Shop für E-Scooter in Schwerte eröffnet - „Stau und Parkplatzsuche? Kenn ich nicht!“

dzAn der Friedensstraße

Der E-Scooter kann den Verkehr revolutionieren - da ist sich Sebastian Daum sicher. Die elektrischen Zweiräder gibt es jetzt in seinem neuen Shop an der Friedensstraße in Schwerte.

Schwerte

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Sebastian Daum muss ein gutes Gespür fürs richtige Timing haben. Der 15. Juni war für seine Karriere ein entscheidender Tag - in doppelter Hinsicht. Als an diesem Samstag E-Scooter für den öffentlichen Straßenverkehr gesetzlich legal wurden, eröffnete Sebastian Daum gleichzeitig seinen Shop „Scooterpoint“ an der Friedensstraße für die Elektrokleinstfahrzeuge. „Wenn mir am Anfang jemand erzählt hätte, dass die Eröffnung meines Ladens auf den Stichtag fällt, an dem die Scooter legal werden, hätte ich ihn ausgelacht“, sagt er über den Zufall.

Und doch war es so. „Am Anfang“ - damit meint Daum übrigens den September 2016. Da machte er sich im Alter von nur 21 Jahren mit seinem Unternehmen selbstständig.

Schon vorher war der E-Scooter sein Transportmittel Nummer Eins. Denn: Eine Sehbehinderung verwehrt Sebastian Daum den Autoführerschein. „Klasse B ist nicht drin, aber eigentlich alles darunter - also Mofa und Moped.“

Erste Geschäfte im Wohnzimmer gemacht

Damit war aber nicht zufrieden - und es musste eine Lösung her. „Ich habe mir 2016 im Internet einen E-Scooter ersteigert. Ab da bin ich eigentlich nur noch mit einem breiten Grinsen im Gesicht herumgefahren“, erinnert Daum sich.

Als auch die Resonanz von Freunden und Familie immer besser wurde, kam die Entscheidung zur Selbstständigkeit. „Ich habe letztes Jahr im April die ersten Fahrzeuge aus meinem Wohnzimmer heraus verkauft.“

Shop für E-Scooter in Schwerte eröffnet - „Stau und Parkplatzsuche? Kenn ich nicht!“

Sebastian Daum (r.) erklärt unserer Praktikantin Sophie, wie der E-Scooter funktioniert. © Aileen Kierstein

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Eine mutige Entscheidung, die sich nach Meinung des 24-Jährigen aber lohnen wird: „Die Elektromobilität wird jetzt durch die Decke gehen, seit die Scooter im Straßenverkehr zulässig sind. Andere Länder sind schon längst so weit - wenn man sich beispielweise Spanien anguckt.“

Nicht alle Modelle für die Straße zugelassen

In seinem neu eröffneten Shop an der Friedensstraße - im „Scooterpoint“ - verkauft er sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge. Das sind Scooter in verschiedenen Ausführungen, mit mehr oder weniger Geschwindigkeit. Für den öffentlichen Straßenverkehr sind aber noch nicht alle Modelle zugelassen.

„Bis jetzt geht es nicht schneller als 20 Kilometer pro Stude, sagt der Gesetzgeber. Außerdem braucht der Scooter bestimmte Regularien wie zwei voneinander unabhängig funktionierende Bremsen und Licht“, erklärt Daum. „So ein Modell, wie ich es verkaufe, hat rund 25 Kilometer Reichweite, ist auf Straßen und Radwegen erlaubt und kostet rund 2000 Euro.“

Im Scooterpoint gibt es aber auch Scooter mit eigenem Sattel - da wären dann allerdings ein Führerschein der Klasse M sowie Helm und Haftpflichtversicherung notwenig.

E-Scooter können Straßenverkehr in Schwerte entlasten

„Toll ist auch, dass die Scooter so unfassbar günstig sind. Sie fahren halt mit Strom - und man kann sie zuhause einfach an die Steckdose hängen. Die Faustformel ist, dass 100 Kilometer rund 1 Euro kosten“, rechnet der Geschäftsführer vor. „Man refinanziert sich das Ding, indem man es viel fährt.“

Shop für E-Scooter in Schwerte eröffnet - „Stau und Parkplatzsuche? Kenn ich nicht!“

Im Shop gibt es verschiedene Modelle, die gekauft oder geliehen werden können. © Aileen Kierstein

Und die Scooter könnten ein großes Problem in der Schwerter Innenstadt lösen: „Wenn mehr Leute die Scooter nutzen, wird das den Straßenverkehr unglaublich entlasten. Gerade, wenn man an die B236 denkt ... oder an viele Hauptverkehrsstraßen.“ Sebastian Daum beobachtet das selbst immer aus der Ferne - von seinem E-Scooter. „Stau kenn‘ ich nicht. Parkplatzsuche kenn‘ ich nicht.“

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Mit einer schnellen Auktion im Internet - aus großer Not durch seine Krankheit - hat Sebastian Daums Begeisterung für die E-Scooter angefangen. Jetzt will er auch die Schwerter faszinieren. „Ist doch super, dass etwas Negatives in meinem Leben etwas unfassbar Positives für die Gesellschaft sein kann.“

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