Schwerterin will in Argentinien Kindern helfen

Kinderhilfeverein Louisa

In dem kleinen argentinischen Dorf Garupá bestimmen Not, Elend und Hunger den Alltag der Kinder. Viele kämpfen auf der Straße ums Überleben. Der Schwerter Kinderhilfeverein Louisa engagiert sich dort für eine bessere Versorgung der Kinder. Die frischgebackene Abiturientin Hella Horstendahl wird nun drei Monate lang dabei mithelfen.

SCHWERTE

, 22.07.2017, 07:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerterin will in Argentinien Kindern helfen

Hella Horstendahl und Esther Maria Grulke vor dem Laden des Vereins.

Wenn Hella Horstendahl am 2. August in Frankfurt in den Flieger nach Argentinien steigt, liegen mehr als 10.000 Kilometer vor ihr – davon 1100 per Bus von Buenos Aires nach Garupá. Dort bietet der Verein Louisa  den schwächsten Gliedern der Gesellschaft geregelte Mahlzeiten, Kleidung, Bildung, ärztliche Versorgung und Geborgenheit.

Für drei Monate will Hella Horstendahl Teil dieses Projekts sein, das sie in ihrer Heimatstadt Schwerte kennengelernt hat: „Ich bewundere Esters Arbeit.“ Schon vor drei Jahren hat Louisa den Horstendahls ein Patenkind in Garupá vermittelt. Hella: „Bisher haben wir uns geschrieben. Jetzt will ich Ruth auch persönlich kennenlernen.“

Vermittelt wird die Reise durch die Initiatorin des Vereines

Sprachlich dürfte das kein Problem sein, denn die junge Schwerterin lernt schon seit sechs Jahren Spanisch am Ruhrtal-Gymnasium. Ihre Sprachkenntnisse will sie später auch beruflich nutzen und im nächsten Jahr in Köln ein Studium aufnehmen, um sich im Internationalen Journalismus ausbilden zu lassen.

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Flohmarkt des Louisa-Vereins

Tonbandgeräte, Fleischwölfe oder Reiseschreibmaschinen aus DDR-Zeiten - auf dem Flohmarkt des Louisa-Vereins gab es so manchen Schatz zu entdecken. Der Verein unterstützt mit den Einnahmen aus seinen Trödel-Aktionen ein Straßenkindprojekt in Argentinien.
19.05.2012
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Lovis (4) kennt sich aus mit Schallplatten. Seine Oma Edith Khaddour hat eine große Sammlung, aus der sie ihm oft den Klassiker "Der Sängerkrieg der Heidehasen" auflegt.© Foto: Reinhard Schmitz
Als ehrenamtlicher Verkäufer hatte sich Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Paul zur Verfügung gestellt, obwohl er am Abend in den Türkei-Urlaub nach Side fliegen wollte.© Foto: Reinhard Schmitz
Vor der Kulisse des schiefen Turms von St. Viktor hatte der Verein Louisa seinen großen Trödelmarkt auf dem Cavaplatz aufgebaut.© Foto: Reinhard Schmitz
Mit Schallplatten kann man auch gut spielen, findet Lovis (4).© Foto: Reinhard Schmitz
Reibekuchen zum Trödelmarkt backte Ester Maria Grulke stilecht an der Pannekaukenfrau. 20 Kilogramm Kartoffeln hatte sie für den Teig geschält.© Foto: Reinhard Schmitz
Das Buddelschiff mit dem Krabbenkutter war eines der kleinsten Trödelobjekte.© Foto: Reinhard Schmitz
Etliche Jahrzehnte hatte das Telefunken-Tonbandgerät auf dem Buckel.© Foto: Reinhard Schmitz
Allein 25 Kisten mit Büchern luden zum Stöbern ein.© Foto: Reinhard Schmitz
Eine Augenweide: Die orangene Reiseschreibmaschine vom VEB Robotron aus der DDR, die in Computerzeiten ausgedient hat.© Foto: Reinhard Schmitz
Vom Roman bis zum Sachbuch war in den 25 Bücherkisten alles zu finden.© Foto: Reinhard Schmitz
Auch Bowlenkrug, Vasen und Tischlampen waren im Angebot des Louisa-Trödelmarkts.© Foto: Reinhard Schmitz
Schlagworte Schwerte

Maria Ester Grulke hat schon mehrfach junge Deutsche für die Arbeit in Garupá gewinnen können. Der Verein kann den freiwilligen Helfern nichts zahlen und sich auch nicht an den Reisekosten beteiligen. Kost und Logis vor Ort organisiert Maria Ester Grulke. So wird Hella Horstendahl zunächst in Buenos Aires bei einer Cousine der Grulkes wohnen und dann in Garupá auch von Maria Esters deutschstämmiger Mutter erwartet.

Viel Arbeit in der Kindertagesstätte in Garupá 

Arbeiten wird Hella in der Tagesstätte von Louisa. Dorthin kommen die Kinder zum Essen, zum Haareschneiden, zum Spielen und für die Hausaufgaben. Hier wird darauf geachtet, dass sie zur Schule gehen. Einmal wöchentlich kommt ein Arzt. Die Tagesstätte ist die „Homebase“ der Helfer, die die Familien auch zu Hause besuchen. Das wird Hella Horstendahl ebenso tun wie im benachbarten Mütterzentrum helfen, wo Frauen schon während der Schwangerschaft betreut und unterstützt werden. An Arbeit wird es nicht mangeln in Garupá.

„Aber Hella soll auch die Schönheiten des Landes kennenlernen“, sagt Ester Maria Grulke und rät auch zu Besuchen in Paraguay und Uruguay. Auch Brasilien sei nicht weit. Und bis Oktober sei noch Frühling in der Gegend rund um den Rio Paraná. Wenn es dort so richtig heiß wird, kommt Hella Horstendahl von ihrer „Lernpause“, wie sie ihren Südamerika-Ausflug nennt, zurück nach Hause. In den Schwerter Winter. In eine in vielerlei Hinsicht andere Welt.

Louisa hilft in Garupá
Der Verein Louisa ist eine Initiative zur sozialen und humanitären Hilfe für Kinder in einem Armenviertel nahe der Grenze zu Paraguay. Er entstand durch die private Initiative der gebürtigen Argentinierin Maria Ester Grulke.
Seit 2003 sammelt sie Sach- und Geldspenden für die Bedürftigen in Garupá. Ihr Aktionsstand am Cava-Platz sowie der Laden „El Camino“ an der Kampstraße 27 sind vielen Schwertern gut bekannt.
Weitere Informationen finden Sie auf der .

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