Ein Mann aus Schwerte hat seine Stieftochter mehrmals sexuell missbraucht. © picture alliance/dpa
Sexueller Missbrauch

Stieftochter missbraucht: Verurteilter Mann aus Schwerte auch Jahre später nicht im Knast

2015 endete das Martyrium für die damals 13-Jährige. Sechs Jahre später sitzt ihr Peiniger noch immer nicht im Gefängnis. Der heute 44-Jährige soll seine Stieftochter mehrmals sexuell missbraucht haben.

Der heute 44-jährige Schwerter missbrauchte seine Stieftochter. Er wurde verurteilt. Doch noch immer sitzt er seine Strafe nicht ab.

Am 28. Mai, einem Freitag, startet der Berufungsprozess am Landgericht Hagen. Dabei geht es nur noch darum, wie hoch das Strafmaß ausfällt. Denn dass der Mann schuldig ist, steht seit 2019 offiziell fest und wird auch nicht mehr angezweifelt.

Schwerer sexueller Missbrauch an Kindern

Ende 2013, Anfang 2014 hatten die Übergriffe auf seine Stieftochter begonnen. „Aufgehört hat es Mitte 2015“, sagte am Freitag (21.5.) Marcus Teich, Sprecher des Landgerichts Hagen und Vorsitzender Richter. In dieser Zeit hatte sich der Mann mehrmals an seiner Stieftochter vergangen.

Der Schwerter und die Mutter des Kindes hatten sich 2012 getrennt, Ende 2013 aber kehrte sie zu dem Mann zurück – ein folgenschwerer Fehler, wie sich dann herausstellte. Endgültig trennte sich das Paar erst im November 2016. Die Tochter der Frau war zu dieser Zeit zwischen 12 und 13 Jahre alt, erlebte ein Martyrium.

Im September 2019 verurteilte ihn das Amtsgericht Hagen wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in sieben Fällen in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Kindern in sechs Fällen. In einem Fall spricht das Landgericht sogar von schwerem sexuellen Missbrauch.

Schwerter noch immer auf freiem Fuß

Um den Schuldspruch an sich geht es dem Mann und seinem Verteidiger bei dem nun anstehenden Gerichtstermin nicht. Nur war er wohl nicht mit der Länge der Haftstrafe einverstanden: drei Jahre Haft in erster Instanz, zwei Jahre und sechs Monate in zweiter Instanz. Er zog bereits vor das Oberlandesgericht, doch die Sache ging zurück an das Landesgericht.

Fakt ist: Auch sechs Jahre, nachdem das Martyrium für die damals 13-Jährige endete, ist der Mann noch immer auf freiem Fuß, eine Strafe angetreten hat er bislang nicht. Fakt ist auch: Mehr als zweieinhalb Jahre wird er nicht absitzen müssen – trotz des schweren sexuellen Missbrauchs. Wie es der Stieftochter des Mannes heute geht, lässt sich nur mutmaßen.

Über die Autorin
Schwerte und Dortmunder Süden
Ist seit November 2020 für Schwerte und den Dortmunder Süden im Einsatz. Mag Nachrichten und nette Geschichten gleichermaßen. Schreibt gern, arbeitet aktuell aber eher im Hintergrund.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt