Aira Wieners ist Schulpflegschaftsvorsitzende an der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule. „Man kann einen Schulneubau doch einfach mal als Chance sehen“, sagt sie. Die Eltern haben einen offenen Brief an die Stadtspitze verfasst, in dem sie fordern, den Neubau voranzutreiben. © M. Rohlf
Theodor-Fleitmann-Gesamtschule

TFG-Eltern sagen: „Wir haben den Eindruck, dass uns niemand will“

Die Aufstellung des Bebauungsplans für die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule (TFG) ist vertagt worden. Jetzt melden sich die Eltern zu Wort. Sie wollen wissen, wann endlich mit dem Neubau begonnen wird.

Sie ist selbst Lehrerin an einer Dortmunder Schule und Mutter von drei Kindern: Aira Wieners (49) ist Schulpflegschaftsvorsitzende an der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule. Als Elternvertreterin hat sie jetzt einen offenen Brief an den Rat und Bürgermeister Dimitrios Axourgos geschickt.

Denn die Eltern der rund 700 Schülerinnen und Schüler sind verunsichert – und allmählich verzweifelt. „Wir als Elternschaft wünschen uns für die Zukunft unserer Kinder eine verbindliche Auskunft über den Stand der Dinge und würden gerne wissen, wann die Planungen konkret werden und die Ausschreibungen für den Neubau erfolgen“, heißt es in dem Brief.

„Alle Beteiligten wissen seit Jahren, dass die Schule zu klein ist“

Aira Wieners erzählt im Gespräch, dass sie ihre Kinder Clara Sophia (14), Emil Oskar (13) und Hugo Jakob (9) bewusst an der TFG angemeldet habe. „Meine Tochter geht in die zehnte Klasse, meine Söhne sind in der fünften und achten Klasse.“ Es sei „genau die richtige Entscheidung“ gewesen. „Das ist hier eine tolle Schule.“

Schon lange sei klar gewesen, dass das Gebäude nicht groß genug ist. „Seit über 5 Jahren wissen alle Beteiligten, dass die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule im Jahr 2022 mit der ersten Oberstufe startet. Und auch seit Beschluss, diese Schule zu gründen, war allen Beteiligten klar, dass der jetzige Standort zu klein ist“, erklärt die Elternvertreterin. Nachdem auch noch im letzten Jahr die Vereinbarung getroffen wurde, beide Schwerter Gesamtschulen fünfzügig zu genehmigen, sei dies noch klarer.

Aira Wieners mit ihren drei Kindern.
Aira Wieners mit ihren drei Kindern. „Die Familien haben den Eindruck, dass niemand sie will“, bedauert die Mutter und Lehrerin. © privat © privat

Doch erst am Mittwochabend (15.9.) hatte der Planungsausschuss den Bebauungsplan für die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule von der Tagesordnung genommen und auf November vertagt. Die Bürgerinitiative „Wandhofener Kreinberg“ hatte außerdem ein Bürgerbegehren beantragt.

Dass sämtliche Pläne, sämtliche Standorte in der Bürgerschaft auf so erbitterten Widerstand gestoßen sind, können die Eltern nicht nachvollziehen. „Die Schule war gewollt, geplant und ist von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt worden. Jetzt möchten unsere Kinder in die Oberstufe gehen. An dieser Schule – und nicht an irgendeiner anderen Schule.“

Mit einem Bürgerbegehren könnten die ganzen Pläne wieder gekippt werden. Das bedeutet weitere Verzögerungen für den Neubau der Schule. Die Mutter appelliert deshalb auch an die Anwohner: „Das Feld würde doch so oder so irgendwann bebaut“, sagt sie. „Wünschen sich die Anwohner lieber ein Amazon-Logistik-Zentrum als eine Schule?“

Hier in Wandhofen soll die neue Schule gebaut werden. © Ing Rous © Ing Rous

Eine Schule könne für den Stadtteil durchaus eine Bereicherung sein. „Eine Freundin von mir wohnt dort. Sie hat schon gesagt: Vielleicht eröffnet ja mal ein Bäcker dort, wenn eine Schule kommt.“ Straßen um den Bereich einer Schule herum würden meist zu verkehrsberuhigten Zonen erklärt. Außerdem könne das Gebäude als Schallschutz vor der nahen Autobahn dienen.

„Natürlich fahren dann morgens und mittags auch Busse“, weiß die Elternvertreterin. Aber in Gewerbegebieten oder Wohngebieten sei das Verkehrsaufkommen viel höher. „Bei einer Schule ist am Wochenende und in den Ferien Ruhe.“

Im offenen Brief haben die Eltern es so formuliert: „Wir fordern deshalb jetzt, dass die Stadt Schwerte und alle Beteiligten zu dieser Schule stehen und den Kindern und Jugendlichen eine sichere und verbindliche Chance auf Bildung geben, indem sie den Neubau der Schule vorantreiben und nicht durch immer neue Verzögerungstaktiken den Neubau weiter hinauszögern.“

Warum man den Bau der Gesamtschule immer nur negativ sehe, kann Aira Wieners nicht begreifen. „Man könnte das Ganze doch einfach mal als Chance sehen. Das sind 700 Kinder, die hier später mal wohnen und arbeiten.“ Und sie fügt noch hinzu: „Die Familien haben immer wieder den Eindruck, dass alle sagen: Sorry, wir wollen euch hier nicht. So hört sich das an.“

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Martina Niehaus

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