Silvesterfeuerwerk über Schwerte: Wird das in diesem Jahr so aussehen, wie auf diesem Bild? © Bernd Paulitschke
Corona-Krise

Silvesterfeuerwerk: Der erste Schwerter Laden verzichtet auf den Böllerverkauf

Die Politik hat trotz Corona kein Verbot des Silvesterfeuerwerks beschlossen. Doch der erste Laden in Schwerte verzichtet auf den Böllerverkauf. Die Grünen-Fraktion dürfte das freuen.

Silvesterfeiern mit vielen Leuten und die damit verbundene Knallerei: Zu Corona-Zeiten sind solche Partys wegen der Kontaktbeschränkungen nicht erlaubt.

Deshalb wurde lange darüber diskutiert, ob das Silvesterfeuerwerk in diesem Jahr ganz abgesagt werden sollte. Am Montagmorgen zeichnet sich für die Gespräche zwischen Ländern und Bund ein Kompromiss ab: Das private Feuerwerk soll erlaubt werden, Silvester-Partys an öffentlichen Orten aber nicht. Damit können die Planungen für Silvester aber noch lange nicht beginnen. Zumindest in Schwerte noch nicht.

Grüne wollen Feuerwerk verhindern

Denn dem Rat der Stadt Schwerte liegt ein Antrag der Grünen-Fraktion vor: „Die Verwaltung wird beauftragt, das Silvesterfeuerwerk im gesamten Stadtgebiet durch eine entsprechende Verfügung zu untersagen“, heißt es darin.

Neben der Gefahr von wilden Partys an öffentlichen Orten, bei denen gegen die Corona-Beschränkungen verstoßen werden könnte, nennen die Grünen Lärmbelastung, Feinstaubbelastung, Abfallbelastung und Verletzungsgefahr als Gründe für ihren Antrag.

Doch selbst wenn sich die Meldungen bestätigen, dass die private Silvester-Knallerei erlaubt wird, ist noch lange nicht klar, ob man Feuerwerkskörper im Handel überhaupt bekommen kann.

Kommt überhaupt Feuerwerk in den Handel?

Auf Nachfrage dieser Redaktion haben die Schwerter Supermärkte und auch der Toom-Baumarkt noch nicht entschieden, ob es überhaupt einen Feuerwerksverkauf geben wird.

Nur in einem Geschäft ist die Entscheidung bereits gefallen. Bei Scheidings Lagerverkauf, Ostenstraße 1. „In diesem Jahr habe ich kein Feuerwerk geordert“, berichtet Christoph Scheiding. Er wird in seiner Schwerter Filiale gar keine Böller oder Effekte verkaufen.

Grund für den Verzicht auf dieses lukrative Geschäft ist die Größe des Geschäftes. Nur sechs Personen dürfen gemäß der aktuellen Corona-Regeln das Geschäft betreten. „Da kriege ich keinen geregelten Feuerwerk-Verkauf organisiert“, so Scheiding.

Christoph Scheiding wird in diesem Jahr in Schwerte kein Feuerwerk anbieten.
Christoph Scheiding wird in diesem Jahr in Schwerte kein Feuerwerk anbieten. © Uwe von Schirp (Archiv) © Uwe von Schirp (Archiv)

Nur in seinem Dortmunder Mutter-Betrieb können Feuerwerk-Liebhaber fündig werden. Dort verkauft Scheiding an den erlaubten drei Tagen vor Silvester Lagerbestände aus dem vergangenen Jahr.

Scheiding berichtet, dass er bereits im Januar diese Entscheidung traf. Damals war Corona noch nicht so prominent in den Medien. Doch Scheiding bemerkte die Größenordnung des Problems an dem dramatischen Ansteigen der Nachfrage an Atemschutz-Masken in China.

Da entschied er sich, keine Bestellungen zu tätigen. Normalerweise kauft Scheiding Feuerwerk für bis zu 250.000 Euro. Diese Ausgabe hatte er in diesem Jahr nicht. Einen Gewinn aber auch nicht.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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