St. Marien: Tonstudio in der Sakristei

SCHWERTE Jetzt bloß kein Rettungswagen mit Martinshorn vorm Kirchenportal! Denn innerhalb der ehrwürdigen Mauern nimmt Michael Störmer eine CD auf. Mit der Sakristei als Tonstudio und der Orgel als Instrument - das mit Aufnahmen der anderen fünf Orgeln des Pastoralverbunds ergänzt werden soll.

von von Reinhard Schmitz

, 15.07.2008, 06:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der Orgel der Marienkirche nahm Michael Störmer die ersten Stücke für sein neues CD-Projekt für den gesamten Pastoralverbund auf.

An der Orgel der Marienkirche nahm Michael Störmer die ersten Stücke für sein neues CD-Projekt für den gesamten Pastoralverbund auf.

Die Türen sind zwar verschlossen, damit kein Neugieriger durch die Gänge schlurft. Aber schalldicht abschotten lässt sich das Gotteshaus nicht, das sich für einen Abend in ein Aufnahmestudio verwandelt hat. „Wir planen eine CD-Produktion, auf der ich alle sechs Orgeln des katholischen Pastoralverbunds erklingen lasse“, verrät Störmer: „Die Stücke sind so ausgewählt, dass sie der Charakteristik des jeweiligen Instruments entsprechen.“ Für große Kathedralen komponiert, hat Leon Boëllmann seine Suite Gothique der Marienkirche quasi auf den steinernen Leib geschrieben. Neben den beiden Hauptmikrofonen auf der Orgelbühne recken sich zwei weitere an hohen Stativen in das Kirchenschiff. „Sie fangen den Raumklang ein, weil das bei Orgeln nicht ganz unentscheidend ist“, erklärt Toningenieur Andreas Burghardt. Schließlich ist die Zusammenarbeit mit Störmer für ihn nichts Neues. Schon 1986 nahm er mit ihm die „Orgelmusik in St. Marien“ auf – damals noch als richtige schwarze Langspielplatte.

Für den CD-Silberling hat sich die Sakristei in ein Tonstudio verwandelt. Der Tisch, wo vor den Gottesdiensten die Messgewänder bereit liegen, trägt Mischpult, Rechner und den Digitalwandler. „Achtung: Take eins“ gibt Burkhardt, den Kopfhörer auf den Ohren, per Handy sein Signal zur Orgelbühne. Natürlich bleibt es nicht bei der einen Aufnahme. Mehrfach muss Störmer die Suite wiederholen, bis auch Registrant Mario Linnerz kein falsches Tönchen mehr erlauschen kann. Falls doch, können die Bänder bei der Nachbearbeitung im Studio passgerecht zusammengeschnitten werden. „Aber ganze Durchgänge sind die besten“, berichtet Burghardt: „Sie sind einfach harmonischer.“

Vielleicht noch in den Sommerferien werden die Mikrofone für die nächste Aufnahme in St. Petrus in Westhofen aufgebaut. Dann geht es weiter durch die übrigen Kirchen, wo sich die Gläubigen noch ein Lieblingsstück für die CD wünschen können. Insgesamt 74 Minuten Musik füllen die Silberscheibe, die am ersten Advent verkauft werden soll. Präsentiert wird sie bei einem Orgelkonzert am 28. November um 20 Uhr in der Marienkirche. 

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