Hier soll ein Klimagarten entstehen. © urbanegest alt PartGmbB
Erste Bilder

So soll der Klimagarten in Wandhofen aussehen – Streit um Kosten

Ein großer Klimagarten soll in Wandhofen entstehen: Der Bund macht 3 Millionen Euro dafür locker. Es gibt auch erste Bilder des Projektes – und einen großen Streit um die Folgekosten.

Eine erste Skizze zeigt direkt neben dem Babywald einen Selbsterntegarten, einen kleinen Wald, Kräuterbeete und einen Naschgarten, etwas weiter entfernt einen Klima-Pavillon, ein grünes Klassenzimmer, Themengärten, ein Areal, das Bodenbeschaffenheiten erklärt und Gewächshäuser.

Ein 18 Meter hoher Aussichtsturm eröffnet einen Blick ins Ruhrtal. So könnte der Klimagarten in Wandhofen aussehen, wenn er zur Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2027 eröffnet wird.

Doch ob das Projekt, das mit Mitteln der Landesgartenschau in Wandhofen oberhalb der Ruhr entstehen soll, tatsächlich umgesetzt wird, ist politisch hoch umstritten. Im Rat der Stadt Schwerte ging es am Mittwochabend (29.9.) nicht nur um die Finanzierung, sondern auch um die Kosten für den Unterhalt der neuen Attraktion für die Ruhrstadt.

So soll der Klimagarten nach einer ersten Skizze aussehen.
So soll der Klimagarten nach einer ersten Skizze aussehen. © urbanegest alt PartGmbB © urbanegest alt PartGmbB

Zehn Prozent Eigenleistung und Pflegekosten

Rund 3,3 Millionen Euro soll der Klimagarten kosten. Zehn Prozent davon müsste die Stadt tragen. Hinzu kämen etwa 30.000 Euro Pflegekosten pro Jahr, schätzt Stadtplaner Christian Vöcks. Doch mit dieser pauschalen Berechnung war die CDU nicht einverstanden: „Wir sind mal wieder im Zeitdruck und müssen entscheiden, Sie können die Rat hier nicht an der Nase herumführen, wir haben nicht das Geld, das wir aus dem Fenster schmeißen können“, sagte CDU-Ratsherr Egon Schrezenmaier.

Und seine Fraktionskollegin Regina Zurnieden genannt Döhmann bezweifelte sogar die Berechnungen der Stadt zum Unterhalt. Unlängst hab der Bauhof die Pflegekosten für ein Beet mit 10 Euro pro Quadratmeter angegeben. „Das sind 28.000 Euro alleine für die Beete, ohne die anderen Einrichtungen“, rechnete sie vor.

Die Kosten seien nicht pauschal geschätzt, entgegnete Vöcks: Man habe die erste Skizze genommen, die Flächen unterteilt in Rasen, Bäume und Wege und das mit Erfahrungswerten abgeglichen. „Die Zahl bleibt weiter unter Vorbehalt, weil wir ja noch gar nicht wissen, wer den Garten betreibt und was genau da steht“, ergänzter der Stadtplaner.

Direkt neben dem Babywald soll der neue Klimagarten liegen.
Direkt neben dem Babywald soll der neue Klimagarten liegen. © urbanegest alt PartGmbB © urbanegest alt PartGmbB

Terrasse und Turm sind erst einmal nur geplant

Denn auch wenn es eine relativ anschauliche Skizze vom neuen Klimagarten gibt, zeigt die nur, was machbar ist, aber nicht, was gemacht wird. Für konkrete Pläne habe man sich schon mit Schwerte pflanzt, der Argon und der Klimaallianz Schwerte zusammen gesetzt, so Bürgermeister Dimitrios Axourgos. So sei man sich schon einig, dass die Ruhr-Terrasse eher nicht umgesetzt werde.

Die Diskussion um den Klimagarten ist indes nicht neu. 2019 hatte man den Grundsatzbeschluss gefasst, sich um das Projekt, dass zur Internationalen Gartenbauausstellung 2027 gehört, zu bewerben. Damals auch mit den Stimmen der CDU. Die hat aber mittlerweile wohl Abstand von dem Projekt genommen.

Und auch die FDP hat Bedenken wegen der Kosten. „ Auch wir sind der Meinung, dass die Folgekosten hier nicht ausreichend berücksichtigt wurden“, erklärte Phillip Köhler. Die Idee, ehrenamtliche Gruppen für die Pflege zu gewinnen, halte er für falsch. Das Rohrmeisterei-Plateau, das dort genannt würde, sei ein eher abschreckendes als positives Beispiel.

Angesichts der Detailprobleme nicht das Ziel vergessen

Die SPD machte deutlich, dass der Klimagarten an sich eine gute Sache sei, Ratsfrau Claudia Belemann-Hülmeyer appellierte: „Lassen Sie uns angesichts der Detailprobleme nicht das große Ziel aus den Augen verlieren.“

Das passierte dann auch, zumindest teilweise. Mit 27 Stimmen, unter anderem von SPD und Grünen wurde der Klimagarten auf seinen weiteren Weg geschickt. Laut Aufruf des Bundesprogrammes stehen die Fördermittel für den Klimagarten bereits in den Jahren 2021 bis 2024 zur Verfügung.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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