Tipps vom Reisebüro: Wohin kann man in den Herbst-Urlaub?

dzNeue Reise-Risikogebiete

Die Herbstferien rücken näher und endlich könnte man mal in den Urlaub. Doch die Risikogebiete erweitern sich stetig. Das stellt Reisende und Reisebüros vor neue Herausforderungen.

Schwerte

, 26.09.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer im Sommer in den Urlaub wollte war schon reichlich eingeschränkt durch das Coronavirus. Viele haben ihre Hoffnungen auf eine ausgiebige Urlaubsreise in den Herbstferien gelegt. Jetzt hat das Robert-Koch-Institut (RKI) erneut Risikogebiete ausgewiesen, weil die Infektionszahlen vielerorts wieder ansteigen. Urlauber müssen jetzt umplanen. Aber das ist nicht so leicht.

Markus Mainka vom Schwerter Reisebüro versteht die Unsicherheit der Kunden: „Die Lage ist dynamisch und entwickelt sich permanent neu.“ Da falle es nicht leicht einen Urlaub zu buchen.

„Totschlagargument Quarantäne“

Gerade für Kunden ist die Situation unübersichtlich und auch Mitarbeitern von Reisebüros falle es zunehmend schwerer noch Empfehlungen auszusprechen. „Spanien fällt weg, die Kanaren fallen weg und das obwohl es beispielsweise in Palma nur 2 Fälle gab“, so der Reisebüroinhaber.

Als „Totschlagargument“ für Kunden käme dann oft noch die Quarantäne hinzu. Reiseveranstalter haben bis Ende September oder Anfang Oktober viele Reisen selbst storniert, nicht aber für spätere Zeiträume, die in die Herbstferien fallen – bisher. Die Herbstferien beginnen in Nordrhein Westfalen am 12. Oktober und gehen bis zum 24. Oktober.

Reisen einer Kundin dreimal storniert

„Wer also in den Ferien reisen will, der kann noch nicht kostenfrei stornieren“, so Mainka. Die Alternative lautet also: kostenfrei umbuchen. Viele Reiseveranstalter bieten das zumindest an. Es ist eben „ein ständiges Hin und Her“. Viele wären gerne in den Herbstferien auf die Kanaren geflogen.

Kopenhagen in Dänemark ist eines der elf neuen Risikogebiete in der EU.

Kopenhagen in Dänemark ist eines der elf neuen Risikogebiete in der EU. © picture alliance/dpa

„Bei uns im Reisebüro sind fünf oder sechs Kunden von den momentanen Reisewarnungen betroffen“, sagt Markus Mainka. Eine Kundin habe im Verlauf des Jahres dreimal versucht zu verreisen. „Erst wollte sie gerne mit einer Studienreise nach Italien, dann kam Corona. Ich glaube zuletzt war Frankreich geplant, aber alle Reisen wurden von den Veranstaltern storniert“, so Mainka. Jetzt habe sich die Kundin dazu entschlossen, es erst in 2021 noch einmal zu probieren.

Tipps für die Herbstferien:

Griechenland und Zypern seien derzeit noch Ziele, die Markus Mainka empfehlen kann, da dort keine Risikogebiete ausgewiesen sind. „Die Veranstalter haben bereits Flüge nach Kreta und Rhodos in Griechenland aufgestockt, auch vereinzelt nach Zypern“, sagt Markus Mainka.

Im Prinzip sei das östliche Mittelmeer jetzt eine gute Alternative zum Verreisen. Auch in die Türkei gehe es vereinzelt gut. Wer es gerne etwas mediterran mag, der kann auch in Bella Italia noch Urlaub machen: auf Sizilien. Auch Malta hält Markus Mainka als Urlaubsziel derzeit noch für unproblematisch.

Fern - und Geschäftsreisen

Das Schwerter Reisebüro hat auch viele Firmen als Kunden, die natürlich jetzt nicht auf Geschäftsreisen können. Gerade die Langstreckenreisen nach Südasien fallen derzeit weg. „Man kann ja vieles über Zoom regeln, aber Kundenbesuche müssen irgendwann eben doch persönlich stattfinden.“, so der Reisebüroinhaber.

Für Fernreisen sieht Markus Mainka allerdings auch längerfristig noch eher schwarz. Er könne sich vorstellen, dass „eventuell Fernreisen wieder im ersten Quartal 2021 möglich sind“.

Neue Risikogebiete seit der letzten Änderung:

  • Dänemark: die Region Hovedstaden
  • Frankreich: die Regionen Bretagne, Centre-Val de Loire und Normandie
  • Irland: die Region Dublin
  • Kroatien: die Gespanschaft Lika-Senj
  • Niederlande: die Provinz Utrecht
  • Österreich: das Bundesland Vorarlberg
  • Portugal: die Region (Großraum) Lissabon
  • Rumänien: der Kreis Covasna
  • Slowenien: die Region Primorsko-notranjska (Küstenland-Innerkrain)
  • Tschechien: das gesamte Land mit Ausnahme der Regionen Aussiger Region (Ústecký) und der Mährisch-Schlesischen Region (Moravskloslezský) gilt als Risikogebiet.
  • Ungarn: Region Györ-Moson-Sopron
  • Vereinigte Arabische Emirate: das gesamte Land gilt als Risikogebiet.

Risikogebiete, die Reisende bei ihren Urlaubsplänen berücksichtigen müssen.

Risikogebiete, die Reisende bei ihren Urlaubsplänen berücksichtigen müssen. © dpa-infografik GmbH

Antigua und Barbuda, Barbados, Dominica, Grenada, Kuba, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Sankt Kitts und Nevis, Seychellen und Sri Lanka, gelten nicht mehr als Risikogebiete.

Das ist die Liste der zusätzlichen Risikogebiete Stand Freitagmittag, 25. September. Die gesamte Liste an Risikogebieten finden Sie auf der Homepage des Robert-Koch-Institutes https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html.

Und wenn man aus einem Risikogebiet kommt?

Wer in einem Risikogebiet war und nach Deutschland einreist, muss sich in Quarantäne begeben und sein zuständiges Gesundheitsamt informieren. Jeder Einreisende aus einem Risikogebiet muss einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Oder er muss sich nach Ankunft - innerhalb von 72 Stunden - auf eine Corona-Infektion testen lassen. Ist das Ergebnis negativ, kann die Quarantäne aufgehoben werden.

Ab dem 1. Oktober soll die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen mit einem Negativtest aufgehoben werden können. Bund und Länder appellieren an Reisende, wenn es möglich ist, darauf zu verzichten in Risikogebiete zu reisen.

Aktualisierung am Freitagabend:

Das Robert-Koch Institut hat am Freitagabend, 25. September, gegen 19 Uhr drei weitere Risikogebiete herausgegeben:

  • Luxemburg: das gesamte Land ist Risikogebiet.
  • Österreich: es gilt nun auch das Bundesland Tirol als Risikogebiet.
  • Tschechien: es gilt nun das gesamte Land (ohne Ausnahmen) als Risikogebiet.
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