Mit diesem Foto vermeldete der Landesbetrieb Forst NRW die erste Sichtung eines Bibers an der Möhne. © picture alliance/dpa/Christoph Grüner, Wald und Holz NRW

Sichtung an der Möhne: Kommt der Biber jetzt auch nach Schwerte?

Natur- und Tierschützer jubeln: Am oberen Lauf der Ruhr wurden Biber gesichtet. Kommt der große Nager, der sich gerne seine eigenen Stauseen baut, jetzt auch nach Schwerte?

Seine Spuren hatte man vorab entdeckt, jetzt ist er erstmals selbst gesehen worden: Am Gewässersystem der Möhne im Staatswald bei Arnsberg wurde nach über 150 Jahren ein Biber gesichtet, das meldete jetzt der Landesbetrieb Forst NRW.

Vermutlich von der Ruhr kommend, scheint sich der Biber demnach entlang der Möhne-Zuflüsse auszubreiten. Die Bäche der Möhne im Staatswald haben eine gute Ausgangslage und könnten auch langfristig ein Biberlebensraum sein.

Damit ist der Biber an einem Fluss nachgewiesen worden, der auch durch Schwerte fließt. Da stellt sich die Frage, wann kommt der Biber nach Schwerte?

Die Antwort darauf kommt vom Landesbetrieb Forst und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) gleich lautend: „Keine Ahnung“.

Beliebt auch bei den Förstern

Man weiß nur, dass der Biber nach mehreren Auswilderungs-Aktionen nun scheinbar wieder fest in NRW sesshaft geworden ist. Außerdem breitet er sich entlang von Flüssen aus. Und er ist bereits an der Ruhr.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der nach Schwerte kommt, ist damit groß, aber seinen Fahrplan kennt niemand. Was weiß man über Biber? Biber nagen Bäume an, fällen sie sogar. Da ist er bestimmt sehr unbeliebt, bei den Förstern?

„Wir begrüßen die Zuwanderung des Bibers in den Staatswald und alle positiven Effekte durch ihn auf den Wasserhaushalt im Wald und die Biodiversität am Gewässer“, freut sich Förster Christoph Grüner vom Regionalforstamt Arnsberger Wald.

Biber formen ihre Umwelt

Denn der Biber fällt nicht einfach Bäume, „er gestaltet neue Lebensräume“, sagt Wilhelm Deitermann vom Lanuv. Der Biber baut Staudämme, das hält Wasser für die Bäume zurück.

Diese Dämme reinigen das Wasser und in den entstehenden Feuchtgebieten finden Insekten eine neue Heimat – und werden zur Beute von vielen anderen Tieren wie Fischen und Amphibien.

Außerdem ist der Biber besonders streng geschützt. Wenn man sich also nicht darüber freut, dass er wieder da ist, kann man sowieso nichts machen. Zum Thema für Stadtverwaltungen werden Biber erst, wenn ihre Stauseen in Konflikt mit dem Menschen kommen.

1877 verschwand der letzte Biber

Im Jahr 1877 wurde der letzte Biber in Westfalen an der Möhne erlegt. Kurz zuvor der letzte in im Rheinland. Danach galten die Biber in NRW als für viele Jahrzehnte ausgerottet.

Bereits vor gut 40 Jahren, zwischen 1981 und 1990 wurden zwölf Biber im Hürtgenwald in der Eifel angesiedelt. Wenig später, ab 2002, startete ein weiterer Versuch mit zwei Gruppen von je zwölf Bibern rechts- und linksrheinisch bei Wesel.

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Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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