Die Margot-Röttger-Rath-Straße am Bahnhof - benannt nach der letzten Nachkomme des Firmengründers Wilhelm Rath. Sie war sozial engagiert und tätig in der Geschäftsführung der Wilhelmshütte. © Vanessa Trinkwald
Meinung

Straßennamen: Im öffentlichen Raum ist Schwerte nicht weiblich genug

Mehr Straßen in Schwerte sollten nach berühmten Frauen benannt werden, findet unsere Autorin. Denn: Geschlechtergerechtigkeit beginnt mit der Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum.

Mehr Straßen in Schwerte sollten die Namen berühmter Frauen tragen – denn im Verhältnis zu nach Männern benannten Straßen herrscht ein Ungleichgewicht in der Stadt. Das Problem ist historisch verankert.

Antike Konzepte der Geschlechterzuteilung lauteten: Männer machen Politik und bewegen sich in der Öffentlichkeit, Frauen verwalten den Haushalt und bleiben im Privaten verborgen. Entsprechend sind es Namen wie Aristoteles oder Platon, die man kennt. Der Name Aspasia wird kaum jemandem etwas sagen – obwohl auch sie eine Griechische Philosophin war.

Und so zieht es sich durch die Jahrhunderte. Frauen bleiben in ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau, Männer werden Komponisten, Sportler, Philosophen, Naturwissenschaftler. Und weil sie dadurch Geschichte, Kultur und Wissenschaft geprägt haben, formen sie den öffentlichen Raum bis heute.

Das Wissen um ihr Dasein darf keine Nische bleiben

Das Problem ist nicht zwingend mangelnde Bereitschaft, berühmten Frauen eine Bühne zu geben. Vielmehr mangelt es noch immer an der historischen Aufarbeitung der Existenz eben dieser. Und ist diese Aufarbeitung gegeben, so bleibt das Wissen um ihr Dasein eine Nische.

Frauen und ihre Errungenschaften müssen im öffentlichen Raum sichtbarer werden – das fängt schon bei Details wie den Straßennamen an. Wenn ein kleines Index-Schild dann noch über jene Frau informiert, ist ein Stück mehr Bewusstsein ihre Taten geschaffen.

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
Zur Autorenseite
Denise Felsch

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.