500 Euro Corona-Bußgeld möglich – was ich beim privaten Feiern in Schwerte beachten muss

dzNeue Coronabestimmungen

Hochzeit im Gemeindesaal, Geburtstag im Tennisheim: Noch darf gefeiert werden. Aber die Corona-Bestimmungen haben sich verschärft. Was ist erlaubt, was muss man beachten, wann wird es teuer?

Schwerte

, 06.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Coronaschutzbestimmungen des Landes haben sich angesichts steigender Infektionszahlen in der vergangenen Woche noch einmal geändert. Private Feiern und Feste müssen beim Ordnungsamt angemeldet werden. Wie das geht, erläutert der Schwerter Stadtsprecher Ingo Rous.

? Welche privaten Feiern sind überhaupt erlaubt?

Laut Landesverordnung sind private Feiern derzeit nur aus einem herausragenden Anlass erlaubt. Dazu zählen Jubiläen, Taufen, Geburtstage oder Abschlussfeiern.

? Wie viele Leute darf ich einladen?

Höchstens 150 Menschen sind bei Feiern in geschlossenen Räumen erlaubt. Ab mehr als 50 Gästen muss man nach den Schutzbestimmungen die Feier anmelden. Nicht zu den Teilnehmern zählen übrigens Dienstleister wie beispielsweise das Servicepersonal.

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? Wo muss ich eine Feier melden?

Wer einen Saal mietet und mehr als 50 Leute einlädt, muss also seine Feier beim Ordnungsamt anmelden und zwar spätestens drei Werktage vor Beginn der Veranstaltung. Das geht persönlich oder auch per E-Mail.

? Was muss ich machen, wenn ich eine Feier anmelden will?

„Dazu muss der Anmelder seine eigenen Daten angeben, den Ort und die Art der Feier offenlegen“, so Stadtsprecher Ingo Rous. Vor der Feier muss der Verantwortliche die Teilnehmerzahl so präzise wie möglich offen legen.
Außerdem verlangt das Ordnungsamt im Anschluss eine Teilnehmerliste, um im Fall der Fälle die Infektionswege nachvollziehen zu können.

? Muss ich beim Feiern oder auf dem Weg zum Klo eine Maske tragen?

„Bei dem Fest gelten das Abstandsgebot und eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung für die Teilnehmer innerhalb des Veranstaltungsraumes beziehungsweise -bereiches nicht, soweit geeignete Vorkehrungen zur Hygiene und zur einfachen Rückverfolgbarkeit sichergestellt sind“, heißt es in den Schutzbestimmungen wörtlich.

? Was kostet es, wenn ich gegen die Auflagen verstoße?

Verstöße gegen das Meldegebot von Feiern sind nicht billig. Wer zum Beispiel in einem Gemeindesaal privat mit über 50 Personen feiert und die Anmeldung vergisst, dem drohen 500 Euro Bußgeld.

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? Wurden in Schwerte schon solche Feiern angemeldet?

Die neue Coronaverordnung sorgt auch bei der Verwaltung für zusätzliche Arbeit. 17 private Feiern wurden seit dem Inkrafttreten der neuen Schutzbestimmungen am Donnerstag beim Schwerter Ordnungsamt bereits angemeldet und auch genehmigt.

? Wer kontrolliert eigentlich sowas?

Das Ordnungsamt betont, dass man jeder Zeit durch den kommunalen Ordnungsdienst die Feiern kontrollieren könne.

? Und was ist mit Feiern in der eigenen Wohnung?

Da mischt sich die Coronaschutzverordnung nicht ein. Sie erwähnt ausschließlich Feste im „öffentlichen Raum“.

? Ist das jetzt verbindlich, wenn ich heute eine Hochzeit für November anmelden will?

Nein, auch auf eine Genehmigung kann ich mich nicht fest verlassen. Wenn sich die Zahl der Infektionen erhöhen sollte, werden die Hürden für die Genehmigung von privaten Feiern erhöht. Auch das hat das Land jetzt bereits festgelegt. Bei 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen darf man bei Feiern im öffentlichen Raum nur noch 50 Gäste einladen, ab 50 Neuinfektionen nur noch 25. Das steht aktuell auch im Raum, da der Kreis nach eigenen Berechnungen schon jetzt die 35 Neuinfektionen überschritten hat und nur offiziell noch nicht in den Registern auftaucht, weil es einen Meldeverzug gibt. Das RKI meldete am Dienstag noch 25,4 Neuinfektionen.

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