Das Logo von TikTok: Die FDP will der Stadt Schwerte die Nutzung der Videoplattform verbieten. © picture alliance/dpa
Soziale Medien

Schwerter FDP will der Stadtverwaltung TikTok verbieten

Seit Anfang Februar ist die Stadt Schwerte auf der chinesischen Videoplattform TikTok aktiv. Das will ihr die FDP nun per Antrag verbieten. Berechtigt oder völlig übertrieben?

Am 5. Februar 2021 verkündete Bürgermeister Dimitrios Axourgos auf seiner Facebook-Seite, dass die Stadt Schwerte ihr Social-Media-Angebot erweitern wolle. Man sei bald auch auf YouTube, bei Instagram und auf TikTok aktiv, um die Bürger der Stadt zu informieren.

Letzteres ist ein internationales Videoportal, das vor allem durch die Lippen-Synchronisation von Musikvideos und anderen kurzen Videoclips bekannt wurde. Es wird von Promis genutzt und solchen, die es werden wollen; von Unternehmen, Privatpersonen und eben auch von Stadtverwaltungen.

Stadt hat bisher nur ein Video veröffentlicht

Zu sehen ist auf dem Kanal der Stadt bisher ein einziges Video von der neuen OGS (Offene Ganztagschule) an der Heideschule: ein kurzer Clip, in dem der Bürgermeister rot-weißes Flatterband durchschneidet, ein Blick in die Räumlichkeiten, unterlegt mit Untertiteln und Musik. 37 Herzchen und drei Kommentare gab es bis jetzt als Reaktion (Stand 14.2.).

Insgesamt hat die Stadt kurze Zeit nach der Erstellung des Kanals gerade einmal 26 Follower. Diese Follower sind Menschen, die den Kanal abonniert haben, um die Videos in den endlosen Weiten der Social-Media-Welt nicht mehr zu verpassen.

Soweit, so unspektakulär. Nur will die FDP-Fraktion der Stadtverwaltung nun per Antrag verbieten, auf TikTok aktiv zu sein. „Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Schwerte beantragt, dass die Verwaltung die Nutzung der chinesischen App TikTok mit sofortiger Wirkung einstellt und in Zukunft dafür sorgt, dass die Nutzung jeglicher Online-Plattformen von der Stadt kritisch überprüft werden“, heißt es in einer Presseinfo.

FDP: Klare Kante zeigen gegen autoritäre Regime

Als Freie Demokraten stehe man für Toleranz, Rechtsstaatlichkeit und Weltoffenheit. „Aus diesem Wertekanon“, heißt es weiter, „leiten wir (…) unsere Haltungen gegenüber autoritären Regimen weltweit ab.“ Man wolle klare Kante zeigen gegen alle, „die diese Werte missachten oder gar untergraben wollen“.

Tatsächlich ist die App nicht ganz unumstritten. Sie wird vom chinesischen Unternehmen ByteDance betrieben und gehört zu den sich am schnellsten verbreitenden mobilen Apps der Welt. Das Unternehmen gilt aufgrund von Bedenken hinsichtlich Daten- und Jugendschutz sowie Zensur zugunsten der chinesischen Regierung als umstritten.

Die FPD in Schwerte macht die Nutzung der App jetzt zum Politikum, sei die Entscheidung für TikTok nicht nur eine pragmatische, um als Stadt auch bei jungen Menschen als Sprachrohr zu fungieren, sondern laut FDP eben auch eine politische.

Zur Kritik an anderen Plattformen wie Facebook, Instagram und YouTube äußern sich die Schwerter Liberalen in ihrer Presseinfo nicht.

Über die Autorin
Schwerte und Dortmunder Süden
Ist seit November 2020 für Schwerte und den Dortmunder Süden im Einsatz. Mag Nachrichten und nette Geschichten gleichermaßen. Schreibt gern, arbeitet aktuell aber eher im Hintergrund.
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