Spieldorf Argeste: So stellten die Schwerter im Mittelalter Teller und Becher her

dzIm Elsebad

Im Spieldorf Argeste kann man bald sehen, wie man vor 1000 Jahren Teller und Becher herstellte. Als neuste Attraktion entsteht dort ein Töpferofen. Wie man den baut, zeigt Olaf Knöpges.

Ergste

, 14.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Gerät erinnert von der Form her an ein Iglu und von der Bauweise an Hütten in der Savanne Afrikas. Es handelt sich aber um etwas, was für diese Region typisch war. Allerdings im 10. und 11. Jahrhundert. Im Spieldorf Argeste hinter dem Elsebad entsteht derzeit ein Töpferofen. „Solche Öfen wurden in Duisburg bei Grabungen entdeckt“, erklärt Museumspädagoge Olaf Knöpges.

Bislang ist aber nur eine Art Rohbau zu sehen. Der Rand des großen Ofens wurde mit Steinen gemauert, die mit einer dicken Lehmschicht verputzt sind.

Zugeständnisse an die Neuzeit wegen des Wassers

„Wir haben Steine genommen, die wir hier gefunden haben, zumeist Ziegel“, erläutert Knöpges. Die Menschen damals nahmen überwiegend Natursteine. Auch beim Zugang muste man Zugeständnisse an die Neuzeit machen. Eine Betonschwelle sorgt dafür, dass der kleine Bach nicht direkt durch den Ofen fließt. In einem Rohr verbirgt sich sogar eine Pumpe, die für die notwendige Trockenheit sorgt. Denn das Gelände im historischen Dorf ist eng begrenzt und ein trockeneres Fleckchen Erde stand nicht mehr zur Verfügung. Außerdem braucht man eine freie Schneise, denn durch den Ofen muss ständig Luft ziehen, um die hohen Brenntemperaturen zu erreichen.

Spieldorf Argeste: So stellten die Schwerter im Mittelalter Teller und Becher her

Der Töpfer muss später, so wie hier Museumspädagoge Olaf Knöpges durch einen Schacht in den Ofen, um das Feuer zu entzünden und die Tonwaren in den Brennraum zu bringen. © Bernd Paulitschke

Im Sommer soll er fertig sein. Dann kann man im Dorf am Elsebad töpfern, wie die Menschen es vor 1000 Jahren gemacht haben. Die Becher und Teller sind aber keine Ausstellungsstücke, sondern sollen als Alltagsware bei den historischen Spielen und Workshops genutzt werden.

Doch bevor der Ofen genutzt werden kann, muss er 48 Stunden mit höchster Temperatur ausgebrannt werden. Das ist für Sommer geplant und soll eine Art Fest werden. Erst danach kann der große Ofen genutzt werden.

Teller und Becher für das historische Spiel

Auch wenn es im Mittelalter schon eine lange Tradition der Töpferei gab: „Beim Brennvorgang in so einem Ofen, in dem die Tonwaren bis unter das Kuppeldach gestapelt waren, fiel bis zu 30 Prozent Bruch an“, berichtet Knöpges.

Jetzt lesen

Auch wenn der Ofen noch nicht fertig ist, geht am Montag der Handwerksbetrieb im Spieledorf los. In der Handwerkswoche können Schüler sich mit mittelalterlichen Handwerken, wie dem Schmieden, dem Bau von Fachwerkhäusern, der Glasherstellung, dem Papierschöpfen oder dem Zinngießen beschäftigen. Anders als beim historischen Spiel im Herbst, wo man eine Woche lang teilnehmen muss, können dort 7 bis 13 Jahre alte Kinder tageweise Workshops buchen. „Es wird immer so sein, dass man am Abend etwas Fertiges in der Hand hat“, so Knöpges. Ein Tageskurs kostet 30 Euro inklusive eines rustikalen stilechten Mittagessens und Material. Noch sind einzelne Plätze frei. Anmeldungen und Information unter: olaf.knoepges@freenet.de oder Tel (0151) 22 25 88 04.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt