Tödlicher Flugzeugabsturz: Am Steuer saß wohl ein erfahrener Berufspilot

dzNeue Erkenntnisse

Wie konnte das Ultraleichtflugzeug auf der Rheinermark abstürzen? Diese Frage beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Der ums Leben gekommene Mann im Cockpit soll Berufspilot gewesen sein.

Hennen

, 09.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu einem „Todesermittlungsverfahren“ ist der noch immer rätselhafte Absturz eines Ultraleichtflugzeugs auf dem Segelflugplatz Rheinermark, bei dem am 5. August der 56-jährige Pilot ums Leben gekommen ist, bei der Staatsanwaltschaft in Hagen geworden. Es werde geprüft, ob gegebenenfalls ein Eigen- oder Fremdverschulden vorliege, erklärt der stellvertretende Pressesprecher der Behörde, Staatsanwalt Michael Burggräf.

Das sei in diesen Fällen üblich, da es sich um einen nicht-natürlichen Tod handele.

Nach jetzigem Stand gibt es keine Hinweise auf technische Mängel

Bei dem tödlich verunglückten Mann im Cockpit muss es sich offenbar um einen sehr erfahrenen Flieger gehandelt haben, der Maschinen von einem unvergleichlich größeren Kaliber sicher beherrschte. „Es gibt eine Zeugenaussage, dass es sich um einen Berufspiloten gehandelt haben soll“, sagt Michael Burggräf.

Bei welcher Luftfahrtgesellschaft er tätig gewesen ist, gehe aus den Akten nicht hervor. Genauso wenig wie die Angaben nach dem Modell und Baujahr des Ultraleichtflugzeugs, die nicht nicht vorliegen.

Das Fluggerät gehörte dem auf der Rheinermark ansässigen Luftsportverein Ruhr-Lenne Iserlohn. „Nach dem jetzigen Stand der Dinge gibt es keine Hinweise auf offensichtliche technische Mängel“, erklärt der Staatsanwalt.

Für den 56-jährigen Piloten des Ultraleichtflugzeugs war jede Hilfe zu spät gekommen. Er konnte nur tot aus dem Wrack der Maschine geborgen werden.

Für den 56-jährigen Piloten des Ultraleichtflugzeugs war jede Hilfe zu spät gekommen. Er konnte nur tot aus dem Wrack der Maschine geborgen werden. © Reinhard Schmitz

Ein wenig mehr Klarheit herrscht nach den bisherigen Erkenntnissen über den Hergang des dramatischen Moments. Bislang war nur bekannt, dass sich der Pilot auf einem Rundflug mit einem 25-jährigen Passagier an Bord befand, der bei dem Unfall schwer verletzt wurde. „Er schien sich im Landeanflug zu befinden“, sagt Staatsanwalt Michael Burggräf.

Möglicherweise habe es Aerodynamik-Probleme gegeben, auf die man aufgrund der niedrigen Flughöhe nicht mehr habe reagieren können. Nach den ersten Ermittlungen der Polizei war das Ultraleichtflugzeug aus etwa 60 bis 70 Metern auf die Start- und Landebahn des Segelflugplatzes gestürzt, wo es mit abgeknickter rechter Tragfläche auf der Seite zu liegen kam.

Staatsanwalt wartet auf Gutachten eines Flugunfall-Sachverständigen

Genaue Angaben zur möglichen Absturzursache erhofft sich die Staatsanwaltschaft Hagen von einem Flugunfall-Sachverständigen. „Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben“, berichtet Michael Burggräf: „Es steht aber noch aus.“

Die Untersuchungen werden von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig durchgeführt, die bereits am Tage des Absturzes einen Mitarbeiter zur Dokumentation zur Rheinermark geschickt hat. Ein Sprecher der relativ kleinen Behörde hatte aber damals bereits signalisiert, dass ein Abschlussbericht wegen des großen Aufwands üblicherweise frühestens in einem Jahr zu erwarten sei.

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