Schwerter Architekt schlägt neue Nutzung für Haverhallen und Abriss an Rohrmeisterei vor

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Die Haverhallen sollen neu genutzt werden. Biomarkt, Senfmühle und Kulturzentrum sind im Gespräch. Nicht weitreichend genug, sagt Architekt Reinhard Vierhoff und schlägt den großen Wurf vor.

Schwerte

, 19.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bio-Supermarkt, ein neues Quartier für die Senfmühle oder ein Treff für Jugendliche und Kulturschaffende - die Vorschläge für eine neue Nutzung der Haverhallen gegenüber der ehemaligen Kneipe Im Reiche des Wassers sind vielfältig. Doch sie sind nicht weit genug gedacht, meint Reinhard Viehoff. Der 78 Jahre alte Architekt betreut eine Masterklasse von Architekturstudenten der Technischen Universität Dortmund, die sich mit einer möglichen Stadtplanung für Schwerte beschäftigen.

Theater am Fluss soll in die Haverhallen einziehen

Sein Vorschlag für die Haverhallen: „Ich würde dort unter anderem eine Spielstätte für das Theater am Fluss schaffen.“ Im Gegenzug könnte man die aktuelle Spielstätte, die Theaterhalle 5,4, abreißen und auf dem Grundstück ein Hotel oder Gästehaus errichten.

Das hat aus Vierhoffs Sicht etliche Vorteile. Die Topografie der Theaterhalle würde den Bau einer Tiefgarage unter dem Gebäude zulassen. Das Hotel würde auch den nächtlichen Verkehr auf der Ruhrstraße verringern, da auswärtige Gäste von Feiern und Hochzeiten vermutlich dort übernachten würden und nicht per Taxi oder zu Fuß zu anderen Hotels oder Pensionen müssten.

Die derzeitige Theaterhalle des TaF sei renovierungsbedürftig und befinde sich dazu an einem Standort, der als Übergang vom Wuckenhof zur Rohrmeisterei und zur Ruhr dient, städtebaulich an einem wichtigen Ort.

Rohrmeisterei würde Hotel gerne selber bauen

Dem Plan stehen allerdings die aktuellen Pläne der Rohrmeisterei entgegen. Die möchte zwar auch unter dem Titel Gästehaus ein Art Hotel bauen, aber auf dem Gelände nördlich der Rohrmeisterei. Dort befinden sich zwei Gebäude, in denen unter anderem Lenne-Ruhr-Kanutour und die Senfmühle beheimatet sind.

Bislang hatte Rohrmeisterei-Chef Tobias Bäcker immer betont, dass man die beiden Mieter gerne auf dem Gelände halten wolle. Es wird aber auch zunehmend diskutiert, ob in einer neu genutzten Haverhalle die Schwerter Senfmühle einziehen könne.

Gelände südlich der Senfmühle mit IGA-Mitteln entwickeln

Viehoff hält das aus städteplanerischer Sicht für keine gute Idee. Denn touristisch gesehen sei die Senfmühle in der Nähe der gut ausgeschilderten und ebenfalls weit über die Ruhrstadt hinaus bekannten Rohrmeisterei besser aufgehoben. Sinnvoller sei es da, das Gelände südlich der Senfmühle zum Beispiel mit Unterstützung der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA), die 2027 im Ruhrgebiet stattfinden soll, zu einem attraktiven Grünzug zu entwickeln.

Eine Einbindung der Ruhrauen in irgendwelche IGA-Pläne ist aber politisch derzeit nicht gewollt. Und die Unterstützung der Politik, aber auch die der Anwohner ist für einen so radikalen Plan notwendig.

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