Sind die Radfahrer auf dem Ruhrtalradweg eine Gefahr für Hunde und Kinder?

dzAn der Ruhr in Schwerte

Fußgänger werden beschimpft, Kinder und Hunde fast über den Haufen gefahren. So beschreiben viele Hundebesitzer das, was im Sommer häufig auf dem Ruhrtalradweg in Schwerte passiere.

Schwerte

, 30.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Szene am 1. Mai sei typisch gewesen, erinnert sich Pascal Olders. „Ich bin selbst gerne als Radfahrer unterwegs. Aber das...“

Zusammen mit Frau und Hund sei er auf dem Ruhrtalradweg gewesen, als eine Gruppe von fünf Rennradfahrern angerast gekommen sei mit sicher 30 km/h. Und schon von weitem habe er gehört: „Oh, nein, schon wieder welche.“

„Das ist ein Naherholungsgebiet“, verdeutlicht Olders. Andere pflichten ihm bei. So etwas passiere hier andauernd: Dass Radfahrer davon ausgingen, alle müssten ihnen Platz machen. Dass die Wege im Ruhrtal allein ihnen gehörten.

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Beschimpft, geschubst, an die Seite gedrängt

Rund zwei Dutzend Herrchen und Frauchen sind an diesem Nachmittag zum Weg zwischen Rohrmeisterei, Mühlenstrang und Ruhr gekommen. Mit ihren Hunden, manche mit Kinderwagen oder Rollstuhl. Sie wollen erzählen, was ihnen alles passiert ist im Laufe der vergangenen Jahre.

Hunde und Besitzer würden wüst beschimpft. Kinder zur Seite geschubst. Manch ein Fußgänger oder Rollstuhlfahrer müsste in die Sträucher ausweichen oder werde sogar bespuckt - nur weil Radfahrer es nicht einsehen würden, auch einmal abzubremsen.

„Es gelten aber auch für Radfahrer Regeln. Es muss hier eine Gleichberechtigung für alle geben“, fordert Dirk Veldscholten. Es wäre ja schon schlimm genug, wenn erwachsene Hundebesitzer beschimpft würden, sagt Anastasia Specht. Aber selbst die Kinder würden angegangen.

Ist das Wort „Ruhrtalradweg“ irreführend?

„Ich fühle mich bedroht“, unterstreicht Pascal Olders. Es sei erstaunlich, dass hier noch nichts Schlimmeres passiert sei. Zumal ja irgendwann der Beschützerinstinkt greifen könne: Wer sein Kind, seinen Hund, seine Frau bedroht sehe - der könne theoretisch ja auch einmal austeilen. Erst recht, wenn es vielleicht um Sekunden gehe.

„Ruhrtalradweg“, meint ein Hundebesitzer. Das Wort wirke so, als hätten hier Radfahrer absoluten Vorrang. Doch das sei einfach nicht der Fall. Manche, die aus anderen Orten hier hindurchrauschen wollten, wüssten es vielleicht nicht besser. „Aber das ist sicher nur ein Drittel von allen. Ich schätze, dass zwei Drittel der Radfahrer sich hier eigentlich gut auskennen.“

Und die Hundebesitzer fragen sich: Wo sollen sie denn hin? In die Felder der Landwirte dürfen sie ihre Tiere nicht schicken. Und eine Auslaufwiese gebe es an dieser Stelle nun einmal nicht. Bleiben die Wege, die sich Tiere und Menschen und Rad teilen müssten.

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