Gesamtschüler schreiben ihre Abi-Klausuren im Freischütz

dzVorbereitung auf Schulbeginn

Abstandsmarkierungen mit Klebeband auf den Schulfluren und Desinfektionsmittel überall: Gymnasien und Gesamtschulen in Schwerte bereiten sich auf die ersten Schüler am Donnerstag vor.

Schwerte

, 17.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab Donnerstag sollen die Schüler der Abschlussklassen wieder in die Schule kommen. Doch welcher Unterricht tatsächlich vor Ort stattfindet und was man weiterhin online machen kann, ist noch nicht klar.

„Der Online-Unterricht ist im Großen und Ganzen sehr gut gelaufen“, so der Schulleiter des FBG, Heiko Klanke. Er kann sich vorstellen, dass man in Fächern wie Physik das jetzt auch so weiter führen kann. Der Physik-Leistungskurs werde schon seit einiger Zeit als Video-Konferenz durchgeführt. Anders sehe das beim Sportleistungskurs aus. „Wir warten aber auf die genauen Ausführungsbestimmungen des Ministeriums“, so Klanke.

Bis Donnerstag muss die Hygiene organisiert sein

Bis Donnerstag haben die Schulen nun Zeit, um alles für einen Schulstart zu organisieren. Hygienevorschriften, Desinfektionsmittel und natürlich Räume, die eine Grenze von zwei Metern Abstand gewährleisten.

Das funktioniert allerdings nur so lange gut, wie keine anderen Schüler im Gebäude sind. Ab dem 12. Mai, wenn der normale Unterricht wieder zugeschaltet wird, müsse man weitersehen.

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Zur Not könne das FBG ja noch über die ehemalige Kardinal-Galen-Schule verfügen. Für die Abiturprüfungen sieht Klanke keine Gefahr. Die neugebaute Aula biete reichlich Platz und auch andere größere Räume sind vorhanden.

Die beiden Gymnasien sind zudem im ständigen Austausch, da viele Leistungskurse ja schulübergreifend angeboten werden. „Letztlich müssen wir alle das beste aus der Situation machen“, so Klanke.

Größte Änderung ist nur indirekt durch Corona bedingt

Vor entschieden größeren Herausforderungen steht die Gesamtschule Gänsewinkel. Denn sie hat mit der zehnten Klasse und den Abiturienten gleich zwei Jahrgänge, die jetzt ihren Abschluss machen. Die größte Änderung für die Schüler hat allerdings nur indirekt mit Corona zu tun.

Weil der große Festsaal des Freischütz derzeit ungenutzt ist, boten die Betreiber den Saal den Schulen für das Abitur an. Die Gesamtschule nahm das Angebot an. Denn anders als den beiden Gymnasien, nutzt man die Aula auch als Mensa und Café. „Da können wir unmöglich Abiturklausuren drin schreiben lassen“, sagt Schulleiter Jürgen Priggemeier. Der Raum ist so groß, dass er problemlos Raum für 45 Schüler und die betreuenden Lehrer bietet.

Laufwege mit schwarz-gelbem Klebeband

Wie seine Kollegen hat er derzeit viel zu tun, den Schulstart am Donnerstag für die Abschlussjahrgänge zu organisieren. So sollen die Laufwege für die Schüler mit schwarz-gelbem Klebeband auf die Flure geklebt werden. Und auch als Abstandsmarkierungen halten die Klebebänder her. „Ich bin gerade auf dem Weg zur Apotheke, um Desinfektionsmittel zu besorgen“, sagte Priggemeier am Freitagnachmittag.

Für Montag ist eine Begehung mit der Stadt geplant, die das Hygienekonzept abnehmen muss.

Priggemeier rechnet damit, dass viele Schüler das Angebot annehmen. Denn der Unterricht ist nicht verpflichtend. Die Schüler haben die Möglichkeit sich hier auf ihre Abschlussprüfung vorzubereiten.

Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10. Sie werden allerdings erstmals seit rund zehn Jahren keine zentrale Abschlussprüfung ablegen. Wegen der Ausnahmesituation werden die Prüfungsfragen diesmal von den Lehrern vorbereitet.

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Was passiert, wenn wieder alle Klassen kommen?

Wie es wird, wenn auch andere Klassen wieder zum Unterricht kommen, ist bislang noch nicht klar. Fest steht wohl, dass auch hier nicht alle Schüler auf einmal kommen. „Ich gehe davon aus, dass auf absehbare Zeit nicht alle Schüler jeden Tag in der Schule sein können“, glaubt Priggemeier. Aber bis dahin könne sich auch noch an Abstandsgeboten und anderen Vorgaben einiges ändern.

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