Wie pflegt man eigentlich Orchideen? © Carina Strauß
Service

Schwerter Orchideenzucht gibt nützliche Tipps für die Pflanzenpflege zu Hause

Orchideen sind beliebt, aber nicht die einfachsten Pflanzen für daheim. Wie man die Orchidee richtig pflegt und was die No-Gos sind? Volker Schöttler von der Schwerter Orchideenzucht gibt hilfreiche Tipps.

Sie blüht nicht oder hat zu wenig Blätter: Orchideen sind nicht die pflegeleichtesten Pflanzen für zuhause. Man kann einiges falsch machen, weiß Volker Schöttler von der Schwerter Orchideenzucht, deren Betrieb trotz Corona-Krise aktuell auf Hochtouren läuft.

Sehr wichtig sei insbesondere die passende Zimmertemperatur. „Zuhause sprechen wir, denke ich, zu 90 Prozent von normalen Phalaenopsis. Das Entscheidende bei dieser Gattung ist, das sie nicht dauerhaft unter 16 Grad stehen. Am wohlsten fühlen sie sich so zwischen 18 und 22 Grad“, erklärt Schöttler.

Das richtige Gießen

Doch die häufigsten Fehler passieren laut Schöttler beim Gießen. „Die meisten Leute lassen sie entweder vertrocknen oder sie übergießen die Pflanzen.“ Das normale „von oben Reingießen“ kann für Orchideen schnell zum Problem werden. „So bekommen die Pflanzen längerfristige Fußbäder und das mögen sie gar nicht.“

Der Gießrhythmus bei Orchideen hängt laut Schöttler von vielen verschiedenen Faktoren ab: Wie groß ist der Topf? Wie hoch ist die Raumtemperatur? Wie groß sind die Blätter, wie viel Verdunstungsfläche hat die Pflanze? Wie viele Wurzeln sind in dem Topf? „Man kann eigentlich sagen, wenn man das richtig machen will, ist das eine Wissenschaft.“

Ein Holzstab als Hilfe

Wer nicht wissenschaftlich tätig werden will, für den hat Schöttler einfache Tipps: „Die Wurzeln sollten grünlich sein, so richtig knatschgrün. Wenn die Wurzeln gräulich werden, dann wird es höchste Zeit.“ Wenn man gießt, sollte der Topf auch richtig nass werden, zum Beispiel durch Tauchen. „Danach muss die Pflanze abtrocknen. Wie lange das dauert, ist sehr unterschiedlich“, so der Profi.

So „knatschgrün“ sollten die Wurzeln der Phalaenopsis aussehen. © Carina Strauß © Carina Strauß

Deswegen sein Tipp: Einfach einen Schaschlikspieß aus Holz mit in den Topf stecken. „Wenn man meint, die Pflanze wäre trocken, dann zieht man den Stab raus. Wenn er im unteren Drittel noch feucht ist, dann ist es noch zu früh fürs Gießen.“ Es gebe zum Beispiel kaum Pflanzen, die zweimal die Woche Wasser brauchen.

Letzte Blüte, kurz bevor die Pflanze stirbt

Blüten sind übrigens nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es der Pflanze gut geht. „Die Pflanze macht, kurz bevor sie stirbt, noch einmal eine Blüte zur Arterhaltung“, erklärt Schöttler.

Das könne man sich aber auch bei der Blütenbildung sehr leicht zunutze machen. „Entweder ich stelle die Pflanze kühler, dann kommt wesentlich schneller eine neue Blüte, weil die Pflanze denkt, ‚oh oh vielleicht wird es ja noch kälter‘. Oder man stellt sie ins West- oder ins Südfenster, wo sehr viel Licht ist.“ Dann habe man zwar immer nur ein oder zwei Blätter an der Pflanze, aber sie blüht quasi immer.

Der perfekte Standort

Der perfekte Standort für die Phalaenopsis sei allerdings eher ein Ostfenster. „Dann blühen sie nicht ganz so üppig, dafür haben sie eine schöne gesunde Pflanze.“

Die kleinen Verdickungen an den Rispen nennt man „Auge“. © Carina Strauß © Carina Strauß

Und auch nach dem Abblühen der Pflanze gibt es etwas zu beachten. „Nach dem Abblühen sollte man am besten die Rispe zurückschneiden. Nicht ganz unten. Man lässt so zwei bis drei Augen, diese Verdickungen, stehen und einen Zentimeter da drüber schneidet man ab. Dann treibt das oberste Auge mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder aus.“

Dünger – ja, aber

Sollte man die Orchideen düngen? „Phalaenopsis, wenn sie regelmäßig umgetopft werden, kommen eigentlich auch ohne Dünger aus.“ Wenn man die Orchideen düngen will, sollte man laut Profi nur Orchideendünger verwenden oder normalen Pflanzendünger stark verdünnen.

„Die Wurzeln sind sehr salzempfindlich“, so Schöttler. Deshalb sollte man nur mit jedem zweiten Gießen auch düngen. „Einmal durchgießen mit Klarwasser, damit überflüssige Salze wieder ausgespült werden.“ Außerdem sollte nur in der hellen Jahreszeit gedüngt werden, denn im Winter, wenn es mal länger keine Sonne gibt, werde der Dünger nicht aufgenommen und der Pflanzstoff versalzt, erklärt Schöttler.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.