Eine Schwerterin hatte einen finanziellen Engpass. Die Lösung dafür brachte ihr jetzt eine Bewährungsstrafe ein. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Schwerterin (34) gleicht finanziellen Engpass durch Betrug aus – und gibt das auch offen zu

Als finanziell sehr schwierige Zeit beschreibt eine Schwerterin (34) die Situation, als sie die Tochter ihres damaligen Lebensgefährten bei sich aufgenommen hatte. Was folgte, waren Betrügereien.

Als finanziell sehr schwierige Zeit beschrieb eine 34-jährige Schwerterin die Situation, als sie im vergangenen Jahr die Tochter ihres damaligen Lebensgefährten bei sich aufgenommen hatte. Die daraus entstandene Geldknappheit hatte sie dazu veranlasst, so die Frau im Amtsgericht Schwerte, zur Betrügerin zu werden.

Sowohl am 13. September als auch am 5. Oktober bot sie bei Ebay ein Handy für 75 Euro und ein zweites für 150 Euro zum Verkauf an. Interessenten fanden sich schnell. Und auch der Kaufpreis landete umgehend auf dem Konto der Schwerterin.

Käufer erhielten keine Ware

Auf die Ware warten die Käufer bis heute. „Ich will das Geld auch zurückzahlen”, erklärte die Frau, die die Betrügereien offen zugab. Warum sie das nicht längst getan hatte, wollte die Richterin wissen. Das Geld sei eben länger knapp gewesen und außerdem hätte sie die Kontodaten der Geschädigten nicht mehr, da ihr eBay-Konto gesperrt worden sei. Außerdem hätte sie zu lange Zeit verstreichen lassen, um die Überweisung auf dem Konto wieder rückgängig machen zu können.

Die Richterin brachte es auf den Punkt: „typisches Hinhalten“. Aus den Akten ergab sich, dass die Angeklagte das nicht Verschicken der Ware unter anderem damit begründet hatte, dass sie mit dem Kind im Krankenhaus sei. Eine Lüge, die die Richterin schon bei vielen Angeklagten gehört habe.

Verschiedene Vorstrafen

Auch wenn sie sich bisher noch nicht wegen Betruges strafbar gemacht hatte, weißt das Vorstrafenregister der Schwerterin drei Eintragung auf: Vortäuschen einer Straftat, Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit Körperverletzung. Vier Monate Haft auf Bewährung lautete schließlich die Entscheidung des Gerichts.

Als Auflage muss die Angeklagte mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten, sich straffrei führen und vor allem den Schaden wiedergutmachen. Heißt: Sie muss innerhalb von vier Monaten die 75 und die 150 Euro an die Käufer zurückzahlen.

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