Dieter Czembor hat am Montagmorgen vergeblich versucht, einen Termin für das Impfzentrum zu erhalten. © Reinhard Schmitz (A)
Impftermine

Schwerter will einen Impftermin buchen – doch telefonisch und online ging nichts

Seit Montagmorgen sollen über 80-Jährige einen Termin zur Corona-Impfung vereinbaren können. Bei Dieter Czembor aus Schwerte klappte das nicht – nicht nur wegen überlasteter Telefonleitungen.

Dieter Czembor aus Schwerte ist 80 Jahre alt und gehört damit zu den ersten, die sich im Impfzentrum in Unna impfen lassen dürfen. Seit Montagmorgen (25.1.) können Termine für die Impfung vereinbart werden. Zumindest theoretisch.

Dieter Czembor hat es versucht, zunächst telefonisch über die 116 117: „Da kam ich erst nicht durch, und es wurde mir gesagt, ich solle es später noch einmal versuchen. Dann kam ich endlich durch und hatte jemanden am Telefon.“ Wer jetzt denkt, dass Dieter Czembor einen Termin bekommen hat – weit gefehlt.

Kein Termin für KVWL-Gebiet?

„Ich wurde gefragt, woher ich komme. Ich sagte aus Schwerte. Und dann wurde mir mitgeteilt, das sei ja Westfalen-Lippe. Dafür könne man heute noch keine Termine vergeben“, erzählt Czembor.

Doch er ließ sich nicht so leicht abspeisen. Er versuchte es über die Internetseite www.116117.de. Auch hier sei er zunächst zweimal wieder ´rausgeflogen. Dann der erste Erfolg: „Ich kam auf eine Seite, wo ich alles Mögliche angeben musste. Dann kam eine Mitteilung, dass das geprüft werde.“

Doch mit der Prüfung war es dann auch schon wieder vorbei. „Mir wurde angezeigt, dass ein interner Fehler aufgetreten sei“, so Czembor. Er habe aber zumindest eine Mail mit einer Identifizierungsnummer bekommen. Als er die Nummer eingab, sei wiederum eine Mitteilung gekommen: „Ein interner Fehler ist aufgetreten.“

700 Zugriffe pro Sekunde

Vanessa Pudlo, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), bestätigte, dass es zum Start der Impfterminvergabe zu Problemen bei den Systemen gekommen sei. „Wir hatten heute so starke Zugriffszahlen, dass die Systeme zwischenzeitlich in die Knie gegangen sind.“ Zeitweise habe man 700 Zugriffe pro Sekunde auf die Seite verzeichnet. Und auch die Termin-Telefonie war trotz der 1.200 Mitarbeiter zeitweise von Engpässen betroffen. Man arbeite mit Hochdruck an der Behebung der Probleme. „Wir können nur um Geduld und Verständnis bitten“, so Pudlo.

Trotzdem müsse sich niemand Sorgen machen. „Man geht nicht leer aus. Ab morgen kommen jeden Tag neue Termine hinzu. Das ist ein rollierendes System“, erklärte Pudlo.

Wer die Möglichkeit hat, soll später buchen

„Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, bittet die KVWL in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der KV Nordrhein.

„Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen. Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe, zumal es bis Ende April dauern wird, bis wir allein die Gruppe der über 80-Jährigen mit Blick auf die verfügbaren Mengen an Impfstoff ein erstes Mal geimpft haben. Jeder, der geimpft werden möchte, wird drankommen, aber eben nicht sofort“, so Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL. Wenn es mehr Impfstoffdosen gebe, würden auch die Terminkapazitäten noch einmal erhöht.

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