Sparkasse Schwerte lenkt im Streit um Westhofener Automaten ein

Streit um Geldautomaten

Nach der Sprengung des Automaten in Westhofen hat die Sparkasse nur noch einen EC-Automaten aufgestellt. Die Kunden protestierten. Jetzt gibt die Sparkasse klein bei, aber nicht sofort.

Westhofen

, 10.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Sparkasse Schwerte lenkt im Streit um Westhofener Automaten ein

Die Sparkassen Filiale in Westhofen musste nach der Sprengung des EC-Automaten komplett saniert werden. Am Donnerstag wurd sie wieder eröffnet. © Bernd Paulitschke

Die Pressemeldung der Sparkasse beginnt zwar mit einer Erklärung, warum man Überweisungsterminal und Kontoauszugsdrucker in der geschlossenen Geschäftsstelle Westhofen nicht wieder aufstellen wird.

„In der vergangenen Woche wurde die SB-Geschäftsstelle in Westhofen wieder geöffnet. Der beschädigte Kontoauszugsdrucker sowie das Überweisungsterminal wurden nach der Sprengung im vergangenen Dezember nicht ersetzt. Grund dafür waren die stetig sinkenden Nutzerzahlen und die hohe Akzeptanz des Online-Bankings“, heißt es da.

Unmut der Kunden führte zur Unterschriftenaktion

Aber der Unmut der Kunden und die Unterschriftenaktion, die Westhofener Sparkassenkunden derzeit machen, bewegt das Geldinstitut offensichtlich nun zu einer Kurswende.

„Wir haben verstanden, dass unsere Kunden in Westhofen den gewohnten Servicestandard erwarten. Uns liegt die Zufriedenheit unserer Kunden sehr am Herzen, deshalb prüfen wir unsere Entscheidung momentan intern und arbeiten an einer Lösung“, so die Mitteilung von Mittwochnachmittag.

Neue Lösung lässt aber auf sich warten

Doch ganz so schnell wie viele Kunden es sich wünschen, werden die Geräte wohl nicht sofort aufgestellt. Denn dazu seien vor allem technische und organisatorische Fragen mit der Sparkassen-Organisation zu klären.

„Sobald wir eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden haben, werden wir uns mit einer ausführlichen Presseinformation an alle unsere Kunden wenden“, wird Ulrich Bartscher, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwerte, in dem Schreiben zitiert.

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Am Freitag hatten sich Kunden der Sparkasse erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Die Automatenfiliale, die man nach der Schließung der ehemaligen Geschäftsstelle dort eingerichtet hatte, bestand zu ihrer Überraschung nach der Reparatur und der Neueröffnung am Donnerstag plötzlich nur noch aus einem Geldautomaten.

Auch jüngere Kunden hätten sich in die Unterschriftenliste eingetragen

Die Unterschriftensammlung dagegen, die am Wochenende begonnen hatte, fand großen Zuspruch. Bereits am Montag vermeldete Organisatorin Gabi Weck, dass man bereits am Wochenende mehrere Hundert Unterschriften gesammelt habe. Und es seien nicht nur die älteren Kunden gewesen, die nicht online unterwegs seien. „Ganz viele junge Menschen haben auch unterschrieben, die sagten, sie holen immer für ihre Eltern oder Großeltern die Kontoauszüge und machen die Überweisungen für sie“, so Gabi Weck im Gespräch mit unserer Redaktion.

Am Donnerstag will Gabi Weck von 8.30 bis 12.30 Uhr Unterschriften auf dem Wochenmarkt in Westhofen sammeln - auch in weiteren Ortsteilen werde sie noch auf „Stimmenfang“ gehen, teilte sie am Mittwoch mit. Und auch die Konkurrenz könnte es bald treffen: „Ebenfalls angesprochen haben mich viele Volksbank-Kunden, die sich auch eine Erweiterung des jetzigen nicht zufriedenstellenden Zustands wünschen.“

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