Für ein besseres Notquartier während der Neubauzeit des städtischen Kindergartens Wandhofen kämpft der Elternrat mit (v.l.) Dirk Böhling, Miriam Scheuenpflug und Tim Thiele. © Reinhard Schmitz
Politik

Streit um Ausweichquartier für Kindergarten: Keine Einigung mit Eltern

Seit die Stadt Schwerte bekannt gegeben hat, dass man die Kinder während der Bauzeit der neuen Kita Wandhofen in Geisecke unterbringen will, gärt es im Dorf. Ein Problem der Eltern: Zweijährige sollen in der Zeit mit dem Bus fahren.

Eine neue Kindertagesstätte statt des schon sehr in die Jahre gekommenen Kindergartens in Wandhofen. Das war aus der Sicht vieler Eltern zunächst wünschenswert. Weniger wünschenswert finden sie hingegen die Lösung der Stadt für die Übergangszeit. Da soll nämlich in Geisecke, in einem ehemaligen Reitsportgeschäft im Gewerbegebiet, ein Übergangskindergarten eingerichtet werden. Die Kinder würden dann mit einem Bus-Pendelverkehr dorthin gebracht.

Für Montagabend (8.2.) hatte der Erste Beigeordnete der Stadt, Tim Frommeyer, die betroffenen Eltern zu einer Videokonferenz eingeladen, doch Einigkeit konnte dabei kaum erzielt werden. Denn während die Stadt an ihre Lösung glaubt, fühlen sich die Eltern hintergangen. Noch im Sommer habe man ihnen eine Übergangslösung in der Nähe, in Containern, versprochen.

Großes Problem war die mangelnde Kommunikation

Ein großes Problem scheint aber auch die mangelnde Kommunikation zu sein. „Wir hatten ja bislang kaum Zeit auf die Vorschläge der Stadt zu reagieren“, sagt Elternvertreterin Miriam Scheunenpflug. Am 28. Januar war das Thema als Tischvorlage im Jugendhilfe-Ausschuss vorgestellt worden. Bis dahin sei man davon ausgegangen, dass es eine nahe Lösung in Containern gebe.

Sozialdezernent Tim Frommeyer argumentiert dagegen: „Wir sind von dieser Lösung überzeugt.“ Denn in Containern könne man zwar Schulunterricht machen, für die Betreuung kleinerer Kinder seien sie aber nur begrenzt geeignet. Der Ausbau des städtischen Gebäudes in Geisecke biete hingegen gute Betreuungsmöglichkeiten.

Frommeyer: Lage in Geisecke ist nicht optimal

Allerdings, und das räumt auch Frommeyer ein: Die Lage in Geisecke ist nicht optimal. „Da muss ich mich auf die Fachverwaltung verlassen, dass es keinen zentraleren Standort gibt.“

Ein Reitsportgeschäft war zuletzt in dem Gebäude Zwischen den Wegen 15 beheimatet. Die Stadt will das Haus als Ausweichquartier für den Kindergarten Wandhofen während der Umbauphase nutzen.
Ein Reitsportgeschäft war zuletzt in dem Gebäude Zwischen den Wegen 15 beheimatet. Die Stadt will das Haus als Ausweichquartier für den Kindergarten Wandhofen während der Umbauphase nutzen. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Viele Eltern kritisieren vor allem die Lösung, dass die Kinder mit einem Bus abgeholt werden sollen. „Wer lässt denn sein zweijähriges Kind alleine mit dem Bus fahren“, so Miriam Scheunenpflug. „Auf uns wirkt die gesamte Lösung sehr unrealistisch.“ Vor allem, wenn das Ausweichquartier auch für andere Kindergartenumbauten herhalten solle, warum finde man dann keinen zentralen Standort?

Keine großen Busse im Einsatz – „vielleicht ein Mausmobil“

Beim Thema Busverkehr betont Frommeyer: „Es soll sich nicht um große Busse, sondern um kleine handeln. Die werden wir möglichst auch noch irgendwie kindgerecht gestalten, vielleicht als Mausmobil. Außerdem würde jeweils eine Erzieherin mitfahren, damit die Kinder immer begleitet sind. Die Fahrzeit werde nicht der Betreuungszeit zugerechnet.“

Er räumt aber auch ein, dass er grundsätzlich die Eltern verstehen könne. Denn wer sein Kind wohnortnah in Wandhofen angemeldet habe und jetzt für eineinhalb Jahre mit diesem Provisorium leben muss, sei verärgert. „Aber ich bin der Überzeugung, dass das nicht unzumutbar ist.“

Am Mittwoch (10.2.) um 17 Uhr steht das Thema übrigens im Bauausschuss auf der Tagesordnung. Da sollen auch zwei Elternvertreter zu Wort kommen. Wegen der Coronaschutzbestimmungen ist die mögliche Zuschaueranzahl stark begrenzt. Interessenten müssen sich bei der Stadt anmelden.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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