Dieter Reichwald ist am 18. Januar im Alter von nur 68 Jahren gestorben. Im August 2020 hatte er seine Partei „Die Linke" noch bei der Podiumsdiskussion vor der Kommunalwahl in der Rohrmeisterei vertreten. © Bernd Paulitschke (A)
Politik in Schwerte

Sein Herz schlug immer links: Dieter Reichwald wurde nur 68 Jahre alt

Er kämpfte für bezahlbares Wohnen, gute Schulen und soziale Projekte. Drei Wahlperioden vertrat Dieter Reichwald die Partei Die Linke im Rat der Stadt Schwerte. Nun ist er im Alter von 68 Jahren gestorben.

In der Sache konnte man mit ihm vortrefflich streiten, aber nach der Ratssitzung dann wieder freundschaftlich plaudern. So schätzten selbst politische Gegner den langjährigen Die-Linke-Ratsherrn Dieter Reichwald, der am Montagabend (18.1.) im Alter von nur 68 Jahren gestorben ist.

„Schade, er hätte noch viel machen können“, sagt seine langjährige politische Wegbegleiterin, Ratsfrau Mechthild Kayser (Die Linke). Der Tod sei nach schwerer Erkrankung in einem Hagener Krankenhaus eingetreten.

Die Agenda 2010 hatte ihn aus der SPD getrieben

„Sein ganzes Leben war er politisch auf der linken Seite“, erklärt Karl-Heinz Schimpf, Sprecher des Ortsvereins Die Linke in Schwerte. Ursprünglich habe der Studiendirektor an einer Dortmunder Berufsschule, der aus dem Stadtteil Lütgendortmund stammte, sozialdemokratische Wurzeln gehabt.

Für die SPD sei er in Dortmund auch Bezirksvertreter gewesen. Wie viele andere SPD-Mitglieder konnte er aber den Weg nicht mitgehen, den die Partei mit ihrer Agenda 2010 und der Hartz-IV-Reform einschlug: „In dem Rahmen hat er die SPD verlassen und ist übergetreten.“

Drei Wahlperioden lang war er Mitglied des Stadtrats

Mehr als ein Jahrzehnt lang – so der Sprecher weiter – prägte Dieter Reichwald als Vorstandsmitglied im Ortsverein die Arbeit seiner Partei in Schwerte mit. Auch im Kreisvorstand habe er gesessen. „Er hat sich intensiv um Kommunalpolitik gekümmert“, berichtet Karl-Heinz Schimpf: „Drei Ratsperioden war er Ratsmitglied und in der letzten Ratsperiode auch Mitglied des Kreistages.“ Aus dem Stadtrat war Dieter Reichwald erst nach der Wahl vom Herbst 2020 ausgeschieden.

Weil Die Linke damals weniger Stimmen erhielt, hatte sie nur noch einen Sitz im Stadtrat. Der ging an Mechthild Kayser, die Dieter Reichwald schon seit 2008 kannte. Ein Jahr später habe man gemeinsam den Wahlkampf geplant. In den Rat eingezogen, lagen Dieter Reichwald dann Themen wie Mietrecht, öffentlich gefördertes Wohnen, Verkehr, Finanzen und Schule besonders am Herzen.

„Zusammen haben wir uns um soziale Projekte gekümmert“, ergänzt Mechthild Kayser und zählt unter anderem die Schwerter Tafel und die Stadtparkszene auf.

Seit vielen Jahren auch Vorsitzender und Berater beim Mieterverein

Das soziale Engagement von Dieter Reichwald endete aber nicht im Rathaus. Viele Jahre war er Vorsitzender des Mietervereins Schwerte und half als ehrenamtlicher Berater im Büro unter dem Sparkassenhaus vielen Schwertern mit seinem profunden Wissen.

Größter Wunsch des Gestorbenen – so berichtet Mechthild Kayer – sei eigentlich eine riesige Fete gewesen, wenn er nicht mehr wäre. „Ihr sollt nicht trauern, ihr sollt lachen und feiern“, habe er immer gesagt. Doch in Corona-Zeiten werde unter der Traueranzeige stehen, dass die Beisetzung im engsten Familienkreis stattfindet.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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