Der tote Hund in der Ruhr in Schwerte wird zu einem Fall für Polizei und Staatsanwalt

dzNach Feuerwehr-Einsatz

Einen toten Schäferhund musste die Feuerwehr am Montag aus der Ruhr holen. Mittlerweile hat der behandelnde Tierarzt erste Erkenntnisse und hat Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Schwerte

, 21.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verletzungen am Körper des Hundes sind ungewöhnlich – so viel kann Dr. Stefan Wolf schon sagen. Der Schwerter Tierarzt hatte den toten Schäferhund begutachtet und untersucht, nachdem die Freiwillige Feuerwehr Villigst das Tier am Montag aus der Ruhr geborgen hatte. In Höhe der Rohrmeisterei lag es tot auf einer Sandbank.

Um 13.30 Uhr hatte der Kommunale Ordnungsdienst den Löschzug informiert – als der die besagte Stelle mit dem Rettungsboot erreichte, war der Hund aber schon tot.

Der tote Hund in der Ruhr in Schwerte wird zu einem Fall für Polizei und Staatsanwalt

Die Feuerwehr Villigst ist auf Einsätze in der Ruhr spezialisiert. © Feuerwehr Villigst

Kein schöner Einsatz war es für die Freiwillige Feuerwehr Villigst. „Der Hund muss schon länger verletzt im Wasser gelegen haben. Ob, wo und wie er ins Wasser gefallen ist, wissen wir nicht. Vielleicht hat er sich dabei aufgescheuert“, beschreibt Feuerwehrmann Lars Müller.

Veterinär möchte, dass das Tier obduziert wird

Auch Tierarzt Stefan Wolf kann nur spekulieren: „So, wie es scheint, war der Hund schon mehrere Tage im Wasser. Da spielt aber auch die Wassertemperatur noch eine Rolle, die Kälte konserviert das Tier natürlich.“

Gewalteinwirkung möchte er weder bestätigen noch ausschließen. Nur so viel: „Polizei und Staatsanwaltschaft wurden benachrichtigt. Die äußeren Verletzungen sind auffällig. Ich habe außerdem eine richtige Sektion empfohlen, dann haben wir ein eindeutiges und sicheres Ergebnis.“ Vorerst bleibt der Hund in seiner Praxis.

Schäferhund lebte zum Todeszeitpunkt beim Ex-Partner der Halterin

Ein Halsband habe der Schäferhund nicht getragen, als er von der Feuerwehr aus der Ruhr geborgen wurde. Über einen implantierten Chip konnte Stefan Wolf aber die Halterin ausfindig machen und sie informieren. Ein erstes Gespräch am Montag verlief ergebnislos: „Sie war sehr mitgenommen und fast gar nicht aufnahmebereit, eine Art Schockzustand“, berichtete der Veterinär am Dienstagmorgen. Ein zweites Gespräch sollte dann ein paar wenige Antworten bringen.

Die Frau aus Schwerte stehe zwar als Eigentümerin in den Papieren, das Tier lebe aber schon seit zwei Jahren bei ihrem Ex-Partner, so Wolf. „Es hat wohl ein schwieriges Gespräch zwischen den beiden gegeben. Jetzt sind wir gemeinsam mit der Polizei dran, gemeinsam die Umstände zu klären und verschiedene Indizien zu untersuchen.“

Er ist zuversichtlich, dass sich die Situation aufklären wird. Wie Polizeisprecherin Vera Howanietz am Mittwoch auf Anfrage bestätigte, sei dort eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingegangen. Die Ermittlungen dauern an.

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