Die Lennetalbrücke wurde am Freitag um 20 Meter nach Osten verschoben. © Stefan Schütze
Lennetalbrücke

Spektakuläre Bilder und Videos: Eine 1000 Meter lange Brücke geht auf die Reise

Die Lennetalbrücke auf der A45 ist für Autofahrer seit Jahren ein Engpass. Jetzt gehen die Bauarbeiten in die Endphase. Mit einer spektakulären Aktion: Die 1000 Meter lange Brücke wurde um 20 Meter verschoben.

Täglich 90.000 Autos quälen sich täglich durch die Baustelle Lennetalbrücke auf der A45. Und am Freitag (5.3.) sah es kaum anders aus. Auf der Brücke der dichte Berufsverkehr. Von der spektakulären Aktion direkt daneben bekamen die Autofahrer nichts mit. Am Freitag um 8.30 Uhr ging ein 30.000 Tonnen schwerer und fast 1000 Meter langer Brückenteil auf Wanderschaft.

Mit drei Metern pro Stunde wurde der Koloss an den bestehenden östlichen Brückenteil gezogen. Vom Tal aus war keine Bewegung zu erkennen.

Verkehr wurde von Ost nach West und zurück verlegt

Es ist die Endphase einer technischen Meisterleistung, denn die Brücke wurde in fünf Abschnitten gebaut, damit der Verkehr auf der A45 weiterlaufen konnte. Bereits 2013 hatte man mit dem Bau des westlichen Teilstücks auf Hilfspfeilern begonnen.

Zwei Jahre später legte man den Verkehr auf die neue Konstruktion um und begann mit dem Abriss der alten Brücke und dem anschließenden Bau der östlichen Fahrbahn der neuen Brücke. Im November 2020 wechselte der Autoverkehr dann auf die neue östliche Trasse.



Keine Zuschauer aus Coronaschutzgründen

Mit dem so genannten Verschub der westlichen drei Spuren wächst nun das Brückenbauwerk zusammen. „Tausend Meter Brücke, das hat noch keiner verschoben“, so Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen, die für den Bau der Brücke zuständig ist.

Deshalb begann die Wanderung des Bauwerks auch mit einer Pressekonferenz vor Ort. Zumindest den Journalisten wollte man zeigen, was der Öffentlichkeit verborgen blieb. Zum Schutz vor Corona waren keine Zuschauer zugelassen.

Langsam näherten sich die beiden Brückenteile an. © Stefan Schütze © Stefan Schütze

Die Brücke rutscht auf Teflonplatten

Zwischen den beiden Brückenteilen hatte man extra für die kurze Reise Hilfsbalken mit Teflonplatten angebracht, um das Bauwerk möglichst reibungsfrei ziehen zu können. Denn der Verschub ist eigentlich kein Schieben, sondern mehr ein Ziehen.

„Beim Anheben muss man darauf achten, dass beide Lagerpunkte einer Pfeilerachse synchron angehoben werden, mehr als zwei Millimeter darf die Abweichung nicht sein“, erklärt Projektleiter Michael Neumann.

Gegen 14.30 Uhr, nach rund sechs Stunden, war zwar die Reise des Brückenkoloss beendet, aber damit noch nicht das Ende der engen Spuren auf der halben Brücke. Denn die neuen Fahrspuren müssen nun noch Pfeiler für Pfeiler auf ihre eigentlichen Lager umgesetzt werden, und die Fahrbahnübergänge müssen an die neue, breite Brücke angepasst werden.

Im Sommer 2021 soll die Lennetalbrücke dann wieder dreispurig in jede Fahrtrichtung befahren werden können. 179 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Wenn dann die nicht mehr benötigten Hilfspfeiler abgerissen werden, bekommen die Autofahrer davon nichts mehr mit.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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