten, von dem man sich Fahndungs-Hinweise erhofft. Die Männer trugen – so ihr Opfer – nicht einmal Corona-Masken vor dem Gesicht. Den einen schätzt er auf etwa 1,70 Meter Größe, den anderen auf etwa 1,85 Meter. Bei beiden nahm er einen Akzent wahr.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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